13. November 2014 | News, Views & Markets

Vergütungen der westdeutschen Textil- und Modeindustrie steigen in zwei Stufen um insgesamt fünf Prozent

In der Nacht zum 13. November 2014 einigten sich die Arbeitgeber der westdeutschen Textil- und Modeindustrie mit der IG Metall in Münster auf ein Tarifergebnis für die rund 100.000 Beschäftigten mit folgenden Eckpunkten:

Für die Monate Januar bis Mai 2015 erhalten die Beschäftigten Einmalzahlungen von 60 Euro je Monat. Die Vergütungen steigen zum 1. Juni 2015 um einen Sockelbetrag von 60 Euro im Monat und zum 1. Juni 2016 um weitere 2,4 Prozent. Die Laufzeit des Tarifvertrages beginnt am 1. November 2014 und endet am 31. Januar 2017. Um der unterschiedlichen wirtschaftlichen Situation der einzelnen Unternehmen Rechnung zu tragen, wurden Öffnungsklauseln vereinbart, mit denen das Tarifergebnis an die betriebliche Situation angepasst werden kann.

Ferner wurde ab dem 1. Januar 2015 mit einer Laufzeit bis zum 31. Januar 2017 die befristete Einführung einer verpflichtenden Altersteilzeit für maximal zwei Prozent der Belegschaft vereinbart. Die Tarifvertragsparteien verständigten sich außerdem darauf, einige ältere Tarifverträge zu modifizieren und der aktuellen Rechtslage anzupassen. Beide Seiten haben sich auf eine Erklärungsfrist bis zum 12. Dezember 2014 verständigt. Bis zu diesem Termin wird das Tarifergebnis in den regionalen Tarifkommissionen beraten und über die Annahme entschieden.

„Wir haben ein Ergebnis erzielt, das für die meisten unserer Betriebe die Grenze der Belastbarkeit markiert“, erklärt Wolfgang Brinkmann, Verhandlungsführer der Arbeitgeberseite. „Angesichts der seit Sommer stark eingetrübten wirtschaftlichen Lage schauen viele Unternehmen mit Besorgnis auf die weitere Entwicklung. Die steigenden Lohnkosten, einschließlich der Kosten für die verpflichtende Altersteilzeit, müssen nun trotz des unsicherer werdenden Auslandsgeschäfts erst einmal verdient werden.“

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