29. September 2016 | Fibers & Filaments

Die „schwarze Faser“

Mit der Entwicklung einer elektrisch ableitfähigen Viskosefaser baut Kelheim Fibres seine umfassende Palette an funktionalisierten Viskosefasern weiter aus. Die schwarze Faser erhält ihre speziellen Eigenschaften durch das Einlagern von elektrisch leitfähigen Additiven ins Innere der Faser. Damit sind die funktionalen Additive gleichmäßig in der gesamten Faser verteilt, während die klassischen Eigenschaften der Viskosefaser wie etwa ihre Saugfähigkeit erhalten bleiben.

Wie berichtet, zeigten erste Tests der bereits erfolgreich im Labormaßstab gefertigten Fasern eine signifikante Erhöhung der Faserleitfähigkeit im Vergleich zu einer Standardviskosefaser. Je nach Anforderungsprofil könnten Fasern mit Leitfähigkeiten im mittleren Leitfähigkeitsbereich von ca. 10-4 S/m bis ca. 0,1 S/m hergestellt und für Arbeitsschutzbekleidung zur Ladungsableitung, zum Schutz elektronischer Bauteile oder zum Schutz des Menschen eingesetzt werden. Einen entscheidenden Vorteil biete die ableitfähige Viskosefaser im Bereich von Feuchtesensoren – also überall da, wo der Eintritt von Feuchtigkeit angezeigt werden soll. Dabei könne man ebenso an Betteinlagen im Pflegebereich denken wie an technische Vliesstoffe, wie etwa Dachunterspannbahnen, die mögliche Leckagen anzeigen. Nach Feuchteeintritt quillt die Faser und die Faserleitfähigkeit sinkt. Durch die Einlagerung von Wassermolekülen in die Fasermatrix werden die Leitpfade der Additive unterbrochen. Die feuchteabhängige Leitfähigkeitsänderung der Fasern ist reversibel.

Wohin die weitere Reise der elektrisch ableitfähigen Viskosefaser gehe, entscheide im nächsten Schritt der Kunde. F&E-Projektleiterin Dr. Nina Köhne: „Das Thema ist so spannend wie weit – wir haben mit unserer Arbeit bisher die Basis geschaffen, je nach Anforderungen des Marktes kann es nun in verschiedene Richtungen gehen. Ab hier wollen wir unsere elektrisch (ab)leitfähige Faser den konkreten Bedürfnissen von Kunden und Anwendungen entsprechend weiter entwickeln.“



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