Coinbase setzt Expansion in Indien mit neuem Onboarding-Schwung fort

Coinbase setzt Expansion in Indien mit neuem Onboarding-Schwung fort
9 Dezember 2025 Aus Von Michael Oluwafemi

Wichtigste Erkenntnisse

  • Coinbase öffnet nach zwei Jahren wieder die Registrierung für Nutzer in Indien und verfolgt damit einen vorsichtigen, aber strategischen Neustart.
  • Die Börse bietet derzeit nur Krypto-zu-Krypto-Handel an, während ein Fiat-On-Ramp für 2026 geplant ist.
  • Der Neustart folgt auf die Registrierung von Coinbase bei der indischen Financial Intelligence Unit (FIU-IND).
  • Zusätzliche Investitionen in die lokale Börse CoinDCX und der geplante Ausbau des indischen Teams zeigen den langfristigen Anspruch des Unternehmens.

Coinbase startet seine Indien-Strategie neu

Coinbase hat das Onboarding für Nutzer in Indien offiziell wieder geöffnet und signalisiert damit eine erneute Expansion in einen der weltweit wichtigsten Wachstumsmärkte. Der Schritt erfolgt nach einer zweijährigen Pause, in der die US-Börse ihre Aktivitäten zurückgefahren und keine neuen Kunden mehr aufgenommen hatte.

Der Neustart markiert eine deutliche Rückkehr nach Indien, wo Coinbase trotz regulatorischer Unsicherheiten und hoher Steuerlast langfristige Chancen sieht.

Ein vorsichtiger Neustart mit begrenzten Funktionen

Derzeit bietet Coinbase indischen Nutzern ausschließlich den Handel von Kryptowährung zu Kryptowährung an. Kunden können sich registrieren, bestehende digitale Vermögenswerte einzahlen und verschiedene Kryptowährungen miteinander handeln.

Der Kauf von Kryptowährungen mit indischen Rupien ist jedoch weiterhin nicht möglich. Ein vollständiger Fiat-On-Ramp, der Ein- und Auszahlungen in lokaler Währung ermöglichen würde, wird voraussichtlich 2026 eingeführt.

Der eingeschränkte Funktionsumfang spiegelt die Erfahrungen aus dem turbulenten Start im Jahr 2022 wider, als Coinbase kurzzeitig das indische Unified Payments Interface (UPI) unterstützte, bis regulatorischer Druck den Dienst stoppte. Dieser Vorfall führte letztlich dazu, dass Coinbase seine Aktivitäten in Indien bis 2023 nahezu vollständig einstellte.

Regulatorische Abstimmung prägt die Coinbase-Strategie

Ein wesentlicher Unterschied zum ersten Anlauf ist die stärkere Ausrichtung auf regulatorische Vorgaben. Das Unternehmen hat sich kürzlich bei der Financial Intelligence Unit (FIU-IND) registriert und erfüllt damit nationale Anforderungen zur Bekämpfung von Geldwäsche.

Durch Transparenz und die Einhaltung lokaler Berichtsstandards möchte Coinbase das Vertrauen von Aufsichtsbehörden, politischen Entscheidungsträgern und Finanzinstitutionen stärken. Die FIU-Registrierung gilt als entscheidender Schritt, um künftig wieder Fiat-Dienste anzubieten und neue Partnerschaften im Land aufzubauen.

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Stärkung der lokalen Präsenz durch Investitionen

Die erneute Investitionstätigkeit von Coinbase in Indien geht über das Kerngeschäft der Börse hinaus. Der Venture-Arm des Unternehmens hat seine Beteiligung an der lokalen Plattform CoinDCX erhöht, angeblich zu einer Bewertung in Milliardenhöhe.

CoinDCX zählt zu den größten Krypto-Handelsplätzen Indiens und spielt eine zentrale Rolle im heimischen Ökosystem. Die engere Zusammenarbeit zeigt, dass Coinbase aktiv am Aufbau der indischen Krypto-Infrastruktur mitwirken möchte.

Zudem plant Coinbase, sein indisches Team auf mehr als 500 Mitarbeiter zu erweitern. Die Teams vor Ort sollen sowohl lokale Prozesse als auch globale Produktentwicklungen unterstützen.

Ein Markt voller Chancen und Hürden

Trotz positiver Entwicklungen betritt Coinbase einen Markt, der weiterhin durch strenge staatliche Vorgaben geprägt ist. Indiens Steuerregelungen, darunter eine 30-prozentige Gewinnsteuer auf Kryptoerträge und eine 1-prozentige TDS-Abgabe auf Transaktionen, haben das Handelsvolumen an lokalen Börsen stark reduziert.

Diese Regeln beeinflussen das Verhalten der Nutzer erheblich, da häufiger Handel teuer wird und Gelegenheitsinvestoren abgeschreckt werden. In Kombination mit regulatorischer Unsicherheit ergibt sich ein anspruchsvolles Umfeld für jede große Börse.

Dennoch bietet Indien mit seiner großen Bevölkerung, der weit verbreiteten digitalen Nutzung und einer dynamischen Fintech-Landschaft beträchtliches langfristiges Potenzial. Coinbase scheint bereit zu sein, mit einer abgewogenen, compliance-orientierten Strategie eine stabile Marktposition aufzubauen.

Ausblick

Mit dem wieder geöffneten Onboarding und einer soliden regulatorischen Basis bereitet sich Coinbase auf eine nachhaltigere zweite Phase in Indien vor. Die geplante Einführung von Fiat-Diensten im Jahr 2026 könnte ein bedeutender Wendepunkt werden, da sie den Einstieg für neue Nutzer erheblich erleichtern würde.

Bis dahin setzt das Unternehmen auf Geduld, Partnerschaften und langfristige Investitionen. Diese Faktoren unterstreichen, dass Indien weiterhin eine zentrale Rolle in den globalen Plänen von Coinbase spielt.

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