16. Mai 2017 | Fibers & Filaments

Neue Potenziale für High-Performance-SMC

RWTH Aachen Campus
Kompetenzen und Hardware entlang der gesamten SMC-Prozesskette sind auf dem RWTH Aachen Campus vertreten.
Quelle: Campus GmbH/ Steindl

SMC (Sheet Molding Compound) ist seit Jahren die erste Wahl, um Metallkomponenten zu ersetzen. Um zusätzliche Gewichtseinsparungen sowie eine Reduktion der CO₂-Emissionen zu erzielen, wird jedoch eine neue Generation von High-Performance-SMC (HP-SMC) notwendig, die aus kurzen oder kontinuierlichen faserverstärkten Systemen mit entweder Karbon- oder Glasfasern und speziellen Harzmassen besteht. Die SMC-Hochleistungsvariante zeichnet sich durch einen hohe Anzahl an Wechselwirkungen zwischen Material und Prozess aus, die Herausforderung und Chance zugleich sind.

Die konsortiale Markt- und Technologiestudie zu High-Performance SMC des AZL (Aachener Zentrum für integrativen Leichtbau) und IKV zielt darauf ab, das Verständnis dieser Wechselwirkungen zu weiten, indem detailliertes Wissen zu SMC-Anwendungen und -Technologie, zentralen Herausforderungen und technologischen Lösungen zur Etablierung einer neuen SMC-Generation geboten wird. Dieses Wissen bietet die Basis, um Design-Richtlinien auszuarbeiten, zielgerichtete Entwicklung voranzutreiben und neue Geschäftsmöglichkeiten zu eröffnen.

Studie inspiriert durch Arbeitskreis des internationalen AZL-Partnernetzwerks
Umfang und Inhalt der Studie wurden in enger Zusammenarbeit mit der industriellen AZL-Workgroup entwickelt, die 2016 in einem initialen Workshop begründet wurde mit mehr als 60 Teilnehmern aus der Industrie, einschließlich mehrerer Automobil-OEMs wie Audi, BMW, Ford, Hyundai, MAN, Toyota und Volkswagen. Während mehrerer darauffolgender Meetings definierte der Arbeitskreis gemeinschaftliche Forschungs- und Entwicklungsinitiativen zum Aufbau eines „Werkzeugkastens“ für High-Performance-SMC, unter anderem die gemeinsame Markt- und Technologiestudie.

Die 12-monatige Studie ist als Konsortialstudie konzipiert und bezieht Firmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette ein. Dieser Ansatz ermöglicht es den Teilnehmern, vom Wissen aller Studienpartner und einbezogener Experten zu profitieren. Studienteilnehmer sind aktiver Teil der Studien und können den Verlauf entsprechend ihres Bedarfs beeinflussen.

Anwendungsfälle, Wertschöpfungsketten
Basierend auf dem aktuellen Stand der SMC-Technologie werden Anwendungsfälle und Wertschöpfungsketten mit Blick auf High-Performance-SMC sowie eine Auswirkungsanalyse (FMEA) für spezifische Produktions- und Anwendungsszenarien abgeleitet. Ziel ist es dabei, existierende, derzeit angewendete Technologien sowie ihre Eignung für Hochleistungsprozesse zu bewerten. Etablierte Best-Practice-Lösungen werden ebenfalls dargestellt. Verbleibende Herausforderungen und ihre Wechselwirkungen entlang der Wertschöpfungskette werden zu Handlungsfeldern für zielgerichtete Entwicklung im Bereich Hochleitungs-SMC gebündelt. Basierend auf detaillierten Technologiestudien werden neue Szenarien entwickelt, um zentrale Herausforderungen zu lösen und relevante Informationen für die Produkt- und Service-Entwicklung der beteiligten Formen zu bieten. AZL und IKV identifizieren und bewerten, welche Produkte, Materialien und Technologie aus anderen technologischen Bereichen potenzielle Lösungen bieten. Als Ausgangspunkt für neue Geschäftsoptionen, wird ein Marktüberblick erstellt und Wertschöpfungsketten und Anbieter derartiger neuartiger Lösungen aufgewiesen. Die Studie stellt somit die Grundlage dar für gemeinsame Entwicklungen auf dem Weg zu High-Performance-SMC in der breiten industriellen Anwendung.

Firmen entlang der gesamten SMC-Wertschöpfungskette sowie Firmen mit einem Interesse, in den SMC-Markt einzusteigen, sind eingeladen, an der konsortialen Markt- und Technologiestudie zu High-Performance-SMC teilzunehmen. AZL-Partnerfirmen und Mitglieder der IKV-Fördervereinigung können zu einer reduzierten Gebühr an der Studie teilnehmen. Die Definition des Konsortiums sowie finale Informationen zum Inhalt und Ansatz der Studie werden während einer Informationsveranstaltung während des dritten Treffens der High-Performance-SMC-Workgroup am 31. May 2017 in Aachen gegeben. An der Informationsveranstaltung und am Workgroup-Meeting können alle interessierten Firmen teilnehmen. Die Deadline zur Beteiligung an der Studie ist der 15. Juni 2017.

www.lightweight-production.com/go/hp-smc-study

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