10. August 2017 | Events & Dates

Kohlefaserverstärkte Kunststoffe im Kommen

Kohlefaserverstärkte Kunststoffe
Gute Prognosen für das Bauwesen
Quelle: COMPOSITES EUROPE
Die Bau- und Konstruktionsindustrie ist der wichtigste Wachstumsmarkt für faserverstärkte Kunststoffe. Laut der „9. Composites-Markterhebung“ der Wirtschaftsvereinigung Composites Germany hat sich kein anderes Anwendungsfeld so dynamisch entwickelt. Die COMPOSITES EUROPE spiegelt diese Entwicklung vom 19. bis 21. September 2017 in Stuttgart wider und widmet einen ganzen Messetag dem Thema Bau und Konstruktion in der Verbundwerkstoff-Welt.

Damit greift die Messe ein zentrales Thema der Branche auf: 45 Prozent der befragten Unternehmen gehen von einem Wachstum des Anwendungsbereichs Infrastruktur / Bau aus. Zuletzt waren es noch 35 %. Der zunehmende Einsatz von Verbundwerkstoffen betrifft dabei nicht nur die glasfaserverstärkten Kunststoffe (GFK), die im Bauwesen bereits seit Jahren dominant sind. Im Kommen sind auch kohlefaserverstärkte Kunststoffe (CFK). Deren weltweiter Verbrauch soll sich laut „Composites-Marktbericht 2016“ von CCeV und AVK bis zum Jahr 2022 auf 12.100 Tonnen verdoppeln.

Carbonbeton: Lebenszykluskosten sprechen oft für CFK
Ein hohes Potenzial für die Zukunft liegt bei carbonbewehrtem Beton, kurz: Carbonbeton. Dank dieser neuen Komponente lassen sich dünnere, filigranere Bauteile konstruieren. „Bereits Mitte der 1990er Jahre starteten wir mit Entwicklungen zum Carbonbeton“, erinnert sich Dr. Walter Begemann, Projektleiter der VDMA Arbeitsgemeinschaft Hybride Leichtbau Technologien aus Frankfurt am Main. Bis sich die neue Technologie durchsetzte, dauerte es aber lange. „Erst 2016 erhielten Ingenieure der Technischen Universität Dresden von dem damaligen Bundespräsident Joachim Gauck den Deutschen Zukunftspreis für den Ersatz des in Beton eingegossenen Bewehrungsstahls durch ein Geflecht aus Carbon“, so der promovierte Physiker und ehemalige Geschäftsführer des Forschungskuratoriums Textil e.V.

Carbonbeton wird laut „Composites-Marktbericht 2016“ besonders bei Verstärkungen – beispielsweise zur Reparatur von Brücken oder anderen Bauwerken eingesetzt. Hier spielt auch der Mehrpreis mit Blick auf Lebenszykluskosten oft keine Rolle. „Der im Vergleich zum Stahlbeton hohe Preis wird zum Teil durch günstigere und zeitsparende Montagearbeiten, leichteren Transport und eine nachhaltige Stabilisierung von Bauwerken ausgeglichen“, heißt es im Marktbericht.

Focus Day Building and Construction
Konstrukteure, Ingenieure, Techniker und Einkäufer mit dem Anwendungsschwerpunkt Bau und Konstruktion sollten sich den 20. September für ihren Messebesuch vormerken. Der Focus Day Building and Construction zeigt, wie sich Verbundwerkstoffe solo oder in Kombination mit anderen Materialien für die Bau- und Konstruktionsbranche nutzen lassen. Das zeitlich aufeinander abgestimmte Programmangebot des Thementages startet um 10 Uhr auf dem COMPOSITES FORUM in Halle 6 an Stand B76. Fachvorträge behandeln hier die Grundlagen, Trends und Innovationen von Composites im Bau- und Konstruktionssektor. Die Teilnahme ist kostenlos.

Aussteller, die auf der Messe ihre Dienstleistungen und Produkte für das Anwendungsgebiet Bau und Konstruktion vorstellen, können die Messebesucher anschließend von 13:30 bis 14:30 Uhr bei einer einstündigen und kostenlosen Guided Tour kennenlernen. Besucht werden Hexion, Röchling, SAERTEX, Toho Tenax und Vosschemie. Interessenten sollten sich rechtzeitig zur erfahrungsgemäß schnell ausgebuchten Guided Tour anmelden: www.composites-europe.com/guided-tours.

Lightweight Technologies Forum: Materialübergreifende Schnittstelle
Auch das Lightweight Technologies Forum richtet sich thematisch an den Bau- und Konstruktionssektor. Das kombinierte Ausstellungs- und Vortragsforum dient unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie als materialübergreifende Schnittstelle von Metall- und Faserverbund-Technologien in Strukturbauteilen. In anwendungsorientierten Themenblöcken referieren Experten aus der Praxis auch zu aktuellen Fragestellungen rund um Materialverbünde in der Architektur.

Hierauf freut sich Dr. Begemann, als langjähriger Composites-Freund, besonders: „Die COMPOSITES EUROPE bietet Besuchern einen intensiven Ideenaustausch, der detailliert auf die technischen Inhalte eingeht. Ich finde, es ist ein sehr guter Ansatz, dass das Lightweight Technologies Forum (LTF) auch Ausstellern von Leichtbau-Lösungen für andere Werkstoffe eine Darstellungsplattform bietet. Es geht nämlich in Stuttgart nicht nur um Composites oder um den Wettstreit mit anderen Materialien, sondern um ein Miteinander aller Leichtbau-Werkstoffe.“
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