JPMorgan sieht Gold vor Verdopplung: Warum der Preis bald durch die Decke gehen könnte
Bullishe Prognose: Investmentbank sieht massives Aufwärtspotenzial für Gold in den kommenden Jahren
Für Eilige: Die wichtigsten Punkte
- Nach dem größten Tagesverlust seit über zehn Jahren bleibt JPMorgan für Gold langfristig optimistisch.
- Die Bank hält einen Anstieg auf bis zu 6.000 US-Dollar je Unze in den nächsten drei Jahren für möglich.
- Treiber sind erwartete Zinssenkungen, starke Zentralbankkäufe und eine schwächere US-Währung.
- Gold wird zunehmend als strategischer Vermögenswert und Krisenversicherung gesehen.
Goldpreis fällt, doch JPMorgan bleibt bullish
Der Goldpreis hat in den vergangenen Wochen deutlich nachgegeben. Besonders der Kursrutsch um fast sechs Prozent im Oktober, der stärkste Tagesverlust seit über einem Jahrzehnt, sorgte für Aufsehen. Dennoch bleibt die US-Investmentbank JPMorgan optimistisch. Sie sieht den Preisrückgang lediglich als kurzfristige Korrektur und nicht als Trendwende.
Laut den Analysten ist die fundamentale Nachfrage nach Gold ungebrochen. Institutionelle Investoren betrachten das Edelmetall zunehmend nicht nur als Inflationsschutz, sondern auch als strategischen Portfoliobaustein und Absicherung gegen Marktrisiken. Aktuell liegt der Goldanteil an globalen Nicht-Bank-Vermögen bei rund 2,6 Prozent. Sollte dieser Anteil auf etwa 4,6 Prozent steigen, wäre laut JPMorgan ein Preisanstieg um über 100 Prozent denkbar, also eine Verdopplung innerhalb weniger Jahre.
Zinssenkungen und Dollar-Schwäche als Rückenwind
Ein entscheidender Faktor für die optimistische Prognose ist die Geldpolitik. JPMorgan rechnet damit, dass die US-Notenbank im Laufe des kommenden Jahres mit Zinssenkungen beginnen wird. Niedrigere Zinsen machen zinslose Anlagen wie Gold attraktiver, da die Opportunitätskosten sinken.
Zudem schwächt eine mögliche Lockerung der Geldpolitik den US-Dollar, was traditionell ein weiterer Treiber für steigende Goldpreise ist. Hinzu kommen Sorgen über eine mögliche Phase der Stagflation, also schwaches Wachstum bei gleichzeitig hoher Inflation. In einem solchen Umfeld greifen Anleger traditionell verstärkt zu sicheren Häfen. Auch geopolitische Spannungen und das anhaltende Vertrauen der Zentralbanken in Gold tragen zur stabilen Nachfrage bei.
JPMorgan erwartet deshalb im Durchschnitt einen Goldpreis von rund 5.000 US-Dollar je Unze bis Ende 2026 und sieht in einem positiven Szenario sogar Kurse um 6.000 US-Dollar bis 2028 als realistisch an.
Zentralbanken kaufen weiter, doch Risiken bleiben
Auch andere große Institute teilen den positiven Ausblick. Morgan Stanley beispielsweise prognostiziert Goldpreise um 4.400 US-Dollar bis 2026. Entscheidend sei die anhaltende Nachfrage der Zentralbanken, die zuletzt Rekordmengen an Gold in ihre Reserven aufgenommen haben. Parallel fließen wieder verstärkt Gelder in Gold-ETFs, was das Aufwärtspotenzial zusätzlich stützt.
Allerdings warnen Experten auch vor Risiken. Ein zu schneller Preisanstieg könnte die physische Nachfrage, insbesondere aus der Schmuckindustrie, dämpfen. Außerdem könnten Umweltauflagen und strengere Genehmigungsverfahren die Förderung neuer Minen erschweren, was die Angebotsseite langfristig beeinflusst.
Fazit
Trotz der jüngsten Schwäche bleibt das Vertrauen in Gold groß. JPMorgan sieht das Edelmetall auf dem besten Weg zu einer neuen Haussephase. Zinssenkungen, eine anhaltend hohe Nachfrage und die Suche nach Sicherheit in unsicheren Zeiten könnten dem Goldpreis in den kommenden Jahren zu neuen Rekordhöhen verhelfen. Anleger sollten daher die Entwicklung genau im Blick behalten, denn der nächste Aufschwung könnte bereits begonnen haben.

