Kelheim Fibres warnt nach gescheitertem Verkauf vor möglicher Stilllegung 2025
Zusammenfassung
- Der geplante Verkauf von Kelheim Fibres an einen Investmentfonds ist gescheitert, weil zentrale Bedingungen nicht erfüllt wurden.
- Der Investor zieht sich zurück und verweist auf fehlende verbindliche Kundenbestellungen für 2026.
- Das Unternehmen bereitet nun eine geordnete Ausproduktion vor, sofern nicht ausreichend neue Aufträge eingehen.
- Rund 450 Beschäftigte sowie zusätzliche Auftragnehmer in Kelheim blicken einer ungewissen Zukunft entgegen.
geplatzter Investorendeal
Der lang erwartete Verkauf der Kelheim Fibres GmbH, eines wichtigen Arbeitgebers in der Kreisstadt Kelheim, ist gescheitert. Das Unternehmen teilte mit, dass der vorgesehene Käufer, der vom Dubag-Konzern verwaltete LEO III Fonds, vom bereits notariell unterzeichneten Kaufvertrag zurückgetreten ist.
Nach Angaben des Unternehmens wurde der Ausstieg des Investors durch nicht erfüllte „wesentliche Vollzugsbedingungen“ ausgelöst. Besonders relevant war, dass große Kunden keine verbindlichen Abnahmezusagen für das Jahr 2026 vorlegten, die der Käufer als entscheidend für die langfristige Tragfähigkeit des Betriebs ansah.
Der Rückzug des Investors stellt einen deutlichen Rückschritt im laufenden Restrukturierungsprozess dar, den Kelheim Fibres vor rund einem Jahr mit einem Insolvenzantrag in Eigenverwaltung begonnen hat.
fehlende Kundenbindungen im Mittelpunkt
Im Zentrum des gescheiterten Verkaufs steht die ungesicherte Nachfrage für die kommenden Jahre. Der Investor verlangte feste Zusagen der wichtigsten Kunden, um zukünftige Investitionen und den Erhalt der Produktionskapazitäten rechtfertigen zu können.
Kelheim Fibres erklärte, dass zwar Gespräche mit Kunden geführt wurden, die notwendigen vertraglichen Zusagen aber letztlich nicht zustande kamen. Ohne diese Sicherheiten sah der Investor keine tragfähige Grundlage für eine Übernahme.
Die Unsicherheit steht sinnbildlich für die aktuellen Herausforderungen der Faser- und Spezialmaterialienbranche, in der schwankende Nachfrage und steigende Kosten die langfristige Planung erschweren.
Unternehmen bereitet geordnete Ausproduktion vor
Nach dem gescheiterten Verkauf bereitet Kelheim Fibres nun eine „geordnete Ausproduktion“ der bestehenden Aufträge vor. Dieser Schritt bedeutet keinen sofortigen Produktionsstopp, jedoch muss das Unternehmen für den Fall planen, dass der Betrieb über das Jahresende 2025 hinaus nicht aufrechterhalten werden kann.
Die Geschäftsführung betonte, dass die Zukunft des Werks von zusätzlichen verbindlichen Kundenbestellungen abhängt. Ohne ausreichende Auftragsmengen könne das Unternehmen kein tragfähiges Geschäftsmodell für das Jahr 2026 darstellen. Der Handlungsspielraum ist begrenzt, und die internen Planungen werden bereits an die neue Lage angepasst.
hunderte Arbeitsplätze in Gefahr
Die Nachricht sorgt in der Region für erhebliche Unruhe. Kelheim Fibres beschäftigt rund 450 Mitarbeitende, darunter etwa 60 Auszubildende. Zusätzlich arbeiten regelmäßig rund 100 Beschäftigte von Partnerfirmen und Dienstleistern am Standort, was das Werk zu einem der bedeutendsten industriellen Arbeitgeber der Umgebung macht.
Ein möglicher Produktionsstopp hätte nicht nur Auswirkungen auf die Belegschaft, sondern auch auf zahlreiche lokale Unternehmen, die eng mit dem Faserhersteller verflochten sind. Kommunalpolitiker, Gewerkschaften und Arbeitnehmervertreter verfolgen die Entwicklungen aufmerksam und bereiten weitere Gespräche mit der Unternehmensführung vor.
ungewisser Weg nach vorn
Das Scheitern des Investorendeals lässt die Zukunft von Kelheim Fibres weiterhin offen. Zwar läuft der Betrieb vorerst weiter, doch der Zeitraum für eine tragfähige Lösung wird zunehmend knapper.
Die Geschäftsführung führt weiter Gespräche mit Kunden und anderen Beteiligten, um zusätzliche Aufträge zu sichern. Gleichzeitig unterstreichen die Planungen für eine mögliche Ausproduktion die Ernsthaftigkeit der Lage.
Für die Region Kelheim stellt die Entwicklung eine erhebliche wirtschaftliche Belastung dar. Ob das Unternehmen die notwendigen Zusagen erhält und die Produktion 2026 fortsetzen kann, bleibt unklar und dürfte die lokale Wirtschaft in den kommenden Monaten maßgeblich prägen.
Siehe auch: Bayer erhält EU-Zulassung für neues Medikament gegen Wechseljahrsbeschwerden

