Oracle Aktie 2026: Warum der KI-Strom-Deal und die AWS-Partnerschaft die Aktie jetzt wieder antreiben

Oracle Aktie 2026: Warum der KI-Strom-Deal und die AWS-Partnerschaft die Aktie jetzt wieder antreiben
17 April 2026 Aus Von Michael Oluwafemi

Die Oracle Aktie hat im April 2026 spürbar an Schwung gewonnen. Am 16. April kletterte der Kurs um rund fünf Prozent und schloss bei etwa 178 US-Dollar (rund 154 Euro). Nach einer verhaltenen Startphase ins Jahr 2026 wirkt der Markt nun wieder deutlich optimistischer.

Oracle ist einer der größten Anbieter von Unternehmenssoftware und Cloud-Lösungen weltweit. Das Unternehmen hat in den letzten Jahren massiv in den Aufbau seiner eigenen Cloud-Infrastruktur investiert – vor allem für KI-Anwendungen. Die jüngsten Nachrichten zeigen, dass Oracle nicht nur Software verkauft, sondern auch die nötige Energie- und Vernetzungsbasis dafür schafft.

2,8 Gigawatt Strom aus Brennstoffzellen – der Deal mit Bloom Energy

Einer der wichtigsten Auslöser für die positive Kursbewegung ist die Ausweitung der Partnerschaft mit Bloom Energy. Oracle sichert sich bis zu 2,8 Gigawatt Strom aus Brennstoffzellen. Davon sind bereits 1,2 Gigawatt fest vereinbart und werden aktuell in den USA aufgebaut. Die Lieferungen sollen bis 2027 weiter ausgebaut werden.

KI-Rechenzentren verbrauchen extrem viel Strom. Mit diesem Vertrag schafft sich Oracle eine eigene, stabile und saubere Energiequelle. Das macht den Ausbau der Cloud-Infrastruktur planbarer und unabhängiger vom normalen Stromnetz. Zusätzlich hat Oracle ein Warrant erhalten, mit dem es Anteile an Bloom Energy im Wert von 400 Millionen US-Dollar kaufen kann. Das zeigt das langfristige strategische Interesse.

Neue Brücke zwischen Oracle Cloud und AWS

Kurz darauf folgte eine weitere wichtige Meldung: Oracle und Amazon Web Services haben ihre Zusammenarbeit deutlich ausgebaut. Ab Ende 2026 können Kunden eine private, schnelle und sichere Verbindung zwischen der Oracle Cloud Infrastructure und AWS nutzen. Der Start erfolgt in der Region US East (Virginia).

Viele große Unternehmen nutzen bewusst mehrere Cloud-Anbieter. Die neue Verbindung erleichtert den Datenaustausch und die Zusammenarbeit zwischen den Systemen. Dadurch wird Oracle für Kunden, die Flexibilität und Unabhängigkeit suchen, noch attraktiver.

Starke Cloud-Zahlen als Fundament

Die aktuellen Partnerschaften passen perfekt zu den guten Quartalszahlen, die Oracle im März für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 veröffentlicht hat. Der Gesamtumsatz stieg auf 17,2 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 22 Prozent zum Vorjahr.

Das Cloud-Geschäft entwickelte sich besonders stark:

  • Cloud-Einnahmen insgesamt (Infrastruktur + Anwendungen) wuchsen um 44 Prozent auf 8,9 Milliarden Dollar.
  • Der reine Infrastruktur-Bereich (IaaS) legte um 84 Prozent auf 4,9 Milliarden Dollar zu.
  • Die Multicloud-Datenbank-Einnahmen explodierten um 531 Prozent.

Die festen zukünftigen Einnahmen lagen bei 553 Milliarden Dollar – ein Anstieg von 325 Prozent. Das zeigt, dass viele Kunden langfristige Verträge für KI-Projekte abschließen. Der Gewinn pro Aktie übertraf die Erwartungen, und das Management hob den Ausblick für die kommenden Perioden an.

Aktueller Kurs und Bewertung

Mitte April 2026 notierte die Oracle Aktie in US-Dollar zwischen 170 und 180 Dollar. Die Marktkapitalisierung beträgt rund 513 Milliarden US-Dollar. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei etwa 32. Oracle zahlt eine Dividende von zwei Dollar pro Aktie, was einer Rendite von rund 1,1 Prozent entspricht. Die Dividende wurde in den letzten Jahren kontinuierlich erhöht.

Analysten: Meist positiv, aber mit Vorsicht

Die Mehrheit der Analysten bleibt optimistisch. Von rund 40 Experten empfehlen die meisten „Kaufen“ oder „Halten“. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei etwa 260 US-Dollar – das bedeutet ein Aufwärtspotenzial von rund 45 Prozent vom aktuellen Kurs. Einige optimistische Stimmen nennen sogar Ziele bis 400 Dollar.

Die Experten loben das schnelle Cloud-Wachstum und die strategischen Schritte bei Energie und Multicloud. Gleichzeitig warnen einige vor den hohen Investitionen in Rechenzentren und dem harten Wettbewerb mit Microsoft, AWS und Google Cloud.

Chancen und Risiken im Überblick

Chancen:

  • Stark steigende Nachfrage nach Cloud-Kapazitäten durch KI.
  • Strategische Partnerschaften bei Strom und Multicloud verbessern die Wettbewerbsposition.
  • Treue Großkunden und hohe feste Auftragsbestände sorgen für Stabilität.
  • Langfristiges Wachstumspotenzial im KI-Bereich.

Risiken:

  • Hohe Kapitalausgaben für den Infrastruktur-Ausbau belasten Bilanz und Cashflow.
  • Intensiver Wettbewerb in der Cloud-Branche.
  • Abhängigkeit von wenigen großen Kunden in manchen Bereichen.
  • Allgemeine Kursschwankungen im Technologie-Sektor.

Ausblick: Oracle bereitet sich gezielt auf das KI-Zeitalter vor

Oracle hat sich konsequent zum Anbieter von Cloud-Lösungen für das KI-Zeitalter entwickelt. Der Ausbau der Infrastruktur läuft mit hohem Tempo – unterstützt durch eigene Energiequellen und bessere Vernetzung zu anderen Clouds. Das Management rechnet mit weiterem kräftigem Wachstum im Cloud-Bereich.

Für Anleger bleibt die Oracle Aktie eine interessante Möglichkeit. Die Mischung aus bewährtem Software-Geschäft und neuem KI-Wachstum macht das Unternehmen robust. Die Erholung im April 2026 könnte ein erstes Zeichen sein, dass der Markt das Potenzial wieder stärker wahrnimmt.

Wer langfristig auf Cloud-Computing und Künstliche Intelligenz setzt, findet in Oracle einen erfahrenen und gut aufgestellten Partner. Dennoch sollten Anleger die hohen Investitionen und den intensiven Wettbewerb nicht unterschätzen. Die kommenden Quartalszahlen werden entscheidend zeigen, wie nachhaltig die positive Entwicklung ist.

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