10. Januar 2019 | News, Views & Markets

Oeko-Tex Neuregelungen 2019

Auch im Jahr 2019 ist es das Ziel der Oeko-Tex-Gemeinschaft, Verbraucherschutz und Nachhaltigkeit entlang der Wertschöpfungskette von Textilien und Leder zu stärken. Deshalb wurden die bestehenden Richtlinien des Produktportfolios angepasst. Die Neuregelungen treten nach einer dreimonatigen Übergangsfrist am 1. April 2019 endgültig in Kraft.

Die Reach Anhang XVII CMR Gesetzgebung
Im Standard100 by Oeko-Tex und Leather Standard by Oeko-Tex wurden unter anderem die Substanz Benzol sowie vier Amin-Salze neu aufgenommen und mit Grenzwerten belegt. Auch die Substanz Quinolin, welche seit 2018 bereits unter Beobachtung stand, ist nun mit einem Grenzwert reglementiert.

Im Zuge der „Vereinheitlichung“ der Grenzwertanforderungen gilt jetzt für nahezu alle Grenzwerte die Anforderung „<“.

Die Strategie bestehe schon seit über 25 Jahren darin, nicht auf Gesetzgebungen zu warten, sondern im Sinne des Verbraucherschutzes proaktiv als Vorreiter tätig zu sein. Durch die Umsetzung der oben erwähnten Aktualisierungen decken die Standards bereits jetzt die Anforderungen der neuen „Reach Anhang XVII CMR Gesetzgebung“ (Commission Regulation (EU) 2018/1513) ab. Die Gesetzgebung wird für die darin behandelten 33 CMR Substanzen dagegen erst ab dem 1. November 2020 für Produkte verpflichtend.

Weitere Neuerungen
Neu in die Grenzwertkataloge aufgenommen wurden auch diverse Substances of Very High Concern. Dies sind die Siloxane D4, D5 und D6 sowie Azodicarboxamid (ADCA). Des Weiteren wird jetzt für die Metalle Barium und Selen eine Anforderung hinsichtlich des extrahierbaren Anteiles gestellt.

Im Anhang 6 des Standard 100 wurden Grenzwerte bei verschiedenen Parametern verschärft. Dies betrifft die Parameter Phthalate (Weichmacher), Alkylphenole und Alkylphenolethoxylate sowie per- und polyfluorierte Verbindungen.

Glyphosat steht unter Beobachtung

In 2019 stehen zwei neue Produktgruppen unter Beobachtung: Glyphosat und seine Salze sowie die krebserregenden N-Nitrosamine und N-Nitrosierbare Substanzen.

Besonders Glyphosatprodukte, die aktuell mengenmäßig bedeutendsten Inhaltsstoffe von Herbiziden, erfuhren 2017 und 2018 besondere mediale Aufmerksamkeit und wurden weltweit sehr kontrovers diskutiert. Ende 2017 wurde die Glyphosat-Zulassung und weitere Verwendung von der EU nur befristet auf fünf Jahre verlängert – unter Protest von verschiedenen Verbraucher- und Naturschützern. Mit der Maßnahme „unter Beobachtung“ analysiert die Gemeinschaft die Substanzgruppe bei relevanten textilen Materialien nun genauer.

Redigiert von Thobias Quaß

nach oben drucken RSS-Feed