10. Februar 2017 | Research & Development

Europa rüstet sich für Industrie 4.0

Staatssekretär Christophe Sirugue (4.v.li.) mit seiner Delegation und DITF-Vorstand Peter Steiger
Staatssekretär Christophe Sirugue (4.v.li.) mit seiner Delegation und DITF-Vorstand Peter Steiger (3.v.li.), Prof. Meike Tilebein (Leiterin DITF-MR, 5.v.li) und Prof. Michael Doser (stv. Institutsleiter ITV, re)
Quelle: DITF

Der französische Staatssekretär für Industrie und Digitalisierung, M. Christophe Sirugue, besuchte am gestrigen 9. Februar 2017 die Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF). Mit einer Delegation besichtigte er Unternehmen und Forschungseinrichtungen, die im Raum Stuttgart zum Thema Industrie 4.0 federführend sind. Dazu gehört auch das von Professor Meike Tilebein geführte Zentrum für Management Research DITF-MR, eine Forschungseinrichtung der DITF.

Vom Molekül bis zum fertigen Produkt

„An Europas größtem Textilforschungszentrum forschen entlang der gesamten textilen Produktionskette Maschinenbauer, Verfahrenstechniker und Chemiker ebenso wie Biologen, Kybernetiker, Informatiker und Wirtschaftswissenschaftler“ betonte DITF-Vorstand Peter Steiger bei seiner Begrüßung. Mit ihren Innovationen unterstützen die DITF vor allem kleine und mittelständische Unternehmen. Der Schwerpunkt liegt auf anwendungsbezogener Forschung im Bereich technischer Textilien.

Das Zentrum für Management Research befasst sich vor allem mit dem Thema Industrie 4.0. Diese vierte industrielle Revolution eröffnet auch der Textilindustrie ganz neue Perspektiven und Möglichkeiten. Ein Beispiel dafür ist die „Digital Textile Micro Factory“, die im Januar auf der Heimtextil vorgestellt wurde. „Die Produktion ist vom Design über den digitalen Druck bis hin zum Zuschnitt und der Konfektion komplett vernetzt," erläuterte Tilebein. Hinter dem Slogan „Simulate, Print & Cut“ verbirgt sich ein weiterer vollständig digitalisierter Prozess, den die Denkendorfer Forscher gemeinsam mit Partnern entwickelt haben. Auch hier werden Design, Datenaufbereitung, Druck und Cutting integriert und automatisiert.

„In europäischen Forschungsprojekten arbeiten wir immer wieder erfolgreich auch mit französischen Partnern aus Wissenschaft und Industrie zusammen, so in dem jüngst abgeschlossenen Projekt SET (Save Energy in Textile SMEs). Dabei wurden Tools zur Verbesserung der Energieeffizienz für kleine und mittlere Unternehmen der Textil- und Bekleidungsindustrie entwickelt,“ erklärte Tilebein.

Staatssekretär Sirugue unterstrich die intensive Kooperation zwischen Frankreich und Deutschland in der Allianz für die Industrie der Zukunft – der Plattform für Industrie 4.0.

Auf dem anschließenden Rundgang zeigte Professor Michael Doser, der stellvertretende Leiter des Instituts für Textil- und Verfahrenstechnik (ITV) der DITF, die neue 3D-Webanlage, mit der Mehrlagenstrukturen hergestellt und komplexe Bauteile mit Öffnungen und Verstärkungen am Stück gewebt werden können.

Eine weitere Station war der Tapeleger – ein großer Roboterarm in einer abgegrenzten Sicherheitszone. Tapelegen ist eine moderne Herstellungstechnik für hochwertige und kostengünstige Faserverbund-Bauteile, die im Leichtbau eingesetzt werden. Schließlich zeigte die Wissenschaftlein Valerie Bartsch verschiedene Smart Textiles, die sogenannten schlauen Textilien. Darunter eine Feuerwehrjacke, die Puls und Atemfrequenz misst und dem Einsatzleiter meldet, wenn ein Feuerwehrmann überlastet ist. Staatssekretär Sirugue wurde begleitet vom Generalkonsul Frankreichs in Stuttgart, der Botschaftsrätin für Wirtschaft an der französischen Botschaft in Berlin und einem Manager von Business France Invest.

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