13. August 2019 | Research & Development

Carbonfasern aus Buchenholz

Carbonfasern aus Buchenholz
Vertreter aus Wissenschaft und Politik im High Performance Fiber Center, dem modernen Zentrum für Hochleistungsfasern an den DITF. (Vordere Reihe v. re.:) Minister Peter Hauk mit Professor Michael R. Buchmeiser und Peter Steiger (beide Vorstand der DITF) und den Bereichsleitern Dr. Frank Hermanutz und Dr. Erik Frank.
Quelle: DITF

Das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg hat am 9. August in Denkendorf mit den Deutschen Instituten für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF) eine Forschungskooperation vereinbart. Im geplanten Forschungszentrum für Laubholz werden die Wissenschaftler der DITF an Carbonfasern aus Buchenholz forschen. Landwirtschaftsminister Peter Hauk hat sich vor Ort über die Arbeit der DITF informiert.

Acht Forschungsteams
Das Forschungszentrum wird acht Forschungsteams aus unterschiedlichen Instituten vernetzen und dient als Schnittstelle zur Industrie. Aufgabe der DITF ist es, ökonomische und ökologische Herstellungsverfahren für aus Buchenholz hergestellte Zellulose- und Ligninfasern für technische Anwendungen zu entwickeln. In energiesparenden, leichten Fahrzeugen werden Faserverbundwerkstoffe mit Carbonfasern eingesetzt, da diese hitzebeständig und belastbar sind.

Mit Carbonfasern verstärkte Materialien gewinnen nicht nur im Fahrzeugbau und in der Raumfahrt, sondern auch im Bauwesen sowie in vielen anderen Branchen zunehmend an Bedeutung. Allerdings sind Carbonfasern derzeit noch sehr teuer. Bisher werden diese Fasern in erster Linie aus Polyacrylnitril hergestellt. Dieser Ausgangsstoff basiert auf Erdöl und ist giftig; auch entstehen bei der Verarbeitung giftige Abgase, die gereinigt werden müssen. Dies sowie ein energieintensiver Prozess machen das Verfahren sehr kostspielig und ökologisch unattraktiv.

Alternative Buche
Hier ist die Buche eine geeignete Alternative. Den DITF ist es im Labormaßstab bereits gelungen, aus Buchenzellstoff und Buchenlignin mit einem neuen, energie- und kostensparenden Verfahren Carbonfasern herzustellen. Damit ist die Nutzung des Buchenholzes nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll. Diesen Forschungsschwerpunkt werden die DITF in das Forschungsteam 6 des „Technikum Laubholz“ einbringen.

Redigiert von Angelika Hörschelmann

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