01. Juni 2015 | News, Views & Markets

Faserproduktion übertrifft Verbrauch

Im April wurde die 15. Auflage der Studie „The Fiber Year 2015” präsentiert. Aus diesem Anlass hat die Industrievereinigung Chemiefaser e. V. (IVC), Frankfurt, die wichtigsten Branchendaten bekannt gegeben.
Während 2014 die Chemiefaserbranche in Deutschland eine Verminderung der Produktionsmengen um ca. 6 % erlebt, setzten Chemiefasern weltweit ihren Wachstumstrend weiter fort: Synthesefasern verzeichneten einen Anstieg von 5,0 % auf 57,1 Mio. t, maßgeblich getragen von Zuwächsen bei Polyester und Polyamid. Der Anstieg von Synthesefasern ist auf den Bereich der Filamentgarne zurückzuführen, da bei Stapelfasern die fünfjährige Wachstumsperiode zunächst ein Ende gefunden hat. Zellulosefasern haben mit einem Wachstum von 3,8 % erstmals in ihrer Historie die Marke von 6 Mio. t überschritten. Der Markt für Naturfasern erlebte mit 2,5 % den stärksten Jahresanstieg auf 30,5 Mio. t seit fünf Jahren, was insbesondere auf die stärkere Nachfrage nach Baumwolle zurückzuführen ist. Hervorzuheben ist hier ein enormer Lagerbestand, der 90 % des derzeitigen Jahresbedarfs umfasst. Die Produktion von Wolle blieb nahezu unverändert mit 1,1 Mio. t. Die weltweite Baumwollernte hat im fünften Jahr in Folge den weltweiten Verbrauch übertroffen, was letztmals Ende der 90er Jahre zu beobachten war. Nach Zulassung gentechnisch manipulierter Baumwolle ab 1996 ist ein rasanter Anstieg der Produktion zu vermerken. Gegenwärtig ist jedoch ein vergleichbarer Wachstumsimpuls nicht erkennbar und der Wettbewerb um Anbaufläche wird zunehmend härter.

Fasernachfrage
Das Wachstum der weltweiten Fasernachfrage im Jahr 2014 auf 93,7 Mio. t entspricht einer Zunahme gegenüber dem Vorjahr von 4,1 % und einem durchschnittlichen Pro-Kopf-Verbrauch von 13,1 kg textiler Materialien für Bekleidung, Heimtextilien, Teppiche und technische Textilien. Für Chemiefasern sind weltweite Angaben zu Lagerbeständen nicht verfügbar, allerdings deuten überraschend hohe Wachstumsraten der chinesischen Chemiefaserindustrie gleichfalls auf einen Angebotsüberschuss hin.

Regionale Chemiefaser-Produktion 
Die Volksrepublik China konnte ihre dominante Position weiter stärken nach einer Erhöhung der Produktionsleistung um 7,4 % auf nunmehr über 43 Mio. t. Die USA festigten ihre zweite Position nach leichtem Zuwachs um 0,7 % auf 2,9 Mio. t, da Indien einen fortgesetzten Rückgang im vierten aufeinanderfolgenden Jahr auf 2,7 Mio. t erlebte. Infolge äußerst günstiger Energiekosten erfreuen sich die USA derzeit an einem Investitionsboom, der sowohl im Ausmaß als auch in der Geschwindigkeit überrascht.

Handelsvolumen wächst
Nach letzten verfügbaren Informationen der World Trade Organisation (WTO) betrug der Textil- und Bekleidungsexport im Jahre 2013 rund 766 Milliarden US-Dollar. Die Handelsströme von 30 Ländern sowie der EU (28) für das Jahr 2014 lassen vermuten, dass der weltweite Export die Marke von 800 Mrd. US-Dollar zu überspringen verspricht. Während die chinesischen Exporte um 5,1 % auf 298 Mrd. US-Dollar zunahmen, konnte Indien seine Ausfuhren um 13,7 % auf 38 Mrd. US-Dollar erhöhen. Weitere zweistellige Wachstumsraten führender Exportländer waren in Bangladesch und Vietnam zu verzeichnen. Die dynamische Entwicklung insbesondere in Vietnam kann dem gegenwärtig verhandelten TPP-Freihandelsabkommen zugeschrieben werden.

www.thefiberyear.com

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