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Die FILTECH bewegt die Branche

Die Filtrationsindustrie ist stetig im Wandel und gewinnt immer mehr an Bedeutung. Die FILTECH begleitet seit jeher die Entwicklung dieser Branche – und der Unternehmen, die sich ihren Herausforderungen stellen. Beispiel: die Sandler AG.

Quelle: Sandler
Vor 50 Jahren begann der Vliesstoffhersteller Sandler aus Schwarzenbach/Saale mit der Fertigung synthetischer Vliesstoffe. Nur wenige Jahre später - ab 1970 - wurden diese erstmals in die Filtrationsindustrie geliefert. Sie fanden beispielsweise Verwendung als Haushaltsfiltermedien in Dunstabzugshauben. Die Grobstaubfiltermedien waren der Einstieg in einen dynamischen, von Prüfnormen und Klassifizierungskriterien geprägten Markt. Von Beginn an setzte das Unternehmen auf die Verwendung synthetischer Fasern und sortenreine Materialkompositionen. Nach und nach wurde das Produktspektrum erweitert.
Quelle: Sandler

Ende der 1990er Jahre investierte Sandler in eigene Meltblown-Anlagen - der Startschuss für synthetische HVAC-Filtermedien made in Schwarzenbach und gleichzeitig der erste Schritt zur Weiterentwicklung der Feinfasertechnologie. Zug um Zug baute man die Produktionsmöglichkeiten aus, um auch mehrlagige Filtermedien herstellen zu können. Die Entwicklung der Submicron-Technologie ermöglichte die Einbindung von Feinstfasern unter 1 µm Durchmesser. Diese extrem feinen Fasern erhöhen die innere Oberfläche der Synthetikmedien - und somit auch die effektive Filterfläche.  Damit vereinen Sandler Filtermedien hohe, langzeitstabile Abscheideleistung und niedrige Druckdifferenz. Im Mehrlagenverbund ermöglichte diese Technologie die Entwicklung von Tiefenfiltermedien mit Vorfilter und Feinfilterschichten für unterschiedliche Anwendungsgebiete.

In dieser Wachstumsphase boten Besuche der FILTECH bereits Gelegenheit zum Networking. Anfang der 1990er präsentierte sich das Unternehmen dann erstmals als Aussteller mit einem kleinen Infostand auf der Messe. Hier waren von Filtermedienherstellern, über Maschinenbauer und Filterkonfektionäre, bis hin zu Konsumgüterherstellern namhafte Unternehmen vertreten, tauschten sich über aktuelle Themen in der Industrie aus und knüpften Kontakte zu anderen Branchenakteuren. Damit bot die Messe eine ideale Präsentations- und Informationsplattform für Neuentwicklungen und neue Anwendungen.

Alles aus einer Hand

Quelle: Sandler

Anfang der 2000er Jahre erschloss Sandler Anwendungsbereiche in der Automobilfiltration für sich und baute in den folgenden Jahren sein Produktspektrum an Filtervliesstoffen zu einem der umfangreichsten Angebote der Branche aus: Im Automobil filtern faltfähige Kabinenluftfiltermedien nicht nur Staub, sondern auch Pollen und Pilzsporen aus der Luft. Motorluftfilter aus Vliesstoff filtern auch bei hohen Betriebstemperaturen zuverlässig und ermöglichen dank hoher Staubspeicherfähigkeit eine lange Standzeit. Synthetische Kraftstofffiltermedien separieren Wasser und Verunreinigungen aus dem Kraftstoff, um den Motor zu schützen. Im Haushalt gilt: Papier ist out, Vlies ist in. Synthetische Staubsaugerbeutel überzeugen mit hervorragender Filterwirkung, Reißfestigkeit und Beständigkeit gegenüber Feuchtigkeit. In der Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik sorgen Taschenfiltermedien und faltfähige Filtermedien für reine Luft zum Atmen in Industriegebäuden, öffentlichen Einrichtungen, Wohnräumen oder Krankenhäusern. Und auch OP-Masken profitieren von der Effizienz synthetischer Filtervliesstoffe zur Erhaltung unserer Gesundheit.

