11. Januar 2016 | News, Views & Markets

Ostdeutsche Textilbranche deutlich im Aufwind

Die Textil- und Bekleidungsbranche der neuen Bundesländer setzt weiter auf Technische Textilien und befindet sich gegenwärtig im Aufwind. „Nach den vorläufigen Ergebnissen haben wir im Vorjahr einen Gesamtumsatz von 1,8 Milliarden Euro erreicht. Das sind 7,1 Prozent, also 119 Millionen Euro, mehr als 2014“, berichtete Bertram Höfer, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Nord-Ostdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie e. V. (vti) am 8. Januar 2016 im Sächsischen Textilforschungsinstitut (STFI), Chemnitz: „Auch beim Export konnten wir 2015 mit einem Plus von 11 Prozent bzw. 64,5 Millionen Euro deutlich zulegen. Unsere Unternehmen realisierten durchschnittlich 36 Prozent ihres Umsatzes im Ausland. Die Zahl der Beschäftigten ist stabil geblieben. Wir verdanken das gute Ergebnis vordergründig der konsequenten Ausrichtung vieler Produzenten auf den Zukunftsmarkt der Technischen Textilien. Immer mehr Produkt- und Verfahrensentwickler in anderen Branchen erkennen die Vorzüge dieser leichten, flexiblen und robusten Materialien, die oft mit mehreren Zusatzfunktionen ausgestattet sind. Sowohl Hersteller als auch Anwender profitieren von der engen Kooperation mit unseren renommierten Textilforschungsinstituten in Sachsen und Thüringen, die international zu den Trendsettern auf diesem Gebiet gehören.“

Wie Bertram Höfer betonte, werde die vom 31. Mai bis zum 2. Juni 2016 in Chemnitz stattfindende 6. mtex+ - Internationale Messe für Technische Textilien - das hohe Niveau der Branche unter Beweis stellen. Partnerland der Messe ist erstmals Tschechien. Im Unterschied zu den Vorgänger-Veranstaltungen, die Mobiltextilien vorbehalten waren, geht es künftig auf der mtex+ um textile Innovationen für alle Branchen. „Auch bei der Vermarktung unserer Produkte sind wir also in Richtung Zukunft unterwegs“, hob der vti-Hauptgeschäftsführer hervor: „So gibt es im Rahmen der 6. mtex+ eine vom vti initiierte Sonderschau zum Thema Gesundheitstextilien sowie ein Forum, bei dem sich Entwickler, Hersteller und Anwender aus der Gesundheitswirtschaft begegnen werden.“ 

Die ostdeutsche Textil- und Bekleidungsbranche erwirtschaftet mittlerweile reichlich die Hälfte ihres Umsatzes mit Technischen Textilien; 30 Prozent entfallen auf Heimtextilien und knapp 20 Prozent auf Bekleidung. Von den 16.000 Beschäftigten sind 12.000 in Sachsen und 2.500 in Thüringen tätig. Die Region gehört neben Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen zu den vier großen deutschen Textilstandorten. Der vti vereint 180 überwiegend mittelständische Textil- und Bekleidungsfirmen. Der als Tarif- und Sozialpartner fungierende Verband hatte sich erfolgreich für eine schrittweise Einführung des Mindestlohns in der ostdeutschen Branche eingesetzt. Dieser liegt seit 1. Januar 2016 bei 8,25 EUR. Ab Anfang 2017 gilt dann der bundesweit einheitliche Mindestlohn. Da in der Branche sowohl Fachkräfte als auch Auszubildende fehlen, ist der vti bereit, geeigneten Asylanten mit Aufenthaltsgenehmigung den Weg in interessierte Unternehmen zu ebnen, hieß es in einer bereits im Herbst 2015 veröffentlichten Erklärung. Allerdings müssten staatlicherseits die dazu nötigen Voraussetzungen geschaffen werden.
nach oben drucken RSS-Feed