08. Juli 2015 | News, Views & Markets

Nahtlose Filterschläuche reduzieren Feinstaub und verhindern Kontamination

Der Umwelttechnikpreis Baden-Württemberg in der Kategorie „Emissionsminderung, Aufbereitung und Abtrennung“ geht an die Junker-Filter GmbH aus Sinsheim. Ihre Zero-Filter-Designschläuche erreichen eine höhere Abscheideleistung und reduzieren speziell den PM 2,5 Feinstaubanteil, also Partikelgrößen von weniger als 2,5 Mikrometern. Darüber hinaus wird die Kontamination der abgeschiedenen Stäube durch Fasern oder Faserabrieb aus dem Filtermaterial verhindert.

Feinstaub entsteht überall, wo Stoffe verbrannt, gemahlen, verarbeitet, verpackt, also innerhalb einer Anlage pneumatisch bewegt werden. Filteranlagen sorgen an verschiedenen Zwischenstationen für die Abscheidung dieser Stäube. Das aufgefangene Material besteht nicht nur aus dem zu verarbeitenden Stoff, sondern wird beim Einsatz herkömmlicher textiler Filter mit Faserabrieb angereichert und kontaminiert. Diese durch den Filter verursachte Verunreinigung ist insbesondere in der Chemie, der Pharmazie und im Lebensmittelbereich unerwünscht und auf Basis europäischer Richtlinien gar zu unterbinden.

Das Zero-Filter-Design von Junker-Filter hat eine verbesserte Abscheideleistung und verhindert gleichzeitig die Verunreinigung. Während herkömmliche Schlauchfilter genäht werden und damit an jeder Naht unweigerlich Löcher aufweisen, die den Feinstaub zumindest teilweise passieren lassen, kommt für die Herstellung der neuartigen Schlauchfilter ein modifiziertes, auf diese Anwendung adaptiertes Spritzgussverfahren zum Einsatz.
Als gegossenes Produkt kommen sie ohne Nähte aus und verfügen darüber hinaus über versiegelte Schnittkanten sowie eingespritzte Böden.
Ihre Dichtungen werden zudem an die jeweilige Anlage angepasst. Diese Eigenschaften greifen genau da, wo es hauptsächlich zur Freisetzung von Feinstäuben aus Anlagen kommt: ungenügende Filterung, Leckagen und unvollständige Dichtungen.

Neben der Feinstaubreduktion trägt auch die ressourceneffiziente Produktion der neuartigen Filterschläuche zu ihrer Umweltleistung bei. Die Gussmassen bestehen aus elastischen Zwei-Komponenten-Duroplasten, die sich jeweils so genau dosieren lassen, dass sich der Rohstoffeinsatz um bis zu 10 Prozent reduziert. Der Wegfall von Nähgarn, textilen Böden und Dichtungen spart weiteres Filterrohmaterial. Die Entwicklung der Filterschläuche stützt sich auf Grundlagenforschung am Karlsruher Institute of Technology (KIT) durch das europäische Filterkonsortium.

Jürgen Junker, geschäftsführender Gesellschafter der Junker-Filter GmbH, hält diese Art von Vernetzung zum Zwecke der Entwicklung marktgerechter Produkte für unentbehrlich: „Als rohstoffarmes Land sind wir gefordert, unser gesamtes Innovationsvermögen zu nutzen. Nur wenn Hochschulen, Industrie und Politik an einem Strang ziehen, schaffen wir es, international gegenzuhalten.“

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