Die Filtermedien, hergestellt ohne chemische Bindemittel oder andere Additive, etablierten sich nach und nach als textile Alternative. Neben der Filterleistung prägen dabei in allen Anwendungsbereichen die Themen Energieeffizienz und Nachhaltigkeit seit jeher die Produktentwicklung. Die Recyclingfähigkeit sortenreiner Synthetikfiltermedien und die Reduzierung des Energieverbrauchs in der Filteranlage durch hohe Luftdurchlässigkeit und niedrige Druckdifferenzen stehen für Sandler im Fokus.

Neuheiten & Trends

Die FILTECH bot dabei immer eine optimale Plattform, Produktneuheiten vorzustellen und sich über Trends zu informieren. Auch neue Anwendungsgebiete, beispielsweise Filtermedien für Batterieseparatoren, werden hier erstmals in der Branchengemeinschaft vorgestellt und diskutiert. Der Adressatenkreis wuchs stetig an und ließ die Messe zu einem international gefragten Event werden. Mit dem Umzug nach Köln ergaben sich für die Teilnehmer noch bessere Möglichkeiten im Standbau und der Produktpräsentation. Aussteller und Gäste aus unterschiedlichsten Industriezweigen - von der Luft- und Raumfahrttechnik bis hin zur holzverarbeitenden Industrie - informieren sich hier über die neuesten Entwicklungen für reine Luft. Allein in den vergangenen zehn Jahren stieg die Zahl der Aussteller um über 60 % und die Veranstaltung verzeichnete 2016 bereits beinahe doppelt so viele Besucher wie noch im Jahr 2011. Eine Wachstumsrate, die die Qualität der Veranstaltung, wie auch die Bedeutung der Filtrationsbranche widerspiegelt. Die FILTECH war damit für Sandler ein wichtiger Wegbegleiter im Ausbau der Produktsparte Filtration.

Neue Normen, neue Entwicklungsansätze

Quelle: Sandler

Die europäische Norm DIN EN 779 für Partikelluftfilter - eingeführt 1993 - bildete die Basis für die Klassifizierung von Filtermedien. Den Anforderungen jeder Filteranwendung an die Luftqualität können bestimmte Filterklassen und somit die in ihr eingestuften Medien zugeordnet werden. In einer Revision im Jahr 2002 machte diese Norm die Entladungsstabilität von Filtermedien reportpflichtig. Die Abscheideleistung nach dem Abfluss natürlicher oder im Herstellungsprozess aufgebrachter elektrostatischer Ladung der Fasern war im Prüfbericht anzugeben, beeinflusste jedoch nicht die Klassifizierung des Mediums. Für Sandler wurde die Aufrechterhaltung der Filterleistung über die gesamte Lebensdauer dennoch zu einem Fokus der Produktentwicklung. Mit sawascreen premium plus brachte Sandler 2011 ein synthetisches Taschenfiltermedium auf den Markt, das seine Abscheideleistung auch nach Entladung aufrechterhält. Damit entsprach der Filtervliesstoff bereits den Anforderungen einer neuen Revision der EN779, die ab 2012 die Entladungsstabilität zu einem Klassifizierungskriterium machte. Ein progressiver Aufbau mit Vorfilter und extrem feinen Fasern in den Feinfilterlagen macht den synthetischen Vliesstoff zu einem hervorragenden Tiefenfiltermedium mit hoher innerer Oberfläche und begünstigt mechanische Abscheideeffekte.

Die Langzeitstabilität der Filterleistung wird jedoch auch durch die Beständigkeit des Filters selbst beeinflusst. Bei den faltfähigen Filtermedien für HVAC-Anwendungen wie auch für die Automobilfiltration stand diese Eigenschaft 2013 im Fokus. Sandler entwickelte 100 Prozent synthetische Medien, die ganz ohne Trägerschichten oder Additive zu formstabilen, exakt ausgeformten Falten verarbeitet werden können. Die sawascreen pleat Serie setzt auf eine gleichmäßige, längsorientierte Struktur für optimale Faltengeometrie und hervorragende Verarbeitbarkeit auf Messer- wie auch Rotationsfaltanlagen. Die Vliesstoffe bieten mechanische Stabilität und Beständigkeit gegenüber Feuchtigkeit. Die Submicron-Technologie schafft auch bei diesen Medien eine hohe innere Oberfläche für hohe Abscheideleistung über die gesamte Lebensdauer.

