16. Juli 2015 | News, Views & Markets

Großes Potenzial für Industrie 4.0

Der Präsident des Branchenverbandes Südwesttextil, Bodo Th. Bölzle, am Mittwoch in Stuttgart: „Textilien
bieten wegen ihrer individualisierten Produktion großes Potenzial für das Thema Industrie 4.0“.

Quelle: Südwesttextil

Die baden-württembergische Textilindustrie setzt auf die vierte industrielle Revolution. Das betonte der Präsident des Branchenverbandes Südwesttextil, Bodo Th. Bölzle, am Mittwoch in Stuttgart. „Textilien bieten wegen ihrer individualisierten Produktion großes Potenzial für das Thema Industrie 4.0“. Schon heute sei man etwa bei der virtuellen Bekleidungsentwicklung sehr viel weiter, als viele dieser Traditionsbranche zutrauen würden. So wolle man bald Designer mit tatsächlich und virtuell anwesenden Kollegen am selben dreidimensionalen Modell arbeiten lassen. Um diese Entwicklung voranzutreiben, hat Südwesttextil jetzt beim Textilforschungsinstitut in Denkendorf eine Studie zu den Chancen der digitalen Revolution für die Textilindustrie in Auftrag gegeben. Hiervon erhoffe man sich einen Entwicklungsschub für die gesamte textile Wertschöpfungskette.

Mit der derzeitigen Stimmungslage der rund 200 Textil- und Bekleidungsunternehmen im Land zeigt sich der Verbandspräsident zufrieden. Zwar liege die Umsatzentwicklung in den ersten fünf Monaten nur bei knapp einem Prozent im Plus und verharre damit auf Vorjahresniveau. Dennoch seien die Erwartungen für die weitere wirtschaftliche Entwicklung in den nächsten Monaten positiv. Dazu trage das anhaltend gute Konsumklima im Inland ebenso bei wie die vergleichsweise gute Auslandsnachfrage. Fast 90 Prozent der vom Verband zur Jahresmitte befragten Unternehmen hätten sich zufrieden mit ihren im Ausland getätigten Geschäften geäußert. Dies gelte sowohl für den großen Bereich der technischen Textilien als auch für die Bekleidungshersteller.

Südwesttextil-Vizepräsident Hans Digel konstatierte, dass sich die Bekleidungsexporte in wichtige westeuropäische Absatzmärkte seit Jahresbeginn positiv entwickelt hätten. „Damit können viele Unternehmen ihre Rückgänge aus dem abgeflauten Russlandgeschäft wieder wettmachen“, so Digel.

Wirtschaftsdaten im Überblick

Die baden-württembergische Textil- und Bekleidungsindustrie erzielte im Jahr 2014 einen Umsatz von 7,26 Mrd. Euro. Dies ist ein Umsatzzuwachs von 4,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In Baden-Württemberg gibt es rund 200 Textil- und Bekleidungsunternehmen, die ca. 25 000 Arbeitnehmer beschäftigen.

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