04. Juli 2019 | Research & Development

ITA-Promovend Martin Scheurer gewinnt Hanns Voith Stiftungspreis

Alle Preisträger mit Gratulanten
ITA: Alle Preisträger mit Gratulanten
Quelle: Hanns Voith Stiftung
ITA-Promovend Martin Scheurer wurde am 28. Juni 2019 in Heidenheim der Hanns Voith Stiftungspreis 2019 im Bereich „Neue Werkstoffe“ mit einem Preisgeld in Höhe von 5.000 € verliehen. Herr Scheurer erhält den Preis für seine Masterarbeit „Entwicklung einer Methode zur Evaluierung der Eignung von Textilien für den Einsatz in Textilbeton“. In seiner Arbeit erforscht er, wie Textilien im Werkstoff Textilbeton eingesetzt werden können.

Kürzerer und schnellerer Einstieg in den Textilbetonmarkt möglich
Bisher ist eine Untersuchung der Eignung neuer Textilien für den Einsatz in Textilbeton sehr aufwändig und teuer: Der aktuelle Zulassungsprozess für Textilien in Textilbeton erfordert ein intensives Prüfprogramm von über 50 verschiedenen Prüfungen. Mit der von Herrn Scheurer entwickelten Methode sind nur drei verschiedene Prüfungen nötig, um eine gute Ersteinschätzung der Eignung von Textilien für den Einsatz in Textilbeton zu treffen. Das ermöglicht Unternehmen, nun in der Zeit von circa einem Monat und dadurch relativ günstig, eine Ersteinschätzung für den Einsatz ihrerTextilien in Textilbeton zu finden.

Zielgruppe für diese neu entwickelte Methode sind Textilhersteller, die in den wachsenden Textilbetonmarkt einsteigen wollen. Der Nutzen für die Textilhersteller ist die Senkung von Markteintrittsbarrieren. Ein Unternehmen kann nun schnell herausfinden, ob der Eintritt in den Textilbetonmarkt mit bestehenden Textilien sinnvoll ist.

Hintergrund
Textilbeton ist ein neuer Werkstoff mit dem Potential, das Bauwesen zu revolutionieren. Beim Textilbeton wird die traditionelle Stahlbewehrung durch Hochleistungstextilien aus Glas- oder Carbonfasern ersetzt. Der Einsatz von Textilbeton als Werkstoff ermöglicht dünnere Betonelemente, da die Textilien anders als Stahl nicht rosten und deshalb wesentlich weniger Beton als Schutz vor Korrosion eingesetzt werden muss. So kann Material, Gewicht und Kohlendioxid eingespart werden. Da die Zementproduktion für die Herstellung von Beton mit 6,5 Prozent der Kohlendioxid-Emissionen dreimal so viel Kohlendioxid wie die globale Luftfahrt verursacht, gilt der Einsatz von Textilbeton in hohen Maße als umweltfreundlich. Außerdem ermöglicht der Einsatz von Textilbeton durch die einfache Formbarkeit der Textilien eine höhere Designfreiheit und bietet so neue architektonische Möglichkeiten.

Redigiert von Petra Gottwald

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