Indoor Air Quality

In den vergangenen Jahren gewann die Branche immer weiter an Bedeutung. Die sogenannte Indoor Air Quality – die  Luftqualität in geschlossenen Räumen – bestimmt den Filtermarkt sowie weltweit gültige Prüfnormen. Neben der Klassifizierung der Filterleistung rückt die Vereinbarkeit von Praxistauglichkeit und niedrigem Energieverbrauch in den Mittelpunkt. Die Eurovent Zertifizierung stuft Filtermedien nach deren Energieeffizienz ein und mit der ISO 16890 orientiert sich die Klassifizierung von Luftfiltern nun stärker an realen Einsatzbedingungen. Der Bezug auf jeweils typische Partikelgrößenverteilungen in städtischen oder ländlichen Gebieten schafft eine praxisnahe Beschreibung der notwendigen Filtereigenschaften für eine bestimmte Einsatzumgebung.

Mit enAIRsave entwickelte Sandler ein vollsynthetisches Filtermedium, das langzeitstabile Abscheideleistung mit reduziertem Energieeinsatz in Einklang bringt. In seiner speziellen Mehrlagenstruktur lagern sich Partikel über die gesamte Tiefe des Mediums ab, sodass die Luft auch nach bereits erfolgter Staubeinlagerung den Filter durchströmen kann. Der Differenzdruck steigt nur langsam an und der Energieverbrauch im Betrieb der Filteranlage bleibt gering. Dank eines Backings ist das Filtermedium zudem eigensteif und Berührungen der Filtertaschen im Luftstrom werden vermieden. Luft kann die gesamte Filteroberfläche durchströmen; unbestaubte Bereiche und die damit einhergehende Reduktion der effektiven Filterfläche gehören der Vergangenheit an. Diese Innovation wurde auf der FILTECH 2016 erstmals dem Fachpublikum vorgestellt.

Fachsymposium – Herausforderungen heute und Trends der Zukunft im Gespräch

Quelle: Sandler

Neben der Präsentation von Neuentwicklungen am FILTECH Messestand nutzte Sandler in den vergangenen Jahren auch das begleitende Symposium, um sich vor einem internationalen Fachpublikum über die Produktvorstellung hinaus mit aktuellen Themen auseinanderzusetzen.

2011 stand die Optimierung der Life-Cycle-Kosten bei synthetischen Filtermedien im Fokus. Vorstand Dr. Hornfeck unterstrich, dass nicht nur die Anschaffungs- und Wechselkosten die Gesamtbetriebskosten eines Filters beeinflussen, sondern vor allem der Energieeinsatz im Betrieb der Filteranlage. Filtermedien, die mit geringer Druckdifferenz den Energieeinsatz vermindern, können zur Reduktion dieser Kosten beitragen.

Auf der FILTECH 2013 thematisierte das Unternehmen Innovationen im Bereich der faltfähigen Filtermedien. Immer kleiner werdende Bauräume - beispielsweise in der Automobilindustrie - bedingen wachsendes Interesse an diesem Produktbereich und an den stabilen, exakt verarbeitbaren Synthetikmedien der Sandler AG.

Renommierter Branchentreff

Trotz zahlreicher weltweit stattfindender Fachkongresse bringt die FILTECH seit 50 Jahren das Who-is-Who der Branche zusammen und ist heute die renommierteste Branchenmesse weltweit. Dabei sprach die Messe von Anfang an internationale Teilnehmer an. Networking unter den Ausstellern ermöglicht es Besuchern, Filtermedien auch in nachgelagerten Produktionsstufen zu begutachten. So wurden auf der FILTECH 2016 Sandler Filtermedien am Stand eines Konfektionärs auf Vorführanlagen plissiert und Interessenten konnten sich vor Ort von deren Verarbeitbarkeit überzeugen.
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