Krise Beim VfL Wolfsburg: Trainer Nach „Werder-Wahnsinn“ Vor Dem Aus

Krise Beim VfL Wolfsburg: Trainer Nach „Werder-Wahnsinn“ Vor Dem Aus
8 November 2025 Aus Von Daniel Hoffmann

Bremen/Wolfsburg, November 2025. Der Druck beim VfL Wolfsburg erreicht den Siedepunkt. Nach der dramatischen 1:2-Niederlage gegen Werder Bremen steht Trainer Niko Kovač ernsthaft vor dem Aus. Was als vielversprechende Saison begann, ist längst zu einer Abwärtsspirale aus Rückschlägen, vergebenen Chancen und wachsender Unruhe in Kabine und Vorstandsetage geworden.

Spätes Debakel Verschärft Die Krise

83 Minuten lang sah es so aus, als könnte Wolfsburg endlich die Negativserie beenden. Mattias Svanberg brachte die Gäste in der ersten Halbzeit in Führung, und über weite Strecken kontrollierten die „Wölfe“ das Spiel. Doch in der Schlussphase zerfiel das Team komplett: Jens Stage glich in der 83. Minute für Bremen aus, ehe Samuel Mbangula in der Nachspielzeit (90 + 4) das Spiel mit seinem Treffer drehte – das Weserstadion tobte.

Für Wolfsburg war es bereits die sechste Niederlage aus den letzten sieben Bundesliga-Partien – eine Bilanz, die den Klub gefährlich nah an die Abstiegszone bringt. Die Stimmung ist angespannt, das Selbstvertrauen im Keller. Das Spiel in Bremen, intern als „Pflichtsieg“ bezeichnet, wurde zum Symbol für die gesamte Misere – und könnte Kovač nun den Job kosten.

Die Vereinsführung Verliert Die Geduld

Sportdirektor Sebastian Schindzielorz vermied nach dem Schlusspfiff ein öffentliches Bekenntnis zum Trainer – ein deutliches Zeichen. „Wir müssen die Situation sachlich analysieren, aber die Ergebnisse sind natürlich weit unter unseren Erwartungen“, sagte er. Auch Geschäftsführer Marcel Schäfer wurde deutlich: „Irgendwann müssen Leistungen auch Punkte bringen. Das ist die Realität im Profifußball.“

Nach Informationen aus Vereinskreisen schwindet die Geduld mit Kovač zusehends. Trotz eines erfahrenen Kaders mit Spielern wie Jonas Wind, Lovro Majer und Koen Casteels findet das Team weder Stabilität noch Struktur. Auf dem Trainingsplatz soll die Intensität nachgelassen haben, auch die Kommunikation zwischen Trainerstab und Teilen der Mannschaft gilt als angespannt.

Das Spiel in Bremen war intern als „letzter Prüfstein“ definiert worden. Statt einer Reaktion gab es den nächsten Einbruch – für viele Verantwortliche ein weiteres Indiz, dass das Vertrauen aufgebraucht ist.

Ein Altbekanntes Muster

Für Wolfsburg-Fans ist das Szenario nicht neu. In den vergangenen Jahren verschliss der Verein mehrere Trainer: von Oliver Glasner, der das Team in die Champions League führte, bis zu Florian Kohfeldt, dessen Amtszeit im Chaos endete. Als Niko Kovač 2022 übernahm, galt er als Garant für Stabilität und klare Strukturen. Doch nach anfänglichen Fortschritten stagniert die Entwicklung – und die Saison 2025/26 droht zu entgleisen.

Eigentlich sollte Wolfsburg wieder in die obere Tabellenhälfte zurückkehren und um die internationalen Plätze kämpfen. Stattdessen rückt die Abstiegszone gefährlich nah. Die Fans reagieren mit wachsender Frustration; viele fordern einen radikalen Neuanfang.

Verunsicherung In Der Mannschaft

Mehrere Spieler sollen sich laut Medienberichten intern kritisch über die taktische Ausrichtung und die fehlende Kommunikation geäußert haben. „Wir arbeiten hart, aber es passieren immer wieder die gleichen Fehler“, wird ein Profi zitiert.

Kovač zeigte sich nach dem Spiel sichtlich angefasst, wollte über seine Zukunft aber nicht spekulieren. „Das liegt nicht in meiner Hand“, sagte er. „Natürlich ist das eine sehr bittere Niederlage, vielleicht die schwerste meiner Karriere. Aber ich glaube an diese Mannschaft und an unsere Arbeit.“

Wie Es Jetzt Weitergeht

Die Vereinsführung will an diesem Wochenende über die nächsten Schritte entscheiden. Sollte man sich zur Trennung entschließen, könnte Co-Trainer Michael Frontzeck vorübergehend übernehmen. Langfristig werden externe Kandidaten wie Bo Svensson oder Adi Hütter gehandelt.

Die Entscheidung fällt zwischen zwei Risiken: Hält man am Trainer fest und riskiert den Absturz, oder zieht man den Schnitt und nimmt neue Unruhe in Kauf? Eines ist nach dem „Werder-Wahnsinn“ klar: Der Klub steht an einem Scheideweg – und das Spiel in Bremen könnte das Ende der Ära Kovač beim VfL Wolfsburg markieren.