05. Juli 2019 | Research & Development

Studenten entwickeln Hyperloop-Kapsel aus carbonfaserverstärktem Kunststoff

Studententeam der Technischen Universität München bei der Präsentation des neuen Hyperloop Pod aus Carbon Mitte Juni
Studententeam der Technischen Universität München bei der Präsentation des neuen Hyperloop Pod aus Carbon Mitte Juni
Quelle: SGL Carbon

Studenten der TU Universität München haben mit Unterstützung der SGL Carbon einen nochmals verbesserten neuartigen Hyperloop-Prototypen entwickelt und Mitte Juni in München vorgestellt. Die besonders leichte und stabile Kapsel (genannt Pod) werden sie beim Hyperloop-Wettbewerb des Tesla-CEOs Elon Musk am 21. Juli 2019 in Los Angeles einsetzen. Studententeams aus der ganzen Welt wetteifern hier um das schnellste und beste Kapselsystem. Wie eine Art Rohrpost schießen die Pods dabei durch eine nahezu luftleere Röhre und loten dabei auch die Möglichkeiten für eine neue Mobilitätsform der Zukunft aus.

Seit Beginn der Hyperloop-Wettbewerbe im Jahr 2017 werden die TUM-Studenten mit Carbonfaser-Material und Know-how der SGL Carbon unterstützt - in diesem Jahr sogar als Goldsponsor. Bereits drei Mal in Folge errang das Team der TUM den ersten Platz. 2018 schoss der Pod aus München mit 467 Stundenkilometern durch die 1.200 Meter lange Teströhre und ließ die Konkurrenz locker hinter sich.

Auch in diesem Jahr dreht sich alles um Höchstgeschwindigkeit. „Die Kapsel muss besonders leicht aber gleichzeitig auch extrem stabil sein, um den Belastungen bei den hohen Geschwindigkeiten in der Röhre standzuhalten“, erklärt Paloma García Guillen, Strukturleiterin beim TUM-Team. Eigenschaften, die die Carbonfaser auszeichnen. „Dank der Unterstützung der SGL Carbon konnten wir verschiedene Materialvarianten ausprobieren. Am Ende hat sich das Team für ein vorimprägniertes gewebtes Carbonfasermaterial, ein sogenanntes Prepreg, entschieden.”

Besonders leicht
Durch Optimierungen an Design und Material wiegt das Carbonbauteil der aktuellen Kapsel rund zehn Prozent weniger als das Vorgängermodell (5,6 Kilogramm im Vergleich zu 6,1 Kilogramm). Zudem wurden die Halterungen für die Außenhülle nicht wie bisher aus Kunststoff, sondern komplett aus Carbon gebaut. So konnte das Gewicht auch hier von 1,5 Kilogramm auf 700 Gramm halbiert werden.

„Es ist beeindruckend zu erleben, was das junge Team von 51 Studenten aus 20 Ländern in so kurzer Zeit erreicht hat“, sagt Dr. Christoph Ebel, Leiter des Lightweight and Application Centers der SGL Carbon. „Von der Idee über die Prototypen-Entwicklung bis zum fertigen Bauteil brauchte das Team nur wenige Monate“, erläutert er. „Im Aufbau der Hyperloop-Kapsel stecken viele innovative Ideen des modernen Leichtbaus, die technologisch anspruchsvoll umzusetzen sind. Wir freuen uns, den Studenten hierbei als Partner zur Seite zu stehen und wünschen dem Team ganz viel Erfolg für den Wettbewerb.“ Neben dem Sponsoring des Hyperloop-Team unterstützt die SGL Carbon seit acht Jahren ebenfalls den Stiftungslehrstuhl Carbon Composites (LCC) an der TU München, der sich der ganzheitlichen Betrachtung und Weiterentwicklung von faserverstärkten Verbundwerkstoffen und deren Anwendungen widmet.

Redigiert von Petra Gottwald

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