17. Dezember 2014 | News, Views & Markets

t+m: Erbschaftssteuer darf Familienunternehmen nicht gefährden

Für eine generationengerechte Ausgestaltung der Erbschaftssteuer spricht sich Ingeborg Neumann aus, Präsidentin des Gesamtverbandes der deutschen Textil- und Modeindustrie: „Die Neuregelung der Erbschaftssteuer muss einen Generationenwechsel ermöglichen, ohne die Unternehmen zu belasten. Sonst drohen Notverkäufe oder Insolvenzen.“

Hintergrund ist die heutige Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, die eine neue gesetzliche Regelung der Erbschaftssteuer bis 2016 erfordert. Für Familienunternehmen, die beim Tod des Alleininhabers vererbt werden, ergeben sich hieraus besondere Schwierigkeiten: Das Kapital der vererbten Unternehmen ist in der Regel fest gebunden. Regeln im Gesellschaftervertrag verhindern in aller Regel hohe Kapitalentnahmen, um das Unternehmen zu schützen und Arbeitsplätze zu sichern. Wenn hierauf mehrere Millionen Euro Erbschaftssteuer gezahlt werden müssten, müssten die Erben einen Teil des Unternehmens verkaufen, Arbeitsplätze abbauen oder im schlimmsten Fall in Insolvenz gehen. Dies muss durch eine neue gesetzliche Regelung verhindert werden.

Die deutsche Textil- und Bekleidungsindustrie ist mit etwa 1.200 Unternehmen und 120.000 Beschäftigten im Inland die zweitgrößte Konsumgüterindustrie in Deutschland. Textil- und Modeunternehmen erwirtschaften einen Jahresumsatz von rund 28 Milliarden Euro (davon 60% Textil, 40% Bekleidung) und sind damit in Europa führend. Der Gesamtverband textil+mode (t+m) vertritt die Interessen der Branche in den Bereichen der Wirtschafts- und Sozial- sowie Tarif- und Bildungspolitik.
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