14. Januar 2015 | News, Views & Markets

Umsatzwachstum

Die deutsche Textil- und Modeindustrie erwartet für 2015 weiterhin leicht steigende Umsätze. Das erklärte Dr. Uwe Mazura, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes textil+mode zum Auftakt der Heimtextil-Messe in Frankfurt. „Die Nachfrage nach Textilien der deutschen Industrie ist nach wie vor hoch. Insbesondere der Export entwickelt sich positiv.“

Leicht gestiegene Umsätze 2014
Ausweislich der aktuellen Daten bis einschließlich Oktober 2014 stiegen die Umsätze der deutschen Textil- und Modeindustrie zusammen um 1,9 Prozent an. Insbesondere im Segment der Technischen Textilien sind deutsche Unternehmen Weltmarktführer und behaupten ihre Spitzenposition durch innovative Produktentwicklungen. Nach einem guten Start des Jahres 2014 stagnierte die Konjunktur zunächst. Gründe dafür waren vor allem Unsicherheiten auf den internationalen Märkten. Auch die deutsche Textil- und Modeindustrie verzeichnet nachlassende Umsätze mit Russland, einem der wichtigsten Absatzmärkte der deutschen Branche mit einem Jahresumsatz von knapp einer Milliarde Euro im Jahr 2013. Ob die Umsatzzuwächse bis Oktober auch über das Gesamtjahr Bestand haben, bleibt abzuwarten: Die Umsatzzahlen für das Gesamtjahr 2014 werden erst Anfang März 2015 vorliegen.

Zwar sind aktuell positive Signale einer konjunkturellen Erholung erkennbar, zugleich bleiben die Indikatoren für die Marktentwicklung aber widersprüchlich: Einerseits erleichtert der niedrige Eurokurs das Exportgeschäft, andererseits bleiben die Risiken internationaler Konfliktherde bestehen. Dies erschwert konkrete Prognosen für den Umsatzverlauf 2015.

Stromkosten zu hoch

Als Hauptproblem für die Branche bezeichnet Dr. Uwe Mazura die nach wie vor viel zu hohen Strompreise in Deutschland: „Für unsere exportorientierte Industrie sind die deutschen Strompreise ein Wettbewerbskiller. Unsere internationalen Konkurrenten haben weit geringere Stromkosten und können deswegen günstiger anbieten. Wir brauchen eine deutlich anders strukturierte Finanzierung der Erneuerbaren Energien. Nur so kann der Strompreis für Industrie und Verbraucher auf ein erträgliches Maß gesenkt werden.“

Exportstarke Industrie braucht Freihandel
Unsere Unternehmen sind teilweise absurden Zollregelungen ausgesetzt: Besteht zum Beispiel ein in die USA exportierter Männeranorak im Wesentlichen aus Baumwolle, beträgt der Zollsatz 9,4 Prozent. Enthält er aber hauptsächlich Chemiefasern, dann liegt der Zollsatz bei mehr als 27 Prozent. Das ist höchst kompliziert und für kleine und mittlere Hersteller kaum noch zu überschauen. Unter Zöllen und anderen Handelshemmnissen leiden vor allem KMU in Deutschland erheblich. Deswegen brauchen sie Freihandelsabkommen.

Wohnen: Wohlfühlen wichtig
Positiv hat sich 2014 auch der Umsatz im Segment der Heimtextilien entwickelt. Bis einschließlich Oktober stieg er um 1,6 Prozent. 2013 erzielte die deutsche Industrie mit Haus- und Heimtextilien ein Umsatzvolumen von rund 3 Milliarden Euro. Eine gestiegene Nachfrage ist sowohl in Deutschland als auch im Ausland zu verzeichnen. „Zuhause wollen sich die Menschen wohlfühlen. Dazu tragen behagliche Teppiche, elegante Dekorstoffe und flauschige Badtextilien entscheidend bei. Auch intelligente Textilien spielen dabei eine immer größere Rolle“, erklärt Dr. Uwe Mazura.

Heimtextilien werden von deutschen Firmen zum größten Teil in Deutschland produziert. Die ökologisch und sozial verträgliche Produktion von Heimtextilien ist hier selbstverständlich und gewinnt auch im Bewusstsein der Kunden weiter an Bedeutung. Einige Hersteller spezialisieren sich auf ökologisch besonders hochwertige Produkte und tragen zu einem wachsenden Angebot bei.

Neuer Messestand des Gesamtverbandes textil+mode
Mit einem neuen Messestand präsentiert sich der Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie auf der heute beginnenden Heimtextil. Er wurde aus dem neuen Corporate Design entwickelt. Im Mittelpunkt stehen die Schwerpunktthemen der Branche: „Mit jeder Faser“ intelligent, anziehend, behaglich, lebenswichtig, bewegend, nachhaltig. Der Standort ist Halle 4.1 Foyer 05.


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