MSCI-Prüfung setzt Bitcoin-lastige Unternehmen unter Druck

MSCI-Prüfung setzt Bitcoin-lastige Unternehmen unter Druck
24 November 2025 Aus Von Michael Oluwafemi

Kurze Zusammenfassung

  • MSCI prüft, ob Unternehmen, deren Vermögenswerte zu mehr als der Hälfte aus digitalen Währungen bestehen, aus wichtigen Indizes ausgeschlossen werden sollen.
  • Firmen wie Strategy (ehemals MicroStrategy) und Metaplanet könnten bei einer Entfernung Milliarden an Kapitalabflüssen verlieren.
  • Analysten schätzen, dass allein bei Strategy passive Fonds bis zu rund 9 Milliarden US-Dollar abziehen müssten, falls mehrere Indexanbieter MSCI folgen.
  • Die Märkte haben bereits reagiert: Die Aktie von Strategy ist seit Beginn der Überprüfung deutlich gefallen.

MSCI startet Überprüfung von krypto-lastigen Bilanzen

MSCI hat eine offizielle Konsultation darüber eingeleitet, wie Unternehmen zu bewerten sind, deren Geschäftsmodelle stark auf dem Halten digitaler Vermögenswerte, insbesondere Bitcoin, basieren. Die Überprüfung begann Anfang Oktober und richtet sich an Firmen, bei denen digitale Währungen mindestens 50 Prozent der Gesamtvermögenswerte ausmachen.

Der Indexanbieter untersucht, ob solche Unternehmen weiterhin für große Leitindizes geeignet sind. Der Vorschlag würde Indizes wie MSCI World, MSCI ACWI und MSCI USA betreffen. Diese Benchmarks werden weltweit von großen Fonds verfolgt, wodurch die Indexzugehörigkeit eine erhebliche Bedeutung für die Nachfrage von Anlegern hat.

Die Konsultation soll Ende Dezember abgeschlossen werden, eine endgültige Entscheidung wird Mitte Januar erwartet. Sollte MSCI die Änderungen umsetzen, würden sie in der Indexüberprüfung im Februar wirksam.

Erste Anzeichen für Auswirkungen

Noch vor einer endgültigen Entscheidung hat MSCI bereits Vorsichtsmaßnahmen ergriffen. Ein Beispiel ist Metaplanet, das börsennotierte Unternehmen aus Tokio, das für seine Bitcoin-orientierte Treasury-Strategie bekannt ist. Metaplanet wurde in der jüngsten MSCI-Überprüfung aufgrund seines hohen Kryptowährungsanteils nicht für eine mögliche Aufnahme berücksichtigt.

Dieser Schritt zeigt, dass MSCI die vorgeschlagenen Kriterien bereits in seine Bewertungen einfließen lässt. Zudem steigt die Erwartung, dass weitere Unternehmen mit ähnlichem Profil verstärkt überprüft werden.

Milliarden an möglichen Kapitalabflüssen

Analysten warnen vor erheblichen finanziellen Auswirkungen. Strategy, weithin bekannt für seine umfangreichen Bitcoin-Bestände, wird zu einem großen Teil von passiven Fonds gehalten, die aufgrund der Indexzugehörigkeit verpflichtet sind, die Aktie im Portfolio zu führen.

Schätzungen zufolge werden rund neun Milliarden US-Dollar der Marktkapitalisierung von Strategy durch Fonds gehalten, die diese Indizes abbilden. Sollte Strategie aus den MSCI-Indizes entfernt werden, müssten passive Anleger ihre Positionen reduzieren, um weiterhin korrekt abzubilden.

Erste Berechnungen gehen von Kapitalabflüssen von bis zu 2,8 Milliarden US-Dollar aus, falls nur MSCI ausschließt. Sollten weitere Anbieter ähnliche Regeln einführen, könnten sich die Gesamtabflüsse auf bis zu 8,8 Milliarden US-Dollar erhöhen.

Diese Zahlen verdeutlichen, wie stark die Nachfrage nach Aktien solcher Unternehmen mittlerweile von der Indexzugehörigkeit abhängt und nicht nur von der operativen Leistung.

Marktreaktion zeigt erhöhte Sensibilität

Anleger haben bereits auf die möglichen Änderungen reagiert. Seit Bekanntwerden der Überprüfung ist der Aktienkurs von Strategy deutlich gefallen und hat sich schlechter entwickelt als Bitcoin im gleichen Zeitraum.

Analysten verweisen auf Bedenken hinsichtlich Liquidität, Indexfähigkeit und der Bilanzstruktur krypto-lastiger Unternehmen. Viele dieser Firmen verfügen über eine begrenzte kurzfristige Liquidität im Vergleich zu ihren digitalen Beständen, was sie anfälliger für Marktvolatilität macht.

Trotz des Rückgangs bleiben viele Analysten langfristig optimistisch. Die Konsens-Kursziele für Strategy liegen weiterhin deutlich über dem aktuellen Niveau, was darauf hindeutet, dass die Aktie eine Erholung erleben könnte, falls die Indexrisiken abnehmen oder das Unternehmen seine Vermögensstruktur diversifiziert.

Ein entscheidender Moment für digitale Asset-Unternehmen

Die MSCI-Überprüfung markiert einen wichtigen Wendepunkt für Unternehmen, deren Identität stark auf dem Halten digitaler Vermögenswerte basiert. Das Ergebnis wird prägen, wie globale Indexanbieterfirmen sich einordnen, die sich zwischen klassischen operativen Geschäftsmodellen und digitalen Anlagevehikeln bewegen.

Für Anleger könnte die Entscheidung sowohl Risikoprofile als auch langfristige Bewertungen neu definieren. Ob dies zu einer Neuklassifizierung oder zu einer Anpassung der Bilanzen dieser Unternehmen führt, bleibt eine der zentralen Fragen für das Jahr 2026.