Die Lufthansa Muss Sich Der Kritik Stellen – Unmut über Neue Kreditkartenregelung Wächst

Die Lufthansa Muss Sich Der Kritik Stellen – Unmut über Neue Kreditkartenregelung Wächst
8 Dezember 2025 Aus Von Michael Oluwafemi

Die Lufthansa steht derzeit im Zentrum einer wachsenden Debatte, die viele Vielflieger und treue Miles-&-More-Kunden verunsichert. Hintergrund ist die Umstellung der beliebten Lufthansa-Kreditkarte, die bislang in Kooperation mit der Deutschen Bank ausgegeben wurde. Die Änderungen, die schrittweise umgesetzt werden, stoßen bei vielen Kunden auf deutliche Kritik. Vor allem die Art und Weise, wie der Übergang kommuniziert wurde, sorgt für Unmut – und zwingt den Konzern, sich der Kritik offen zu stellen.

Ein bewährtes Produkt wird neu aufgestellt

Die Miles-&-More-Kreditkarte gilt seit Jahren als eines der wichtigsten Treueprogramme im deutschen Markt. Millionen Nutzer sammeln mit ihr Meilen, sichern sich Upgrades oder profitieren von Reisevorteilen. Dass es hier nun zu grundlegenden Veränderungen kommt, sorgt entsprechend für Aufsehen.

Lufthansa stellte klar, dass der Wechsel des technischen Kreditkartenpartners notwendig sei, um das Angebot moderner, digitaler und langfristig effizienter zu gestalten. Doch für die Kunden bedeutet dies einen verpflichtenden Übergang in ein neues System – und genau hier beginnt die Kritik.

Viele Nutzer empfinden die Umstellung als zu plötzlich. Sie bemängeln unklare Informationen, zusätzliche Schritte bei der Registrierung und Unsicherheiten über die Zukunft der gesammelten Meilen.

Kritik am Verfahren – Kunden fühlen sich überrumpelt

Besonders heikel: Für den Wechsel der Kreditkarte ist ein neuer Antrag nötig. Dadurch entsteht bei einigen Kunden der Eindruck, dass unbeabsichtigt ein neuer Kredit geprüft wird – was mögliche Auswirkungen auf den persönlichen Bonitätsscore haben könnte. Auch wenn der Anbieter betont, dass dies so nicht zutreffe, bleibt die Sorge bestehen.

Hinzu kommt, dass viele Kunden die Kommunikation als unnötig kompliziert empfinden. Die Informationsschreiben seien schwer verständlich, wichtige Hinweise würden überlesen oder erst spät erkannt. In sozialen Netzwerken und Foren häufen sich Berichte frustrierter Nutzer, die beschreiben, dass sie über Wochen keine klare Auskunft erhielten und teilweise mit langen Wartezeiten im Kundenservice konfrontiert waren.

Für eine Kundengruppe, die Wert auf Komfort, klare Prozesse und Zuverlässigkeit legt, ist dies ein empfindlicher Vertrauensverlust.

Warum Lufthansa die Umstellung vornimmt

Gleichzeitig macht Lufthansa deutlich, warum der Schritt notwendig ist. Die technische Infrastruktur des bisherigen Kreditkartenmodells gilt als veraltet und schwer weiterentwickelbar. Neue Funktionen – darunter digitale Wallet-Integrationen, Sicherheitsfeatures oder modernisierte Meilenabrechnungen – wären im alten System nur begrenzt möglich gewesen.

Mit dem neuen Anbieter soll die Miles-&-More-Karte fit für die nächsten Jahre werden. Dazu gehören:

  • schnellere Zahlungsabwicklung
  • verbesserte digitale Verwaltung in der App
  • moderne Sicherheitsstandards
  • vereinfachte Meilenübersicht

Aus Sicht des Unternehmens handelt es sich also um eine Investition in die Zukunft des Treueprogramms.

Doch: Technische Vorteile überzeugen Kunden nicht automatisch, wenn der Übergang holprig verläuft. Genau hier muss Lufthansa nun Schadensbegrenzung betreiben.

Ein Vertrauensproblem, das sich vermeiden liesse

Viele Branchenexperten sind sich einig: Der Ärger wäre wohl deutlich geringer ausgefallen, wenn Lufthansa frühzeitiger, klarer und offensiver kommuniziert hätte. Die Miles-&-More-Community gilt als loyal, aber anspruchsvoll. Und gerade diese Kundengruppe erwartet Transparenz bei Veränderungen, die das eigene Konto betreffen.

Dass ein simples Schreiben über die Notwendigkeit eines Kartentauschs für viele Kunden zu Unsicherheiten im Hinblick auf Meilenverlust, Vertragsbindung oder Schufa-Einträgen führte, zeigt, wie sensibel das Thema ist.

Die Lufthansa betont zwar, dass alle Meilen vollständig erhalten bleiben und die Konditionen weitgehend gleich bleiben. Dennoch wird sie nun daran gemessen, wie gut sie die Kommunikation nachbessert und ob die Kunden am Ende das Gefühl haben, dass ihre Anliegen ernst genommen wurden.

Wie es jetzt weitergeht

Die Umstellung ist bereits im Gange und wird sich über mehrere Monate ziehen. Währenddessen arbeitet Lufthansa daran, Servicewege zu entlasten und Informationen klarer aufzubereiten. Inzwischen wurde angekündigt, Kunden besser über die Auswirkungen der Umstellung zu informieren und detailliertere Erklärungen bereitzustellen.

Für viele Vielflieger bleibt jedoch ein fader Beigeschmack. Sie erwarten, dass Lufthansa aus der aktuellen Kritik lernt und künftig bei Änderungen im Treueprogramm stärker auf verständliche Kommunikation setzt. Denn das Miles-&-More-Programm ist mehr als ein Bonuspunktesystem – es ist ein zentraler Bestandteil der Marke, der über die Bindung vieler Stammkunden entscheidet.

Fazit: Eine notwendige, aber schlecht vermittelte Veränderung

Der Schritt zur Modernisierung der Lufthansa-Kreditkarte ist nachvollziehbar und langfristig vermutlich sinnvoll. Doch der Kommunikationsweg hat viele Kunden verunsichert, verärgert oder schlicht überfordert. Nun muss die Lufthansa mehr denn je beweisen, dass sie Kritik ernst nimmt und die Bedürfnisse ihrer treuen Nutzer im Blick behält.

Eine reibungslose Umsetzung der Umstellung könnte helfen, das Vertrauen zurückzugewinnen. Doch klar ist auch: Die Feuertaufe für das neue Kreditkartenmodell ist noch nicht vorbei.

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