07. Januar 2015 | News, Views & Markets

Innovative Funktionstextilien als Erfolgsfaktor

Vliesstoff-Wärme für Flugzeughaut und Pistenbully
Maschinenführer Thomas Langer richtet gemeinsam mit Benjamin Döring, Auszubildender im 1. Lehrjahr, bei Norafin Industries (Germany) GmbH, Mildenau, eine Schneidemaschine für Vliesstoffe ein.
Quelle: vti-pressedienst / W. Schmidt
„Innovative und mit Zusatzfunktionen ausgestattete Textilerzeugnisse für spezielle Anwendungen verbessern die Chancen unserer mittelständischen Produzenten auf den hart umkämpften Märkten erheblich.“ Das betonte Bertram Höfer, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Nord-Ostdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie e. V. (vti) beim gestrigen Jahresauftakt-Pressetermin des vti in Chemnitz. Als Beispiele nannte er neuartige beheizbare Vliesstoffe der Norafin (Germany) GmbH, Mildenau/Erzgebirge, und hochwertige Sportbekleidung des in Limbach-Oberfrohna ansässigen Unternehmens Biehler Sportswear. Wie die Geschäftsführer André Lang und Steffi Barth bestätigten, konnten beide Firmen - entgegen dem Branchentrend – 2014 den Umsatz deutlich steigern.

„Nach einem relativ guten Start in den ersten Monaten verzeichnete unser Industriezweig im zweiten Halbjahr 2014 spürbare Umsatzrückgänge, wobei der Textilsektor nicht so stark betroffen war wie die Bekleidungssparte. Dennoch erwies sich die Branche insgesamt als stabil und für die Zukunft gut aufgestellt“, bilanzierte Bertram Höfer. „Insbesondere registrierten wir Einbußen im Exportgeschäft, das die Firmen in den vergangenen Jahren auf durchschnittlich 40 Prozent ihres Umsatzes gesteigert hatten. Die Ursachen dafür sehen wir in der Eintrübung der Konjunktur in Europa ebenso wie in Krisenerscheinungen weltweit und in den EU-Wirtschaftssanktionen gegen Russland. Außerdem belasten zu hohe Kosten für Energie sowie für Wasser und Abwasser unsere Unternehmen. Noch liegt die Branchenstatistik für 2014 nicht vor. Voraussichtlich werden wir beim Gesamtumsatz gegenüber 2013 leicht einbüßen aber dennoch 1,6 Milliarden Euro erreichen.“ Als ersten wichtigen Indikator für das Geschäftsjahr 2015 nannte der vti-Hauptgeschäftsführer die vom 14. bis 17. Januar in Frankfurt/M. stattfindende internationale Leitmesse „Heimtextil“, an der rund 20 Hersteller aus Sachsen und Thüringen teilnehmen werden. Ein weiterer Höhepunkt für die Branche sei die „Techtextil“ vom 4. bis 7. Mai 2015 am selben Ort. Dort wird es u. a. einen sächsischen Gemeinschaftsstand geben.

Von den 16.000 Beschäftigten der Textil- und Bekleidungsindustrie Ostdeutschlands sind 12.000 in Sachsen und 2.500 in Thüringen tätig. „Damit gehört diese Region neben Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen zu den vier großen deutschen Textilstandorten“, erläuterte Bertram Höfer: „Wir verfügen über eine gut funktionierende textile Kette, das heißt Spinnereien, Webereien, Strickereien, Wirkereien, Vliesstoffhersteller, Stickereien, Veredelungsbetriebe, Konfektionäre sowie Textilforschungsinstitute, Hochschulen und Berufsausbildungseinrichtungen existieren in enger Nachbarschaft.“ Die ostdeutsche Branche erwirtschaftet nahezu die Hälfte ihres Umsatzes mit der Herstellung innovativer Technischer Textilien für mannigfaltige Einsatzzwecke; 30 Prozent entfallen auf hochwertige Heimtextilien und reichlich 20 Prozent auf Bekleidung. Der Branchenverband vti vereint 180 Textil- und Bekleidungsfirmen in den jungen Bundesländern. 
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