11. April 2019 | Applikationen | Protech

Laserresistent und bombensicher -Textil-Neuheiten

Explosionssichere Textilien
Bag offen (links) bzw. geschlossen (rechts). Explosionssichere Textilien - eine BMWi-geförderte Neuentwicklung von Textilforschern aus Chemnitz mit großem Einsatzpotenzial
Quelle: STFI
Ein aktiv agierender Laserschutz in Form einer Schürze sowie explosions-druckstoßfeste Transportbehältnisse können die Arbeitswelten sicherer machen. Im nationalen Rahmen erstmals gezeigt werden diese mit öffentlichen Geldern bezuschussten textilen Neuentwicklungen am 9. Mai 2019 auf dem Innovationstag Mittelstand des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) in Berlin.

Zu den mehr als 200 dort präsentierten forschungs- und entwicklungsintensiven Lösungen gehören rund ein Dutzend weitere Exponate aus der Textilindustrie. Solche Innovationen wie die Geotex³ Maschine zur Herstellung von 3D-Erosionsschutzmatten aus dem niedersächsischen Twistringen/Diepholz oder ein von Partnern aus Berlin, Brandenburg und Sachsen gemeinsam entwickeltes, waschbares und textilbasiertes Mikroelektroniksystem zur Überwachung von Vitalparametern bei Pflegebedürftigen verdanken ihre Existenz einer Projektförderung durch das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM). Das Bundesprogramm kann mittlerweile auf eine über zehnjährige Erfolgsbilanz zurückblicken. In dieser Zeit wurden allein für Unternehmen des Bereichs Textil, Bekleidung, Leder gut 80 Mio. Euro für 800 Zukunftsentwicklungen bewilligt. Aktuell fokussieren immer mehr Antragsteller ihre Vorhaben auf solche strategischen Herausforderungen wie 3D-Druck, Digitalisierungstechnologien und Ressourceneffizienz.

Laserschutz aktiviert sich selbst
Obwohl das prototypische Exponat der Protect Laserschutz GmbH aus Roth scheinbar wenig mit künstlicher Intelligenz als weiterem Megatrend zu tun hat, verfügt der selbsttägig handelnde Schutz über eine proaktive und damit clevere Funktion: Trifft bei der Laserbearbeitung von Werkstücken ein vielleicht unglücklich reflektierter energiestarker Strahl auf die mit einer Solarschicht versehene Schutzbekleidung, warnt das System von selbst oder schaltet sich ab. „Ohne ZIM hätten wir das Projekt mit dem Leibniz-IPHT in Jena vielleicht gar nicht in Angriff genommen; aus eigener Tasche könnten wir Mittelständler solchen Forschungs-Input kaum finanzieren“, sagt Protec-Geschäftsführer Rüdiger Fröbel.

Bombensichere Taschen und Behälter
Das Sächsische Textilforschungsinstitut Chemnitz (STFI) entwickelt seit zehn Jahren hochfeste Textilmaterialien, die im Wortsinn bombensicher sind. Mögliche Anwendungsfelder solcher Behältnisse sind terrorgefährdete Bereiche wie die Luftfahrt, aber auch Logistikdienste am Boden. „Verdächtige“ Postsendungen zum Beispiel könnten in flexiblen Boxen und Taschen bis zur Entwarnung oder Neutralisierung der Gefahr transportiert werden. Die Projektleiterinnen Romy Naumann und Dr. Anna Große sind zuversichtlich, dass sich die Ergebnisse des ebenfalls vom BMWi über das Programm Innovationskompetenz INNO-KOM bezuschussten Projekts in verschiedenartige Sicherheitsprodukte umsetzen lassen. Noch werde jedoch nach einem Industriepartner gesucht, der mit entsprechenden textilbasierten Serienprodukten auf den Markt kommt.

Zum Innovationstag 2019 werden erneut rund 2.000 Besucher erwartet. Auch international orientierte Mittelständler finden auf der Technologie-Show im Grünen reichhaltige Angebote, so ein Partnering Event und Erstanlaufstellen zur Anbahnung grenzüberschreitender Innovationsprojekte. Im Fokus stehen in diesem Jahr insbesondere Anknüpfungspunkte zum Gastland Österreich, wo die Beteiligung an der internationalen ZIM-Kooperation besonders rege ist. Bisher wurden fast 70 solche Projekte unter Beteiligung von knapp 170 deutschen sowie 110 Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus dem Nachbarland gefördert.

Die Veranstaltung findet auf dem Parkgelände der AiF Projekt GmbH in Berlin-Pankow statt, die vom BMWi mit der Projektträgerschaft für ZIM-Kooperationsprojekte beauftragt ist.

www.zim.de/innotag2019

Redigiert von Petra Gottwald

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