22. Oktober 2014 | News, Views & Markets

Indischer Vliesstoffmarkt verzeichnet Wachstum

Pierre Wiertz: „Edana wird auf jeden Fall die Entwicklung der Vliesstoffindustrie in Indien mit allen geeigneten Maßnahmen unterstützen.“
Beim Techtextil Symposium 2014 in Mumbai, das am 16. und 17. Oktober stattfand, erinnerte Pierre Wiertz, Edana General Manager, in seiner Rede führende indische Industrieexperten und Vertreter der Lieferkette für technische Textilien und Vliesstoffe daran, dass das globale Wachstum der Vliesstoffproduktion viele andere Branchen schon seit Beginn des 21. Jahrhunderts (oder sogar noch länger) überflügelt. Allerdings blieb die Branche dabei oft hinter dem allgemeinen globalen Wirtschaftswachstum zurück.

„Daher sind Vliesstoffe einer der am schnellsten wachsenden faserverarbeitenden Branchenzweige, wenn nicht sogar der schnellste“, so Wiertz, „aber Vliesstoffe sind nicht ausschließlich Textilien, da sie aus vielen anderen Materialien wie Zellulose, Carbon oder Mineralfasern hergestellt werden können, nicht nur aus den klassischen ‘Textilfasern’.“

Beim Vergleich der verschiedenen Entwicklungsstadien der kontinentalen Standorte für die Produktion und den Verbrauch von Vliesstoffen, führte Wiertz aus, dass gerade zu dem Zeitpunkt, als die Weltbevölkerung im Jahr 2011 auf sieben Milliarden Menschen anstieg, sich auch der Pro-Kopf-Verbrauch von Vliesstoffen auf die beeindruckende, nie zuvor erreichte Menge von 1 kg erhöhte (die globale Vliesstoffproduktion erreichte 7 Millionen Tonnen). Da die Branche seitdem aber einen Wachstumsrückgang verzeichnet, wird es wohl mindestens bis 2021 dauern, bis diese symbolträchtige Zahl verdoppelt werden kann.

Indien muss aufholen
„Asien wird das schnellste Wachstum verzeichnen – aber während China bereits einen bemerkenswerten Verbrauch von über 1 kg/Kopf erreicht hat (obwohl das Land damit nach wie vor nur halb so viel verbraucht wie europäische Länder), muss Indien mit weniger als 300 g/Kopf noch aufholen“, fuhr Wiertz fort.

Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion waren sich einig, dass Indiens Vliesstoffproduktion von der derzeitigen Produktionsmenge von etwa 250.000 Tonnen künftig schnell wachsen wird, dass sich aber auch die Qualität und Verwendungszwecke ändern werden. Obwohl die meisten Spunlaid-Vliesstoffe von geringerer Qualität für Güter wie einfache Verpackungen verwendet werden, sollen sich die neuen Produktionskapazitäten für die Vliesstoffproduktion der nächsten Jahre vornehmlich an den Bedürfnissen Indiens großer Bevölkerung orientieren und den Produktbedarf in den Bereichen Hygiene, Medizin, Mobilität, Filtern, Bauwesen und Infrastruktur decken.

Insgesamt wurden die Chancen für die gesamte Wertschöpfungskette mit dem steigenden Bedarf an Hochleistungsmaschinen herausgestellt. Die heimische Produktion von Polymer- und Stapelfasern könnte bei dieser Entwicklung eine wichtige Rolle spielen. „Die Frage, wie Vliesstoffe und Produkte auf Vliesstoffbasis von den Verbrauchern, aber auch den Medien, Behörden und Meinungsbildnern wahrgenommen (oder ignoriert) werden, ist ebenfalls ein wichtiger Punkt, der Edana dazu motiviert, für die Mitgliedsfirmen des Verbandes tätig zu werden“, sagte Wiertz.

Kommunikation verbessern
„Wie überall muss auch in Indien die Kommunikation verbessert werden, um den positiven Beitrag, den Vliesstoffe für Mensch und Gesellschaft leisten, darzustellen und die Missverständnisse und Vorurteile über die Umweltbelastung durch Vliesstoffe auszuräumen.“

Geotextilien für Landwirtschaft und Straßenbau
Im Rahmen des Edana-Großprojekets „Life with Nonwovens“ wurden auf der diesjährigen Index die ersten beiden Produktkategorien vorgestellt. Dabei handelte es sich um Infografik-Poster zum Thema Feldabdeckungen und Geotextilien, welche die Vorteile von Vliesstofflösungen in der Landwirtschaft und im Straßenbau im Vergleich mit anderen Alternativen darstellen. Informationen dieser Art können in einem Land wie Indien einen wichtigen Beitrag zur Lösung des Kommunikationsproblems leisten.

Vorteil der Einwegprodukte erkennen
Allerdings müssen auch die Behörden und Regierungsorgane stärker über die geringe Umweltbelastung von Einweg-Vliesstoffprodukten in den Bereichen Hygiene und Medizin sowie über deren Kompatibilität mit modernisierten Abfallwirtschaftssystemen aufgeklärt werden.

„Edana“, sagte Wiertz abschließend, „wird auf jeden Fall die Entwicklung der Vliesstoffindustrie in Indien mit allen geeigneten Maßnahmen unterstützen.“ Vor diesem Hintergrund kündigte er eine große Edana-Vliesstoffkonferenz im ersten Quartal 2016 an, bei der es um die Marktentwicklung der wichtigsten Branchensektoren gehen wird.
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