29. März 2017 | Technology & Machinery

Herrmann Ultraschall: Ultraschallschweißen zur Herstellung eines neuen patentierten OP-Tuchs

Eine neue vollautomatische Ultraschall-Fertigungslinie senkt das Risiko der bakteriellen Verunreinigung und verhindert Ausfransen – alle Handnähte und zusätzliche Materialien wie Garne und Fäden entfallen komplett. Herrmann Ultraschall hat die Anlage für alle erforderlichen Laminier- und Versiegelungsschritte konzipiert, um das neue OP-Tuch „texart“ des Medizinprodukte-Herstellers Bastos Viegas aus Portugal automatisiert zu fertigen.

Das neuartige OP-Tuch erfüllt die Ansprüche der Industrie, aufwändiges manuelles Handling zu ersetzen und Produktionsschritte zu automatisieren („automated roll-to-finished-product“). Der Lagenaufbau des Tuchs ist eine patentierte Erfindung von Bastos Viegas: „texart“ setzt sich aus drei Lagen zusammen und vereint die besten Eigenschaften aus Textil- und Vliesstoff-Technologie. Ein textiles Netz (aus Polyamid/Polyester) mit einem Röntgenstreifen dient als Mittellage zwischen zwei Lagen Spunlace Vlies (aus 70% Viskose und 30% Polyester). Die in sich zusammengezogene Oberfläche von „texart“ erzeugt eine weiche Haptik und absorbiert extrem gut Flüssigkeiten durch die vergrößerte Oberfläche.

Abriebfest und fusselarm
Unter dem englischen Begriff „Linting“ versteht man die Abgabe von Faserfragmenten und anderen Partikeln während der Handhabung und Nutzung. Eine geringe Neigung zum Fusseln ist ein großer Vorteil von Spunlace Vliesstoffen verglichen zu (Natur-)Stoffen wie Baumwollmull/Gaze. In einem Test wurden die Vorgaben zur Fusselabgabe (dry linting) gemäß EN1644-1 und ISO9073-10 verifiziert. Das „texart“ Tuch zeigte in diesem Test wesentlich bessere Ergebnisse als vorgewaschene Gaze.

Schneller und vollautomatischer Herstellungsprozess verhindert Kontaminationen
Bastos Viegas stand vor der Fragestellung, wie die Materialien des neuartigen Tuchs ohne Wärmeeinwirkung und Verbrauchsstoffe wie Kleber zusammengefügt werden sollten. Die Lösung war das Ultraschallverfahren zum  Laminieren und Siegeln. Spunlace Vliesstoffe reagieren sehr gut auf den Eintrag der Ultraschallvibrationen. In Herrmann Ultraschall aus Karlsbad fand man den geeigneten Partner, um die Produktionslinie für das neue Produkt zu entwickeln.

Zunächst wurden die korrekten Abwickelschritte konstruiert – anschließend die Ultraschallstationen konzipiert:
• Ultraschall-Prozessschritt 1: Ultraschall-Lamination der drei Lagen und das gleichzeitige Versiegeln des linken und rechten Tuchrandes.
• Ultraschall-Prozessschritt 2: Quersiegeln des Tuchendes, das gleichzeitig den Anfang des nächsten Tuches bedeutet.
Zum Schluss wird das Produkt geschnitten, gefaltet und gestapelt. Während der anschließenden Sterilisation zieht sich die Produktoberfläche zusammen und erzeugt einen „wellenartigen“ Effekt. Dies dient der weichen Haptik und erhöht die Absorbtionsfähigkeit des Tuches.

Die Vorteile des Produktes liegen auf der Hand und Bastos Viegas hofft, Baumwollstoffe mit ihren Nachteilen im OP-Bereich zu ersetzen und auch weitere medizinische Anwendungen damit zu revolutionieren. Herrmann Ultraschall informiert in Genf u.a. über dieses Verfahren.

INDEX: Stand 1640

Ultraschallschweißen
Das neue OP-Tuch hat sehr gute Absorbierungseigenschaften und ist fusselarm
Quelle: Herrmann Ultraschall
Ultraschallschweißen
Ultraschall-Station mit Abwicklern
Quelle: Herrmann Ultraschall

Redigiert von Angelika Hörschelmann

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