10. April 2019 | Applikationen | Medtech

Intelligente Garne

Silver-tech Anwendung in einem Schmerzgürtel
Silver-tech Anwendung in einem Schmerzgürtel
Quelle: AMANN
Die Einsatzgebiete leitfähiger Fäden sind vielseitig. Sie können Strom und Daten übertragen und so Auskunft geben etwa über die Belastung von Bauteilen, über Temperatur oder Feuchtigkeitsgehalt. Aufgestickt als Touch-Schalter am Autositz oder eingearbeitet in einer Schuhsohle ersetzen die intelligenten Fäden beispielsweise rohstoffintensive Plastikschalter und Kabel. Das macht sie nicht nur wesentlich umweltfreundlicher; sie sind zudem einfach zu verarbeiten und angenehmer zu greifen beziehungsweise tragen.

Leitende Funktion
Auch in der Medizintechnik kommen die Vorteile leitfähiger Garne zum Tragen: Als wesentlicher Bestandteil von Schmerzgürteln sorgt die Verarbeitung des leitfähigen Fadens Silver-tech für die Übertragung elektrischer Impulse zu den Nervenenden, was das Schmerzgedächtnis des Patienten positiv beeinflusst. Neben neuen Anwendungsfeldern spielen auch verschiedene Verarbeitungsmethoden eine wichtige Rolle. Längst werden die Garne nämlich nicht mehr nur vernäht oder verstickt – das leitfähige Garn Steel-tech beispielsweise lässt sich direkt in das Gewebe verwirken und übernimmt die Funktion einer RFID-Antenne, die zum Beispiel die Anzahl von Waschgängen eines Kleidungsstücks erfasst. Ebenso eignen sich die leitfähigen Garne als Drucksensor, der in Verbundwerkstoffen integriert wird und so Belastungsdaten erfassen kann.

Leicht und platzsparend
Intelligente Fäden können nicht nur sperrige Teile platzsparend ersetzen, sie sind zudem auch besonders leicht. Das macht sie vor allem für Zukunftstechnologien wie die Elektromobilität oder den Leichtbau zu attraktiven Materialien. Gerade auch in der Vermeidung schwer recycelbaren Materials wie Plastik oder anderer Kunststoffe tragen die Fäden wesentlich zur Nachhaltigkeit von Bauteilen und Produkten bei.

Redigiert von Petra Gottwald

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