Hannover Rück steigert Gewinn deutlich: Rekorddividende und starke Prognose für 2026 überraschen Anleger
Die Hannover Rück SE, einer der weltweit größten Rückversicherer, hat für das Geschäftsjahr 2025 ein deutliches Wachstum bei Gewinn, Umsatz und Dividende gemeldet. Trotz eines anspruchsvollen Marktumfelds konnte der Konzern seine Profitabilität weiter steigern und gleichzeitig seine finanzielle Stabilität stärken.
Der Nettokonzerngewinn legte um 13,4 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro zu. Gleichzeitig kündigte das Unternehmen eine erhöhte Dividende von 12,50 Euro je Aktie an – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Auch für 2026 bleibt der Rückversicherer optimistisch und erwartet einen weiteren Gewinnanstieg.
Mit diesen Zahlen bestätigt Hannover Rück seine Position als einer der profitabelsten Rückversicherer weltweit.
Starker Gewinnanstieg im Geschäftsjahr 2025
Im Geschäftsjahr 2025 erzielte Hannover Rück ein solides Wachstum über nahezu alle Geschäftsbereiche hinweg. Der Brutto-Rückversicherungsumsatz stieg leicht auf 26,8 Milliarden Euro. Währungsbereinigt entspricht das einem Wachstum von 4,7 Prozent.
Noch deutlicher entwickelte sich das operative Geschäft. Das Rückversicherungs-Serviceergebnis verbesserte sich um rund 15,8 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (EBIT) stieg auf 3,5 Milliarden Euro, nachdem es im Vorjahr bei etwa 3,3 Milliarden Euro gelegen hatte.
Das Ergebnis je Aktie erhöhte sich entsprechend auf 21,90 Euro, was ebenfalls eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorjahr darstellt.
Die Kombination aus stabilem Versicherungsgeschäft, geringerer Großschadenbelastung und positiven Währungseffekten trug maßgeblich zu dieser Entwicklung bei.
Rekorddividende: Aktionäre profitieren vom Wachstum
Ein zentrales Signal an Investoren ist die deutlich erhöhte Dividende. Vorstand und Aufsichtsrat planen, der Hauptversammlung eine Ausschüttung von 12,50 Euro je Aktie vorzuschlagen.
Das entspricht einer Steigerung von rund 39 Prozent im Vergleich zur bisherigen Gesamtdividende von 9,00 Euro pro Aktie.
Die neue Ausschüttung folgt einer angepassten Dividendenstrategie. Künftig sollen etwa 55 Prozent des Nettogewinns nach IFRS an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Die aktuelle Ausschüttungsquote liegt bei etwa 57 Prozent und entspricht damit dieser Zielsetzung.
Für Investoren bedeutet diese Strategie mehr Planungssicherheit und eine stärkere Beteiligung am Unternehmenserfolg.
Eigenkapitalrendite deutlich über Zielwert
Auch bei der Profitabilität zeigt Hannover Rück beeindruckende Werte. Die Eigenkapitalrendite (Return on Equity) lag im vergangenen Jahr bei 21,4 Prozent und damit deutlich über dem strategischen Zielwert von mehr als 14 Prozent.
Das Eigenkapital des Konzerns wuchs gleichzeitig auf 12,9 Milliarden Euro an. Damit verfügt der Rückversicherer über eine besonders robuste Kapitalbasis.
Ein weiterer wichtiger Indikator ist die Solvency-II-Kapitalquote, die die Risikotragfähigkeit des Unternehmens misst. Sie lag Ende 2025 bei 256 Prozent und damit weiterhin deutlich über dem internen Zielwert von über 200 Prozent.
Diese Kennzahlen zeigen, dass Hannover Rück über eine außergewöhnlich stabile Bilanz verfügt – ein entscheidender Vorteil im Rückversicherungsgeschäft.
Schaden-Rückversicherung bleibt wichtigste Säule
Der größte Geschäftsbereich von Hannover Rück bleibt weiterhin die Schaden-Rückversicherung. In diesem Segment erwirtschaftete das Unternehmen einen Bruttoumsatz von 18,8 Milliarden Euro.
Die kombinierte Schaden-Kosten-Quote verbesserte sich deutlich auf 84,0 Prozent. Werte unter 100 Prozent bedeuten, dass ein Versicherer im Kerngeschäft profitabel arbeitet.
