22. November 2016 | Fibers & Filaments

Neue Sicherheitsregeln nur mit Einbau von Airbags erfüllbar

Laut Einschätzungen von Business Wire steigt die Nachfrage nach Airbags in den nächsten fünf Jahren jährlich um rund 5 %. Bislang werden Airbags zumeist aus Polyamid 6.6 Garnen hergestellt. Zunehmend geht ein deutlicher Trend bei diesen anspruchsvollen technischen Filamentgarnen jedoch zu Polyester.

Technisch Garnhersteller nehmen verstärkt den Anwendungsbereich Airbag Garn als Wachstumsmarkt wahr. So wurden in den vergangenen 12 Monaten allein vier Projekte zur Herstellung von Airbag Garnen aus Polyamid 6.6 (PA6.6) und Polyester (PET) des Anlagenbauers Oerlikon Barmag erfolgreich in Betrieb genommen. Die Anlagen, die bei namhaften Garnproduzenten in Nordamerika und China installiert wurden, decken einen Titerbereich von 235 bis 700 dtex bei PA6.6 bzw. 470 bis 550 dtex bei PET ab. Das Anlagenkonzept bietet ein Höchstmaß an Flexibilität: Das SP4 Spinnsystem mit austauschbarer Schmelzeverteilung ermöglicht einen Umbau der Airbag Garnanlagen von PA6.6 auf PET oder umgekehrt ohne großen Aufwand. So können Garnhersteller flexibel und kurzfristig auf veränderte Marktanforderungen reagieren.

Markt mit Wachstumspotenzial
Grund für die verstärkte Nachfrage nach Airbag Garnen sind weltweit gestiegene Anforderungen an die Verkehrssicherheit. So haben zum Beispiel die indische Regierung und das Verkehrsministerium ihre Fahrzeugsicherheitsvorschrift überarbeitet. Die im Herbst 2017 in Kraft tretende neue Version verlangt ein deutliches Mehr an Insassensicherheit, besonders im Hinblick auf seitliche sowie Frontalzusammenstöße. Nach Einschätzung zahlreicher Automobilhersteller sind diese neuen Sicherheitsregeln nur mit Einbau von Airbags erfüllbar.

Auch in Lateinamerika ist nach Recherchen von PCI mehr Sicherheit in Kraftfahrzeugen ein vieldiskutiertes Thema, was einen positiven Einfluß auf die Airbag- und Sicherheitsgurte produzierende Industrie hat: Zwei südkoreanische Airbaghersteller haben bereits Investitionen in Mittelamerika angekündigt.

Der Anteil Textiler Fasern und Filamenten im Auto beläuft sich durchschnittlich auf etwa 30 kg; nach Angaben von PCI Fibres sind knapp 19 % hiervon Airbag Garn. Damit eröffnet sich für die Technisch Garn Hersteller ein margenstarker Wachstumsmarkt.
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