16. Dezember 2016 | Research & Development

Aigner: „Bayerische Textilindustrie fit machen für die Zukunft“

Das Herzstück des Technikums
Dies ist die Anlage zur Herstellung von Vliesstoffen, die das Herzstück des Textiltechnikums bilden wird und auf der rund um das Thema Vliesstoffe experimentiert werden soll.
Quelle: Dilo Systems GmbH
Mit fünf Millionen Euro wird die Bayerische Staatsregierung in den kommenden beiden Jahren die Forschung im Bereich der bayerischen Textilwirtschaft stärken und den Aufbau eines Textilforschungsinstituts an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hof, Standort Münchberg, anstoßen. Der Bayerische Landtag hat diesem Vorhaben am 14.12.2016 zugestimmt.

Die bayerische Textilindustrie hat in den vergangenen Jahren einen schmerzhaften Strukturwandel durchlaufen. Längst liegen die Schwerpunkte nicht mehr nur auf der klassischen Bekleidungsindustrie. Heute sind High-tech-Materialien, zum Beispiel für Funktionskleidung, industrielle und medizinische Anwendungen gefragt. „Ein Hochlohnland wie Bayern kann sich mit seinen Produkten auf dem Weltmarkt langfristig nur durchsetzen, wenn Innovationen und eine höhere Qualität die Kosten rechtfertigen. Insbesondere die Technischen Textilien mit ihren zahlreichen funktionellen Eigenschaften und vielfältigen Anwendungsgebieten bieten großes Potenzial für den Textilstandort Bayern“, betont Wirtschaftsministerin Ilse Aigner. „Mit gezielter Förderung und ortsnaher Forschungskompetenz wollen wir unseren Know-how-Vorsprung ausbauen und die Arbeitsplätze in der Region sichern.“

Um diesen Wissensvorsprung zu behaupten, sind permanente Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen nötig. Diese kommen in der täglichen Arbeit allerdings leicht zu kurz, weiß Dr. Christian Heinrich Sandler, Präsident des Bayerischen Textilverbandes. „Nicht jedes Unternehmen hat eine eigene Forschungsabteilung. Außerdem ist die Umrüstung der eigenen Maschinen zu Versuchszwecken nicht nur mit hohen Kosten, sondern auch mit schmerzhaften Produktionsausfällen verbunden. Das kann man sich aus unternehmerischer Sicht nicht oft leisten.“

In den kommenden Jahren sollen die an der Hochschule Hof schon vorhandenen Kompetenzen im Textilbereich zu einem schlagkräftigen Forschungsinstitut gebündelt und ausgebaut werden. Neben einer Stiftungsprofessur, die Dr. Christian Heinrich Sandler zur Stärkung der personellen Ausstattung zugesagt hat, soll auch in moderne Maschinen investiert werden. Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Lehmann, Präsident der Hochschule Hof: „Unser Ziel ist es, den Unternehmen eine kreative Spielwiese zur Verfügung zu stellen, wo sie ihre neuesten Ideen ausprobieren können. Unser hochqualifiziertes Forscherteam steht ihnen dabei mit Rat und Tat zur Seite und hilft ihnen, neue Ansätze zu entwickeln.“ Für Verbundforschungsprojekte der bayerischen Textilindustrie stellt das Bayerische Wirtschaftsministerium in den kommenden zwei Jahren Fördermittel von insgesamt zwei Millionen Euro zur Verfügung.
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