29. Mai 2018 | Events & Dates

Köln - Treffpunkt der Hanfindustrie

Treffpunkt der Hanfindustrie im Juni in Köln
Auch die chinesische Automobilindustrie nutzt Hanffasern zum Leichtbau.
Quelle: Michael Carus

Die weltweit wachsende Hanfindustrie trifft sich jedes Jahr in Köln zur „International Conference of the European Industrial Hemp Association“ (www.eiha-conference.org) und 2018 am 12. und 13. Juni bereits zum 15. Mal. Wieder werden ca. 350 Teilnehmer aus 40 Ländern erwartet.

Auf der Konferenz werden die neuesten Entwicklungen aus allen Bereichen der Hanfindustrie präsentiert und diskutiert – vom Saatgut bis zum Endprodukt – und 20 Aussteller stellen ihre Technologien und Produkte zur Schau. Am Tag vor der Konferenz veranstaltet EIHA Expertenworkshops für Mitglieder, trifft Vertreter aus Kanada, USA und China und hält am Abend seine Vollversammlung ab.

Nutzhanf – große Nachfrage

Nachdem Hanf nach dem Zweiten Weltkrieg und mit der weltweiten Cannabisprohibition als Kulturpflanze fast vollkommen verschwunden war, werden heute in Canada, China und der Europäischen Union insgesamt wieder etwa 150.000 ha angebaut – schon in wenigen Jahrzehnten könnte nach Angaben der European Industrial Hemp Association die Millionengrenze erreicht werden.

Die Hanffasern werden in großen Mengen zum Leichtbau in der Automobilindustrie eingesetzt, in Dämmmaterialien und für dünne, reißfeste Papiere (Zigaretten und Bibelpapiere). Die Schäben, der verholzte Teil des Stängels, werden als Baumaterial und Tierstreu eingesetzt. Aber nicht nur in Europa erfreut sich Nutzhanf erheblicher Nachfrage. In Kanada entstand noch vor Europa eine dynamische Hanflebensmittelindustrie mit stetigem Wachstum. Im Jahr 2016 wurden in Kanada 34.000 ha Hanf angebaut und im Jahr 2017 sogar der neue Rekord von 56.000 ha erzielt. In diesem Jahr beginnt der Anbau von Nutzhanf in den USA, wo in den nächsten zehn Jahren zusätzliche 50.000 ha erwartet werden. Und auch in China, dem Mutterland des Nutzhanfes, wird Hanf vor allem für die Textilindustrie wieder eingeführt, um die Baumwollproduktion zu entlasten und später vielleicht sogar zu ersetzen. Im Nordosten von China gibt es große Programme, enzymatisch aufgeschlossene Hanffasern in die Textilindustrie einzuführen. Auch die chinesische Automobilindustrie nutzt Hanffasern zum Leichtbau. Insgesamt ist die Anbaufläche von 40.000 ha (2016) auf 47.000 ha (2017) angestiegen.

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