12. April 2018 | News, Views & Markets

VTB: Dr. Sandler zieht positive Bilanz und kritisiert Reformstau des Gesetzgebers

Mitgliederversammlung VTB
Verbandspräsident Dr. Christian Heinrich Sandler zieht für die Branche positive Bilanz und kritisiert Reformstau des Gesetzgebers
Quelle: VTB

Der Verband der Bayerischen Textil- und Bekleidungsindustrie e. V. (VTB) hat auf seiner Mitgliederversammlung in Neumarkt in der Oberpfalz eine positive Bilanz gezogen. Laut VTB-Präsident Dr. Christian Heinrich Sandler konnte der Umsatz im Textil- und Bekleidungsgewerbe in Bayern 2017 um 0,5 Prozent auf über 4,5 Milliarden Euro leicht gesteigert werden.

Im Textilgewerbe sank der Umsatz in Bayern um 1,2 Prozent leicht. Hingegen verzeichnete der Bereich Bekleidung ein Umsatzplus von 2,7 Prozent und lag damit 0,2 Prozentpunkte über dem Bundesschnitt. Im Bekleidungssektor planen 84,6 Prozent der Unternehmen Investitionen, im Textilgewerbe sogar 90,5 Prozent. Für 2018 scheint sich insgesamt ein positives Bild abzuzeichnen. 83,3 Prozent der Unternehmen der Bekleidungsindustrie beurteilen das laufende Jahr als besser oder zumindest gleichbleibend gegenüber dem Vorjahr, in der Textilindustrie waren es sogar 88,3 Prozent. Damit die Branche weiterhin robust bleibt, müssen die entsprechenden politischen Rahmenbedingungen geschaffen werden, fordert der VTB.

Sandler kritisierte insbesondere die enttäuschend verlaufende Energiewende: „Die Kosten der Energiewende laufen aus dem Ruder. Statt überambitionierte Alleingänge sollten wir endlich gemeinsam mit unseren Nachbarländern ein europäisches Energiekonzept erarbeiten.“ Auch Planungen, die sachgrundlose Befristung von Arbeitsverträgen einzuschränken, sind dem VTB-Präsidenten ein Dorn im Auge. In der Industrie hatten 2016 nur 6,7 Prozent der Beschäftigten einen befristeten Arbeitsvertrag.

Befristet wird nach Sandlers Worten vor allem im Wissenschaftsbetrieb. An die neue Bundesregierung richtete der VTB-Präsident den Appell, eine mutige und entschlossene Wirtschaftspolitik anzustoßen, die im globalen Wettbewerb besteht und mittelfristig den Wohlstand in Bayern, Deutschland und Europa sichert: „Wenn die Politik jetzt nicht aufwacht, werden viele Investitionsentscheidungen der Unternehmer in den nächsten Jahren gegen den Standort Deutschland fallen“, so Sandler.

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