Die gesamte Bandbreite – seit 20 Jahren Maschinen für die Nonwovenindustrie

„Innovativ, flexibel und kompetent“, das sind die Schlagworte, mit denen sich die Graute GmbH nun schon seit 20 Jahren selbst beschreibt.

Das Unternehmen wurde 1997 in Coesfeld von Herrn Graute, dem damaligen Entwicklungsleiter von Air-Lay-Anlagen bei Hergeth Hollingsworth, gegründet. Zusammen mit ehemaligen Mitarbeitern von Hergeth Hollingsworth baute man zunächst vor allem Air-Lay-Anlagen, Speisemaschinen und Voröffner. Seit Januar 2009 steht mit Norbert Höltker ein Fachmann an der Firmenspitze, der auf umfassendes theoretisches und praktisches Wissen im Bereich der Vliesstofftechnik zurückgreifen kann.

High Performance Card mit High Speed Ausgang
High Performance Card mit High Speed Ausgang
Quelle: Graute

Highlights im Produktportfolio

Aufgrund des stetigen Wachstums wurde 2015 ein neues Firmengelände mit 1.050 m² Bürogebäude und 2.300 m² Montagehalle in Senden-Bösensell erworben. Inzwischen baut Graute die gesamte Bandbreite an Maschinen für die Vliesherstellung, von der Ballenöffnung über Maschinen für Mischung und Feinöffnung bis hin zu kompletten Air-Lay-Anlagen sowie Krempel-Anlagen mit Leger und Vliesstrecke. Ein besonderes Highlight im Produktportfolio ist die High Performance Card mit High-Speed Ausgang für Geschwindigkeiten von bis zu 250 m/min.

Das spezielle Konstruktionskonzept

Alle Maschinen des Unternehmens werden nach einem speziellen Konstruktionskonzept entworfen. Ziel dieses Konzeptes ist es, die Maschinen möglichst wartungsfreundlich zu gestalten, um Stillstandzeiten zu minimieren. Dieses Ziel wird unter anderem durch große Sichtfenster für optimale Sichtkontrolle und einzelne, abfahrbare Sektionen erreicht. Somit lässt sich zum Beispiel die Graute Krempel komplett auseinanderfahren, was die Zugänglichkeit der einzelnen Walzen wesentlich verbessert und die Reinigung bzw. Wartung deutlich vereinfacht. Graute verkauft aber nicht nur neue Maschinen, sie hilft Ihren Kunden auch bei Umbauten an vorhandenen Anlagen oder kompletten Modernisierungen. Besonders schätzen diese Kunden die hohe Flexibilität der Firma. Flache Strukturen erlauben es, den Kunden auch kurzfristig bei Problemen jeglicher Art zu helfen und neue Lösungen zu finden.

Der Continous Mixing Opener in der Produktion
Der Continous Mixing Opener in der Produktion
Quelle: Graute

Der Continous Mixing Opener

Eine Innovation der Graute GmbH ist der neue Mischwalzenöffner/Continous Mixing Opener (CMO-W2) (Bild 5), der weltweit seines gleichen  sucht. Zielgabe für diese Neuentwicklung war es eine Maschine zu bauen, die auf engstem Raum ein besseres Mischergebnis liefert als die herkömmlichen Wiegeballenöffner, um auf eine anschließende große Mischkammer verzichten zu können. Der CMO-W2 ist mit einer  Mischwalze ausgestattet, die von der einen Seite dünn mit Fasertyp A und anschließend von der zweiten Seite dünn mit Fasertyp B benetzt wird. Über die Geschwindigkeit der einzelnen  Einzüge und dem Gewicht der Fasermatte kann das Mischverhältnis geregelt  werden. Die genaue Wiegeeinheit in Verbindung mit moderner Servotechnik erlaubt es,  die Drehzahlen der einzelnen Walzen sehr genau an die jeweilige Durchsatzleistung anzupassen  und die Mischungsverhältnisse sehr variabel einzustellen.

