Arthur Hayes Im Interview: Warum Bitcoin In Seiner Sicht Bis 2027 Steigen Wird

Arthur Hayes Im Interview: Warum Bitcoin In Seiner Sicht Bis 2027 Steigen Wird
10 November 2025 Aus Von Michael Oluwafemi

Der ehemalige Derivate­händler und Mitgründer von BitMEX, Arthur Hayes, bleibt trotz einer seitwärts verlaufenden Kursentwicklung bei Bitcoin optimistisch. In einem exklusiven Gespräch mit BTC‑ECHO beantwortete er fünf zentrale Fragen zur Zukunft von Bitcoin und dem Kryptomarkt. Er sieht den Token als eine Art globale Flucht­währung – und nennt konkrete Preisziele für die kommenden Monate.

1) Mehr Geld im Umlauf – ein Treiber für Bitcoin

Auf die Frage, wie eine weitere geld­politische Lockerung der Federal Reserve sich auf Bitcoin auswirkt, reagiert Hayes mit klaren Worten: Sobald die Bilanzsumme der Fed wieder wächst oder neue Kredite im Bankensystem fließen, steigt laut ihm auch der Preis von Bitcoin in Fiat‑Währung. Er argumentiert, dass nicht die Frage im Fokus stehen müsse, woher die Kredite kämen, sondern dass schlicht mehr Fiat‑Währungseinheiten im Umlauf seien – und da Bitcoin limitiert sei, wirke das preistreibend.

2) Politik und Volatilität – Schachzug oder Randerscheinung?

Zur Frage nach der zunehmenden Politisierung von Bitcoin meint Hayes, die Volatilität habe bereits abgenommen, da Bitcoin mittlerweile ein größerer Vermögenswert sei. Politik sei unberechenbar und daher kein verlässlicher Hebel für Kursprognosen. Viel wichtiger sei das Verständnis, dass Bitcoin als globales, offenes System fungiere, in dem jeder mit Internet­zugang Werte transferieren könne – trotz regulatorischer Spannungen.

3) Bitcoin in einer multipolaren Welt

Für Hayes steht fest: In einer zunehmend fragmentierten Finanzwelt könnte Bitcoin eine wichtige Rolle spielen. Er verweist auf Gespräche aus Ländern mit Kapital­verkehrs­beschränkungen, in denen Menschen Schwierigkeiten hätten, Vermögen ins Ausland zu transferieren. Bitcoin, so seine Auffassung, ermögliche diesen Fluss in globalen Netzwerken – vergleichbar mit Gold früher, aber technisch deutlich effizienter übertragbar.

4) Konkretes Preisziel – und warum er daran glaubt

Bis zum Jahres­ende sieht Hayes einen möglichen Kurs von US $ 250.000, in sechs Monaten hält er sogar US $ 350.000 für realistisch. Seinen Optimismus begründet er mit erwarteter massiver Geld­schöpfung: Regierungen würden unter dem Druck stehen, Wäh­rungs­systeme anzule­gen, Kredite auszuweiten und „fiat“ in Umlauf zu bringen. Dieses Szenario treibe laut Hayes den echten Wert­aufschwung von Bitcoin.

5) Der nächste Krypto‑Winter – kommt er 2027/28?

Wenn es nach Hayes geht, beginnt der nächste große Krypto‑Winter nicht sofort – sondern voraussichtlich 2027/28. Er sieht vor allem US‑Investoren kritisch: Sobald Zweifel an neuen Gelddruckereien aufkommen könnten, führe das zu Zurückhaltung in Anlagen wie Bitcoin oder Gold. Indizien dafür werde man laut Hayes früh erkennen können – und entsprechend sollten Investoren vorbereitet sein.

Bedeutung für Anleger und den Markt

Hayes verortet sich klar auf der bullischen Seite – doch er verbindet seinen Optimismus mit einem Zeithorizont und makroökonomischen Annahmen. Anleger erfahren dadurch eine klarere Orientierung: Bitcoin sei mehr als ein Spekulationsobjekt – sondern potenziell ein globales Wert­aufbewahrungs­system. Gleichzeitig bleibt seine Prognose mit Risiken behaftet: Geld­politik, Regulierung und Markt­psychologie könnten seinen Ausblick anders gestalten.

Mit seinen Aussagen zeigt Arthur Hayes, warum Bitcoin‑Anhänger an die langfristige Relevanz der Kryptowährung glauben – insbesondere in einer Welt, in der Vertrauen, Geld­systeme und Wert­übertragung neu definiert werden. Seine Preisziele sind ambitioniert, aber sie basieren auf einer makroökonomischen Logik: Geldmengen­wachstum, globale Fragmentierung und technologische Infrastruktur. Ob diese Rechnung aufgeht, wird die Zeit zeigen – für Kurz­frist­Investoren bleibt dennoch Vorsicht angebracht.