Auch bei Großschäden blieb das Unternehmen im Rahmen der Erwartungen. Insgesamt beliefen sich die Nettoleistungen für Großschäden auf etwa 1,7 Milliarden Euro und lagen damit deutlich unter dem budgetierten Erwartungswert von 2,1 Milliarden Euro.
Zu den größten Schadenereignissen gehörten:
- Waldbrände in Kalifornien
- Hurrikan „Melissa“
- Ein Erdbeben in Myanmar
- Hagelstürme in Australien
Trotz dieser Naturkatastrophen blieb das Schadenvolumen insgesamt unter dem geplanten Budget.
Personen-Rückversicherung mit stabiler Nachfrage
Auch im Bereich Personen-Rückversicherung verzeichnete Hannover Rück eine stabile Entwicklung. Der Bruttoumsatz stieg auf rund 8 Milliarden Euro.
Besonders erfreulich entwickelte sich das Rückversicherungs-Serviceergebnis, das auf 903 Millionen Euro anstieg und damit über der ursprünglichen Prognose lag.
Alle Segmente dieses Geschäftsbereichs profitierten von einer weiterhin hohen Nachfrage nach Lebens- und Gesundheitsrückversicherungen. Gleichzeitig blieb der Wettbewerb in diesem Marktsegment intensiv.
Das operative Ergebnis lag bei 886 Millionen Euro, leicht unter dem Vorjahreswert, was vor allem auf Investitionen in neues Geschäft zurückzuführen ist.
Kapitalanlagen bleiben stabiler Ertragsfaktor
Neben dem Versicherungsgeschäft spielen auch Kapitalanlagen eine zentrale Rolle für die Profitabilität von Hannover Rück.
Der Bestand der selbstverwalteten Kapitalanlagen lag zum Jahresende bei 66,3 Milliarden Euro. Das Kapitalanlageergebnis belief sich auf 1,7 Milliarden Euro.
Die Kapitalanlagerendite lag bei 2,5 Prozent. Damit blieb sie zwar leicht unter dem ursprünglichen Zielwert, doch der Rückversicherer nutzte bewusst eine Strategie zur Realisierung stiller Lasten, um zukünftige Erträge zu stärken.
Diese Maßnahmen sollen langfristig die Stabilität der Kapitalerträge erhöhen.
Optimistischer Ausblick für 2026
Für das laufende Geschäftsjahr bleibt Hannover Rück zuversichtlich. Das Unternehmen erwartet einen Konzerngewinn von mindestens 2,7 Milliarden Euro.
Auch die wichtigsten Geschäftsbereiche sollen weiter wachsen:
- Schaden-Rückversicherung: Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich
- Personen-Rückversicherung: Serviceergebnis von rund 925 Millionen Euro
- Kapitalanlagerendite: etwa 3,5 Prozent
Allerdings hängt die Prognose davon ab, dass die Großschadenbelastung im erwarteten Rahmen von etwa 2,3 Milliarden Euro bleibt und sich die Kapitalmärkte stabil entwickeln.
Strategische Stärke in einem schwierigen Markt
Der globale Rückversicherungsmarkt steht weiterhin vor großen Herausforderungen. Klimarisiken, steigende Naturkatastrophen und volatile Kapitalmärkte erhöhen den Druck auf Versicherungsunternehmen.
Hannover Rück setzt daher verstärkt auf:
- höhere Reserven für Schadensrisiken
- stabile Kapitalstruktur
- profitables Wachstum statt reiner Volumenausweitung
Diese Strategie hat dazu beigetragen, die Widerstandsfähigkeit des Unternehmens deutlich zu erhöhen.
Fazit: Hannover Rück bleibt einer der profitabelsten Rückversicherer
Mit einem Gewinn von 2,6 Milliarden Euro, einer stark erhöhten Dividende und einer sehr hohen Eigenkapitalrendite hat Hannover Rück ein äußerst erfolgreiches Jahr abgeschlossen.Die robuste Kapitalbasis, stabile Geschäftssegmente und ein klarer Fokus auf profitables Wachstum bieten eine solide Grundlage für die kommenden Jahre.Sollten die Großschäden im erwarteten Rahmen bleiben und sich die Kapitalmärkte stabil entwickeln, dürfte Hannover Rück auch 2026 weiterhin zu den stärksten Unternehmen der globalen Rückversicherungsbranche zählen.

