Bitcoin Kursanalyse: BTC erholt sich stark nach Crash – steht der Bullenmarkt auf der Kippe?

Bitcoin Kursanalyse: BTC erholt sich stark nach Crash – steht der Bullenmarkt auf der Kippe?
9 November 2025 Aus Von Michael Oluwafemi

Nach einem erneuten Kursrutsch unter die psychologisch wichtige Marke von 100.000 US-Dollar zeigt sich der Bitcoin (BTC) wieder kämpferisch. Die Leitwährung der Kryptowelt konnte sich am Freitagabend deutlich erholen und notiert zum Wochenende wieder im Bereich um 103.000 US-Dollar. Doch Analysten mahnen zur Vorsicht: Noch ist nicht klar, ob der Boden wirklich erreicht ist.

Bitcoin fällt erneut unter 100.000 US-Dollar

Am Freitagvormittag rutschte der Bitcoin-Kurs von rund 102.000 US-Dollar zeitweise auf 99.250 US-Dollar ab – nur knapp über dem Wochentief von 99.000 US-Dollar. Damit geriet der Markt kurzzeitig in Panik, da viele Anleger das psychologische Limit von 100.000 US-Dollar als wichtigen Gradmesser für die aktuelle Marktphase betrachten.

Doch die Bären konnten sich nicht lange durchsetzen: Ab dem frühen Nachmittag setzte eine starke Gegenbewegung ein. BTC kletterte bis auf 104.000 US-Dollar, bevor der Kurs zum Abend leicht auf rund 102.800 US-Dollar zurückfiel. Damit konnte die Kryptowährung zumindest kurzfristig den Druck aus dem Markt nehmen.

Technische Analyse zeigt wichtige Hürden

Technische Analysten wie der bekannte Trader CRG weisen darauf hin, dass Bitcoin am sogenannten Volume Weighted Average Price (VWAP) abgewiesen wurde. Dieses Preisniveau stellt den volumenbasierten Durchschnittskurs dar – also den Punkt, an dem die meisten Marktteilnehmer gehandelt haben.

„Solange BTC den VWAP nicht klar überwindet, bleibt die Gefahr weiterer Rücksetzer bestehen“, erklärt CRG. Bereits Anfang der Woche scheiterte Bitcoin mehrfach an dieser Linie. Erst ein nachhaltiger Ausbruch darüber könnte ein starkes bullishes Signal senden.

Auch auf dem Wochenchart ist die Lage angespannt. Der Analyst Titan of Crypto sieht die Zone um 103.500 US-Dollar als entscheidend an. „Ein Wochenschluss unter diesem Level wäre noch kein Beinbruch, aber ein bestätigter Ausbruch nach unten in der kommenden Woche könnte darauf hindeuten, dass der Bullenmarkt seine Dynamik verliert“, so der Experte.

Wichtige Unterstützungszonen und gleitende Durchschnitte

Besonders beachtet wird aktuell der gleitende 50-Wochen-Durchschnitt, der sich knapp unter 101.000 US-Dollar befindet. Diese technische Marke diente im laufenden Aufwärtstrend mehrfach als solide Unterstützung. Fällt der Bitcoin-Kurs darunter, könnte das kurzfristig eine stärkere Korrektur auslösen.

Umgekehrt wäre ein Wochen-Schlusskurs oberhalb dieser Linie ein positives Signal, das die bullishe Struktur bestätigt und neuen Raum für Aufwärtsbewegungen bis 106.000 US-Dollar schaffen könnte.

Marktstimmung zwischen Hoffnung und Skepsis

Die Marktstimmung unter Investoren bleibt gemischt. Viele Marktteilnehmer sehen die aktuelle Schwäche als gesunde Korrektur innerhalb des langfristigen Aufwärtstrends, andere warnen vor einem drohenden Stimmungsumschwung.

„Wir befinden uns in einer kritischen Phase, in der sich entscheidet, ob Bitcoin seinen Bullenmarkt fortsetzen kann oder ob eine längere Seitwärtsphase bevorsteht“, sagt der Analyst Lennart Müller. „Ein klarer Durchbruch über 104.000 US-Dollar würde Zuversicht schaffen, während ein erneutes Abrutschen unter 100.000 US-Dollar Panik auslösen könnte.“

Makrofaktoren im Blick

Neben der Charttechnik spielen auch makroökonomische Faktoren eine Rolle. Die jüngsten US-Inflationsdaten und Spekulationen über eine mögliche Zinssenkung der Federal Reserve beeinflussen die Risikoappetite der Anleger. Bitcoin gilt zunehmend als „digitales Gold“, das in Phasen geldpolitischer Unsicherheit profitieren kann.

Allerdings bleibt die Volatilität hoch. Nach Einschätzung von Bitwise-CIO Matt Hougan zeigt Bitcoin zwar zunehmende Reife und geringere Schwankungen als noch vor einigen Jahren, doch das Aufwärtspotenzial sei weiterhin enorm – ebenso wie die Risiken.

Ausblick: Entscheidung in der kommenden Woche

In den kommenden Tagen richten sich alle Blicke auf den Wochenschlusskurs und das Verhalten an der 103.500-Dollar-Marke. Sollte Bitcoin dieses Niveau verteidigen und im Laufe der Woche wieder über den VWAP steigen, wäre das ein starkes Zeichen für eine Fortsetzung des Aufwärtstrends.

Ein Bruch darunter hingegen könnte zu einer tieferen Korrektur führen – mit möglichen Zielzonen um 96.000 bis 98.000 US-Dollar. Trader sollten daher erhöhte Vorsicht walten lassen und Stop-Loss-Marken entsprechend anpassen.

Fazit

Bitcoin hat sich nach dem jüngsten Rücksetzer eindrucksvoll zurückgemeldet, doch von einer Entwarnung kann noch keine Rede sein. Die kommenden Tage dürften entscheiden, ob BTC die psychologisch wichtige 100.000-Dollar-Marke nachhaltig verteidigen kann. Für Anleger bleibt der Markt spannend – mit Chancen, aber auch Risiken.