10. April 2018 | Research & Development

Experten für DIN-Arbeitsausschuss Abstandstextilien gesucht

DIN sucht Experten für die Mitarbeit im neu zu gründenden Arbeitsausschuss „Prüfgeräte und Prüfmethoden für Abstandstextilien“.

Abstandstextilien bestehen aus zwei parallelen textilen Flächen, die durch Polfäden miteinander verbunden werden und dadurch eine dreidimensionale Struktur aufweisen. Diese Abstandstextilien können als Gewebe, Gewirke oder Gestricke gefertigt werden. Abstandstextilien finden sich überall, wo eine erhöhte Luftzirkulation oder ein Komforteffekt durch die polsternde Struktur gewünscht ist. Sie kommen in medizinischen Textilien (z.B. Orthesen), im Automobil (z.B. Klimakomfortschicht), bei Heimtextilien (z.B. Stuhlbezug), in Bekleidung (z.B. BHs) sowie in Schutz- und Sportbekleidung zum Einsatz.

Prüfnormen für Abstandstextilien
Abstandstextilien sind ein vergleichsweise neuer, wachsender Markt, insbesondere in Europa und Deutschland. Die Prüfnormen zur Bestimmung der mechanischen Eigenschaften der Textilien haben sich seit den 90er Jahren nicht geändert. Dementsprechend gibt es bis heute keine geeigneten Prüfnormen und -methoden für Abstandstextilien. Die existierenden Prüfverfahren verfälschen durch ihre Nutzung die Ergebnisse der mechanischen Eigenschaften der Abstandstextilien.

Der DIN-Normenausschuss Textilnorm gründet im Herbst 2018 den neuen Arbeitsausschuss „Prüfgeräte und Prüfmethoden für Abstandstextilien“, der Prüfverfahren für dreidimensionale Textilien in Normen und Standards überführen soll. Die Experten des Ausschusses werden neue Prüfmethoden und Prüfgeräte entwickeln, um Abstandsstrukturen vergleichbar mit den konventionellen textilen Strukturen prüfen zu können. Genormte Prüfverfahren von Abstandstextilien nutzen Prüfgerätehersteller, Prüfinstitute und Abstandstextilhersteller sowie Endanwender.

Interessierte Experten haben noch bis 30. September 2018 Zeit, sich für eine Mitarbeit bei DIN unter astrid.sauer@din.de anzumelden.

Als Projektpartner für die Arbeit des neuen Arbeitsausschusses stehen bereits das Institut für Textiltechnik der RWTH  Aachen, HK Konstruktion und die Ingema GmbH fest. Gemeinsam werden sie die technischen Arbeitspakete von der Analyse und Konzeptentwicklung zur Anpassungen der Prüfverfahren über die Konstruktion und Umsetzung der Prüfvorrichtungen bis hin zur Validierung der Prüfmethoden und Feinjustierung sowie Ringversuche realisieren.

Redigiert von Petra Gottwald

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