01. Dezember 2017 | Applikationen | Agrotech

Ölleinfasern – vielseitig einsetzbar

Ölleinfasern dienen als wichtiger Rohstoff und sind vielseitig einsetzbar
Nützliche Pflanzen: Das internationale Forschungs- und Entwicklungsprojekt Linokas zur Gewinnung und technischen Nutzung von Ölleinfasern startete im November 2017.
Quelle: Sachsen-Leinen e.V.

Die deutsche Automobilindustrie hat sich seit 20 Jahren zu einem der größten Verarbeiter von Naturfasern entwickelt. Verwendet werden Flachs, Hanf und andere (sub)tropische Fasern zur Herstellung von Innenraumverkleidungen. Auch der Baustoffsektor ist an natürlichen umweltfreundlichen Rohstoffen interessiert. Auch Ölleinfasern dienen hier als wichtiger Rohstoff und sind vielseitig einsetzbar.

Im F&E-Projekt Linokas werden unter Koordinierung des Sachsen-Leinen e.V. aus Leipzig/Markkleeberg deutsche und kasachische Partner aus Landwirtschaft, Industrie und Forschung speziell angepasste Verfahren entwickeln, um aus dem derzeitigen landwirtschaftlichen „Problemstoff“ Ölleinstroh einen industriell nutzbaren Faserrohstoff und beispielhaft ein Bauprodukt herstellen zu können. Kasachstan hat sich in den letzten Jahren zu einem der weltweit bedeutendsten Ölleinsaat-Produzenten und Exporteure entwickelt. Öllein wird dort angebaut, um den Boden aufzulockern. Andererseits stellt das faserhaltige, schwer verrottbare Ölleinstroh nach dem Winter die Bauern vor große Probleme bei der Aussaat der Folgefrucht. Derzeit wird auf einem Großteil der ca. 300.000 ha Anbaufläche das Ölleinstroh unkontrolliert auf dem Feld verbrannt.

Der Projektansatz ist daher so praxisrelevant, weil kein spezieller Anbau von Faserpflanzen im Flächenwettbewerb mit Lebensmittel- oder Futterkulturen erfolgt. Das Ausgangsmaterial Faserstroh fällt als Koppelprodukt an. Die Lösung eines bisher eminenten Umweltproblems führt so sogar zu zusätzlichen Erlösen. Die industriellen Verarbeiter haben mit Flachsfasern, gewonnen derzeit aus dem genetisch gleichen Faserlein, bereits Erfahrungen. Eine Substitution beziehungsweise Ergänzung in der laufenden Produktion ist realistisch.

Das dreijährige Vorhaben startete im November 2017 und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmenprogramm Forschung für nachhaltige Entwicklung (Fona 3) in der Fördermaßnahme Client II – Internationale Partnerschaften für Nachhaltige Innovationen gefördert.

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