15. Juni 2015 | News, Views & Markets

Wachstum der weltweiten Chemiefaserproduktion ist ungebrochen

Am 12. Juni 2015 fand die jährliche Mitgliederversammlung der Industrievereinigung Chemiefaser e. V. (IVC) in Bobingen statt. Gastgeber des Treffens war die Trevira GmbH. Hier erfolgte turnusgemäß die Neuwahl des Schatzmeisters. So wurde Dr. Till  Boldt von der ENKA International GmbH & Co. KG (Wuppertal) für die nächsten drei Jahre als Schatzmeister der IVC bestätigt. Die Positionen des Vorsitzenden, Stefan Braun von der Dralon GmbH (Dormagen), sowie des Stellvertreters, Klaus Holz von der Trevira GmbH (Bobingen), standen in diesem Jahr nicht zur Neuwahl an.

Während der Mitgliederversammlung wurden die offiziellen Daten über das abgelaufene Geschäftsjahr sowie Ausblicke auf das laufende Jahr bekannt gegeben. Mit wenigen Unterbrechungen sei seit nunmehr einer Dekade das Wachstum der weltweiten Chemiefaserproduktion ungebrochen, während sich die Woll- und Baum­wollproduktion über die Jahre konstant verhalte. Der größte Wachstumsschub gehe dabei von den synthetischen Chemiefasern aus. Als Produktionsland baue die Volksrepublik China ihre Weltmarktstellung immer weiter aus, so dass sie im Jahr 2014 ein Anteil von 68 % erreichte.

Leider partizipierte die deutsche Chemiefaserbranche im letzten Jahr nicht vom Aufwärtstrend, sondern musste im Vergleich zum Vorjahr einen Produktionsrückgang von beinahe 5 % hinnehmen. Das bedeute jedoch nicht, dass in Deutschland im letzten Jahr weniger Fasern verarbeitet wurden. Im Gegenteil, die Faserverarbeitung konnte um 4,9 % gesteigert werden, wovon neben Wolle – speziell im Bekleidungsbereich - auch die Chemiefasern profitierten.

Diese Aussage stelle keinen Widerspruch zum gesunkenen Produktionsvolumen dar, sondern liege im Einsatz einer größeren Menge importierter Chemiefasern begründet, die um ca. 7 % gegenüber dem Jahr 2014 anstieg. Obwohl die Chemiefaserproduktion vornehmlich im asiatischen Raum zunahm, zeichne sich das nicht unmittel­bar in der Importstatistik für Deutschland ab. Hier sei trotz der gestiegenen Gesamtimportmenge der Anteil aus den einzelnen Regionen der Welt im Vergleich zum Vorjahr unverändert.

Im Vergleich zum Vorjahr gab es hinsichtlich der Einsatzbereiche von Fasern weder zwischen den Sektoren Bekleidung, Heimtextilien sowie Technik/Medizin/Hygiene prozentuale Verschiebungen, noch - bezogen auf die Art und den Anteil der verwendeten Faser - innerhalb dieser Sektoren.

Fazit des Mitgliedertreffens: Im Laufe der letzten Jahre habe jede Faserart ihren spezifischen Einsatzbereich gefunden. Prinzipielle Substitutionen zwischen Natur- und Chemiefasern würden in Deutschland zurzeit nicht stattfinden. Daran ändere auch das beobachtete Wachstum in der Faserverarbeitung nichts, es wirke sich gleichermaßen auf alle Faserarten aus. Jedoch werde das Chemiefaserwachstum nur durch Importe gedeckt, so dass hier von der deutschen Chemiefaserbranche noch Potenziale ausgeschöpft werden könnten.
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