Constance Im Test: Starker „Silksong“ – Konkurrent Aus Deutschland

Constance Im Test: Starker „Silksong“ – Konkurrent Aus Deutschland
25 November 2025 Aus Von Daniel Hoffmann

Die deutsche Indie-Szene erhält mit Constance einen vielversprechenden Neuzugang im Metroidvania-Genre. Entwickelt vom Studio btf und veröffentlicht von ByteRockers‘ Games, zeigt der Titel eindrucksvoll, wie heimische Entwickler visuell anspruchsvolle Plattformspiele umsetzen können, die sich stilistisch und spielmechanisch an großen Vorbildern messen lassen – darunter natürlich Hollow Knight und dessen kommender Nachfolger „Silksong“.

Story & Atmosphäre

In Constance übernimmt man die Rolle einer jungen Künstlerin, die mit ihrem Pinsel durch eine innere, farbenprächtige Welt voller Geheimnisse und Gefahren reist. Diese Reise spiegelt psychologische Themen wie Kreativität, Selbstzweifel und mentale Ausdehnung wider – eine tiefgreifende Story, die sich im Gameplay und Leveldesign widerspiegelt. Die handgezeichnete 2D-Grafik schafft eine stimmungsvolle Kulisse, die für ein Indie-Spiel bemerkenswert ambitioniert ist.

Gameplay & Mechanik

Spielerisch positioniert sich Constance klar im Metroidvania-Lager: Nichtlineare Welt mit verbundenen Arealen, freischaltbare Fähigkeiten, eine Erkundungsstruktur mit Geheimnissen. Der Pinsel dient als zentrales Werkzeug: Er erlaubt es, Wände und Boden zu durchdringen, Gegner mit Malstrichen zu attackieren und Elemente der Umgebung zu verändern. Diese Mechanik verleiht dem Spiel eine markante Eigenständigkeit.

Gleichzeitig sind die Plattform- und Kampfsequenzen fordernd – wer schnelle Reflexe und gutes Timing mitbringt, wird belohnt. Die Steuerung fühlt sich präzise an; gelegentliche Kameraprobleme oder Sprung-Edge-Herausforderungen bleiben jedoch bestehen. Insgesamt wirkt die Mechanik jedoch poliert und motivierend.

Vergleich Mit Silksong

Im Vergleich zu Silksong, dem lang erwarteten Nachfolger von Hollow Knight, strebt Constance bewusst in ähnliche Gefilde: handgezeichnetes Design, dunkler Underworld-Look und herausforderndes Gameplay. Doch während Silksong als „Referenz“ gilt, nimmt Constance eine andere Position ein – als ambitionierter Gegner mit eigenem Flair und mit dem Vorteil, auf frisches deutsches Talent zu setzen.

In Punkten wie Umfang, Produktionsbudget oder Weltgröße mag es Unterschiede geben, doch Constance überzeugt durch Kreativität und Identität. Wer auf Indie-Metroidvanias steht und etwas abseits der großen Namen spielen möchte, findet in Constance einen spannenden Kandidaten.

Grafik, Sound & Präsentation

Die grafische Qualität von Constance sticht unter Indie-Titeln hervor: liebevolle Animationen, abwechslungsreiche Biome und ein starker Einsatz von Farben und Licht schaffen eine visuell einnehmende Umgebung. Der Soundtrack unterstützt die Emotionen der Reise – von ruhigen Abschnitten über energische Bosskämpfe bis hin zu verträumten Erkundungsphasen.

Besonders lobenswert: Die deutsche Lokalisierung inklusive Sprachausgabe und Untertitel ist gelungen umgesetzt – ein Vorteil gegenüber vielen internationalen Indie-Titeln.

Stärken & Schwächen im Überblick

Stärken:

  • Kreatives Gameplay mit dem Pinsel-Mechanismus
  • Visuell eindrucksvolle Präsentation
  • Starker Einstieg für die deutsche Indie-Szene
  • Emotionales Storytelling

Schwächen:

  • Teilweise unklare Orientierung oder Levelführung
  • Einige technische Ungenauigkeiten bei Platforming
  • Umfanglich möglicherweise geringer als AAA-Metroidvanias

Fazit: Constance Im Test

Constance ist kein Abklatsch von Hollow Knight oder Silksong, sondern ein mutiges Indie-Werk mit eigener Handschrift – und genau das macht den Titel so spannend. Wer Metroidvania liebt, darf sich ruhig diesen deutschen Geheimtipp vormerken. Vielleicht ist Constance eher der Insidertipp als der Mainstream-Meilenstein, doch gerade in dieser Rolle überzeugt es.

Für Spieler, die eine Herausforderung suchen, aber auch Wert auf Atmosphäre und stilistische Vielfalt legen, bietet Constance ein überzeugendes Gesamtpaket. Der Vergleich mit Silksong ist durchaus legitim – doch wahre Fans wissen: Es geht nicht nur um Referenzen, sondern um Charakter und Erlebnis.

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