Trade Republic Baut Krypto-Angebot Massiv Aus – Wallet, Staking & Payback Mit Krypto
Der Berliner Neobroker Trade Republic erweitert sein Angebot im Kryptobereich spürbar: Neben dem reinen Kauf und Verkauf von Kryptowährungen führt das Unternehmen nun eine vollwertige Krypto-Wallet ein, mit der Kunden Coins senden, empfangen, staken und im Alltag nutzen können. Damit steigt Trade Republic vom Aktien- und ETF-Broker zur echten Investmentplattform für digitale Assets auf.
Neuer Meilenstein: Wallet-Funktion für ca. 50 Coins
Bisher konnte man bei Trade Republic Kryptowährungen lediglich kaufen oder verkaufen – eine Übertragung vom Depot in eine externe Wallet war nicht möglich. Ab dem 14. November 2025 erhalten Kundinnen und Kunden Zugriff auf eine Wallet-Lösung, mit der etwa 50 verschiedene Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum, Solana oder Polkadot gesendet und empfangen werden können. Damit hebt sich der Neobroker von vielen Mitbewerbern ab, indem er regulierte Banklizenz mit Krypto-Transferfunktionen kombiniert.
Die Verwahrung übernimmt ein regulierter Custody-Anbieter (u. a. BitGo Europe) – dennoch sind Nutzer aufgefordert, sich über Auszahlungsgebühren der jeweiligen Blockchain zu informieren. Für Trade Republic selbst sollen keine zusätzlichen Gebühren beim Ein- oder Auszahlen anfallen.
Staking und Payback mit Kryptowährungen
Ergänzend zur Wallet-Funktion wird Staking eingeführt: Kunden können ihre Coins in Netzwerken wie Ethereum oder Solana bereitstellen, um so Passiv-Erträge in Form von Netzwerk-Belohnungen zu erhalten. Während der Staking-Phase sind die Coins jedoch gesperrt — ein Risiko, das Trade Republic transparent hervorhebt.
Ein weiteres Feature: die Krypto-Bezahlfunktion mit Payback. Über die Trade Republic Karte können Zahlungen künftig auch mit Kryptowährungen erfolgen. Nutzer erhalten beim Bezahlen mit einer der unterstützten Coins 2 % „Krypto-Saveback“, doppelt so viel wie beim normalen Cashback in Euro. Allerdings gilt die Rückvergütung nur bis zu einem monatlichen Betrag (z. B. 1.500 Euro) und setzt bestimmte Voraussetzungen wie eine Sparplan-Einzahlung voraus.
Strategie: Krypto als vierte Säule im Portfolio
Mit der Erweiterung ihres Angebots strukturieren die Berliner ihr Geschäftsmodell neu. Neben den klassischen Produktbereichen Aktien/ETF, Private Markets und Fixed Income wird Krypto zur vierten Anlageklasse. Der CEO beschreibt das Ziel: Anleger sollen alle relevanten Vermögensklassen über eine einzige Plattform nutzen können – vom Sparplan bis zur Kryptowährung.
Die Kombination aus regulierter Plattform und umfassendem Krypto-Access spricht gezielt die Kundengeneration an, die sowohl traditionelle Investments als auch neue digitale Assets nutzen möchte.
Chancen und Risiken für Nutzer
Für viele Anleger eröffnet das neue Offering echte Vorteile: einfache Handhabung, unmittelbare Übertragbarkeit von Crypto-Assets und eine moderne Bezahl-Option mit attraktiver Rückvergütung. Damit hebt sich Trade Republic gegenüber klassischen Brokern und vielen Krypto-Börsen ab.
Doch es gelten auch wichtige Hinweise: Beim Staking ist das Kapital gebunden, Handels- und Marktrisiken bleiben bestehen. Zahlungen mit Kryptowährungen gelten steuerlich als Verkauf – innerhalb eines Jahres Haltedauer können Gewinne einkommensteuerpflichtig werden. Zudem ist der kostenlose Transfer oft nur ohne zusätzliche Gebühren des Brokers – die Netzwerke selbst verlangen weiterhin Transaktionskosten.
Fazit: Ein starker Schritt – aber kein risikofreies Angebot
Das neue Krypto-Programm von Trade Republic markiert einen bedeutenden Schritt. Der Broker zeigt klar, dass er nicht nur ein Aktien- und ETF-Anbieter sein will, sondern eine breit aufgestellte Investmentplattform. Für Nutzer bedeutet das neue Möglichkeiten – vom Wallet über Staking bis zur Krypto-Bezahlung.
Gleichzeitig ist jedoch Fingerspitzengefühl gefragt: Wer Krypto-Assets nutzt, muss Risiken kennen, Gebühren verstehen und steuerliche Folgen bedenken. Wer diese Aspekte berücksichtigt, kann von der Neuerung profitieren – wer blind einsteigt, riskiert Überraschungen. Insgesamt bleibt die Erweiterung ein bemerkenswerter Wettbewerbsvorteil im hart umkämpften Broker-Markt.

