08. August 2018 | Fibers & Filaments

Lenzing: solide Geschäftsentwicklung im 1. HJ 2018

Management von Lenzing
Management von Lenzing
Quelle: Lenzing AG/Christian Leopold
Die Umsatzerlöse verringerten sich im Vergleich zum ersten Halbjahr des Vorjahres um 6,4 Prozent auf 1.075,4 Mill. Euro. Dieser Rückgang ist in erster Linie auf ungünstigere Währungsrelationen zurückzuführen. Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) ging insbesondere aufgrund der Preissteigerungen bei Schlüsselrohstoffen und gestiegener Energiepreise um 28,1 Prozent auf 194,8 Mill. Euro zurück. Die EBITDA-Marge sank von 23,6 Prozent im ersten Halbjahr 2017 auf 18,1 Prozent im ersten Halbjahr 2018. Das Betriebsergebnis (EBIT) ging um 37 Prozent auf 128,7 Mill. Euro zurück, was zu einer niedrigeren EBIT-Marge von 12 Prozent (1. Halbjahr 2017: 17,8 Prozent) führte.

Fokus auf nachhaltige Produkte
Als Vorreiter bei nachhaltigen Faserlösungen engagiert sich die Lenzing-Gruppe für höhere Standards in den Textil- und Vliesstoffbranchen. Um diese Vision zu verwirklichen, werden bis 2022 mehr als 100 Mill. Euro in nachhaltige Fertigungstechnologien und Produktionsanlagen investiert. Lenzing wird dazu bis zu 30 Mill. Euro in eine weitere Pilotlinie für die Produktion von Tencel Luxe Filamenten (Endlosgarnen) am Standort Lenzing investieren. Zudem führte das Unternehmen den umweltbewussten Prozess zur Herstellung von Viskosefasern der Marke Lenzing Ecovero auch an seinem chinesischen Standort ein.

Ausblick
Laut Unternehmensangaben ist an den Fasermärkten mit einer weiterhin positiven, allerdings nach wie vor volatilen Entwicklung zu rechnen. Die steigende Nachfrage nach Baumwolle sollte die Preise trotz höherer Produktion unterstützen. Die Polyesterfaserpreise sind nach dem Anstieg der vergangenen Jahre auf einem stabilen Niveau.

Die starke Nachfrage im für Lenzing relevanten Marktsegment der holzbasierten Cellulosefasern hält an. Nach Jahren geringerer Kapazitätsausbauten in der Viskoseindustrie kommen nun in den Jahren 2018 und 2019 signifikante zusätzliche Volumina auf den Markt. Dies hat zur Folge, dass die Preise für Standardviskose unter Druck bleiben werden. Die Lenzing-Gruppe sieht sich angesichts dieser Marktentwicklung in der gewählten Konzernstrategie sCore TEN bestätigt und wird deren Umsetzung mit dem fokussierten Wachstum im Bereich der Spezialfasern weiterhin konsequent vorantreiben.

Für das zweite Halbjahr 2018 prognostiziert die Lenzing-Gruppe unverändert herausfordernde Marktbedingungen. Neben dem Preisdruck auf Standardviskose befinden sich die Preise einiger Schlüsselrohstoffe wie der Natronlauge weiter auf sehr hohem Niveau und die Währungskurse bleiben volatil. Das Spezialfasergeschäft sollte sich weiterhin sehr positiv entwickeln. Vor dem Hintergrund dieser Rahmenbedingungen ist die Lenzing-Gruppe mit der bisherigen Ergebnisentwicklung durchaus zufrieden, aber unterstreicht ihre Einschätzung, dass das Ergebnis für das Jahr 2018 unter den hervorragenden letzten beiden Jahren liegen wird.

Redigiert von Petra Gottwald

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