Schwarz auf Weiß

Es ist zum Beispiel möglich, nur ein Prozent einer Faser beizumischen. Dass dieser neue Maschinentyp nicht nur in der Theorie sehr gute Ergebnisse liefert, wurde durch Versuche mit schwarzen und weißen Fasern belegt. Während dieser Versuche wurden 80 Prozent weiße und 20 Prozent schwarze Fasern auf herkömmliche Art mit zwei Wiegeballenöffnern und einer anschließenden Mischwalze geöffnet und gemischt. Im Anschluss wurde dieser Versuch ebenfalls mit dem CMO-W2 durchgeführt. Das Ergebnis ist den Abbildungen 1 und 2 zu entnehmen. In der herkömmlichen Mischung lassen sich deutlich schwarze und weiße Fasern erkennen, die Mischung des CMO-W2 ist dahingehend fast einheitlich grau. Der CMO-W2 gewährleistet somit schon an der ersten Mischstelle eine schonende, gründliche und  homogene Durchmischung, die es erlaubt, in  Zukunft auf große Mischkästen zu verzichten und somit in meist engen Produktionsstätten eine Verbesserung der Platzverhältnisse zu erreichen. Durch das kontinuierliche Mischen von  zwei Seiten kann für jede Produktionsleistung der optimale Öffnungsgrad erreicht werden. Zudem wird der Faserwechsel sehr vereinfacht, da keine großen Mischkästen leer gefahren  werden müssen.

Randstreifen öffnen und dem Prozess wieder zuführen

Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte der letzten zwei Jahre war die Entwicklung mehrerer Öffnungsmaschinen zur (Wieder)-Öffnung von leicht bis stark verfestigten Materialien. Mit den entwickelten Maschinen können Reste im  allgemeinen Sinne bzw. Randstreifen, Musterrollen und Stanzgitter im speziellen geöffnet und dem Prozess wieder zugeführt werden, die ansonsten kostenpflichtig entsorgt werden müssten. Ziel ist es, ein Recyclingmaterial herzustellen, welches eine sehr geringe Anzahl an Nissen und möglichst lange Fasern aufweist, sodass das Material ohne Probleme dem Prozess wieder zugeführt werden kann.

Immer im Fokus: die Kostensenkung

Die Vorteile dieser Maschinen liegen auf der Hand. Es fallen keine Entsorgungskosten für die Randstreifen/Stanzgitter mehr an und gleichzeitig werden die Rohstoffkosten gesenkt, da das Material dem Prozess wieder zugeführt werden kann. Dies führt dazu, dass sich eine solche Öffnungsmaschine je nach Ausführung nach Graute Angabe schon nach ca. sechs bis 12 Monaten amortisiert. Bei der Konstruktion dieser Öffnungsmaschinen wurde ebenfalls darauf geachtet, die Maschinen möglichst gut zugänglich zu machen und wartungsfreundlich auszustatten. Die Maschine zur Öffnung von stark verfestigten Materialien ist zum Beispiel in wenigen Minuten komplett  auseinanderfahrbar, was die Wartung bzw. Reinigung wesentlich vereinfacht sowie die Stillstandzeiten erheblich minimiert.

Erfolgreiche Amtszeit und der Blick in die Zukunft

Norbert Höltker geht Dank der hier beschriebenen Neuentwicklungen frohen Mutes und  mit gut gefüllten Auftragsbüchern in seine nun bereits 10. Amtszeit als Geschäftsführer und Inhaber der Graute GmbH. „Mit den 25 Mitarbeitern am neuen Standort sind wir perfekt aufgestellt, um der sehr guten Auftragslage gerecht zu werden und den Kunden auch 2018 und darüber hinaus wie gewohnt fl exibel und  zuverlässig bei all ihren Projekten zur Seite zu stehen.“ Worte von Norbert Höltker anlässlich seines persönlichen Jubiläums: im November wurde in den Montagehallen sein 50. Geburtstag gebührend gefeiert

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