05. April 2017 | Research & Development

Hightech-Show im Grünen

Das nachhaltige Bauen mit Hochleistungstextilien und Carbonbeton ist ein Zukunftsfeld, das von zahlreichen Forschungs- und Produktanstößen lebt. Ob textilbasiertes Sonnenlicht- und Wärmemanagement für Außen-fassaden, hochfeste Faserseile oder kleinformatige Betonbauteile mit Textilgittern u. a. aus Lichtwellenleitern: Auf dem bevorstehenden Innovationstag Mittelstand des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) widmet sich jede dritte der knapp 20 ausgestellten Textilneuheiten dem Bauen der Zukunft.

Eine der in Berlin gezeigten Innovationen, die die Ettlin Spinnerei und Weberei GmbH & Co. KG mit dem in Denkendorf bei Stuttgart ansässigen Institut für Textil- und Verfahrenstechnik mit Unterstützung des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand (ZIM) entwickelte, nennt sich LenoShade. Kern der bisher noch prototypischen Entwicklung mit Blick auf den Fenster- und Fassadenbau ist ein winkelselektiv reflektierendes Gewebe. Beschichtet mit Kupfer, Gold oder anderen Metallen wird das Gewebe zwischen Glasplatten laminiert als Fassadenverglasung eingesetzt. Die je nach Gebäudelage und Lichteinfall anpassbare Textilkonstruktion sorgt dafür, dass starke Wärmebelastung bei hohem Sonnenstand draußen bleibt.

30 ZIM-Millionen für faserbasierte Innovationen
Mehrheitlich verdanken die in Berlin ausgestellten Innovationstags-Exponate ihre Existenz der ZIM-Projekt-förderung. Das für alle Technologien und Branchen offene Programm verhilft mit einem 2017 auf 548 Millionen Euro aufgestockten Jahresbudget Jahr für Jahr mehreren Tausend Entwicklungsideen aus dem Mittelstand zum Durch-bruch. Von ZIM-Mitteln profitieren Projekte aus allen Technologiegebieten; allein der Textilbereich wurde von 2015 bis Ende Januar 2017 mit rund 30 Mio. Euro unterstützt. Eine Vielzahl der geförderten Vorhaben adressiert wichtige Zukunftsfelder wie Leichtbau, intelligente Mobilität, Green Economy sowie Industrie 4.0 und weitere Digitalisierungs-technologien. Ettlin-Chef Dr. Oliver Maetschke schätzt die, wie er betont, „unbürokratische und schnelle“ ZIM-Förderung seit Jahren. Sein Unternehmen nutzt dieses Instrument „immer wieder gern, um konkrete Forschungsthemen mit Wissenschaftseinrichtungen oder anderen Unternehmen umzusetzen.“

Zur Open-Air-Leistungsschau am 18. Mai mit insgesamt 200 BMWi-geförderten Weltneuheiten im Mittelpunkt werden nach Veranstalterangaben rund 300 kleine und mittlere Unternehmen sowie Industrie-forschungseinrichtungen aus dem gesamten Bundesgebiet erwartet. Traditionell ist dabei der Textilbereich mit laborwarmen Ergebnissen aus Forschung und Entwicklung facettenreich vertreten. Dazu gehören auch innovative Bettwaren aus 3D-Maschenwaren (Hohenstein Institute/Sächsisches Textilforschungsinstitut Chemnitz), ein Gerät zur zerstörungsfreien Prüfung der Barrierewirkung von OP-Textilien (wfk – Cleaning Technology Institute) und eine von Dresdner TU-Textilforschern aus textilen Hochleistungsgittern entwickelte funktionalisierte PKW-Heckklappe.

Die Hightech-Show im Grünen bildet eine ideale Plattform für den Dialog zwischen Wissenschaftlern, Unternehmern, Politikern, Journalisten und interessierter Öffentlichkeit. Auch in diesem Jahr werden wieder über 1.500 Besucher erwartet. Mittelständler finden dort zudem Erstanlaufstellen zur Anbahnung grenzüberschreitender Innovations-projekte.

FKT Innotag
Seit Jahren auf dem Innovationstag präsent: die deutsche Textilforschung mit dem Forschungskuratorium Textil
Quelle: FKT
Innovationstag in Berlin
Auch in Berlin vertreten: eine textile Heckklappe, entwickelt von Textilern aus Dresden
Quelle: ITM

Redigiert von Angelika Hörschelmann

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