DAX Aktien mit niedrigem KGV: Diese Schnäppchen könnten 2026 durchstarten

DAX Aktien mit niedrigem KGV: Diese Schnäppchen könnten 2026 durchstarten
25 Mai 2026 Aus Von Michael Oluwafemi

Viele Anleger suchen derzeit nach unterbewerteten Titeln im deutschen Leitindex. Der DAX notiert im Mai 2026 bei rund 24.889 Punkten und hat sich in den letzten Monaten stabil gehalten. Doch während einige Technologie- und Rüstungswerte hohe Bewertungen aufweisen, gibt es bei klassischen Branchen wie Auto, Immobilien und Versorgern attraktive Einstiegschancen.

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) zeigt, wie teuer eine Aktie im Verhältnis zum erwarteten Gewinn ist. Niedrige Werte deuten oft auf günstige Bewertungen hin – besonders wenn das Unternehmen solide Aussichten hat. Im aktuellen Umfeld mit unsicherer Konjunktur und hohen Zinsen lohnt sich ein genauer Blick auf diese Werte.

Die günstigsten DAX-Aktien im Überblick

Aktuell führen vor allem Automobil- und Immobilienwerte die Liste der niedrigsten KGVs an. Hier einige Beispiele mit ihren erwarteten KGVs für 2025/2026:

Porsche Automobil Holding SE

Mit einem KGV von rund 4,6 zählt die Porsche Holding zu den günstigsten Titeln. Das Unternehmen profitiert von seiner Beteiligung am Sportwagenhersteller und stabilen Dividenden. Trotz eines Kursrückgangs in den letzten drei Monaten bleibt die Bewertung niedrig. Viele Experten sehen hier langfristiges Potenzial, wenn die Auto-Nachfrage in China und Europa wieder anzieht.

Vonovia SE

Die größte deutsche Immobilienfirma kommt auf ein KGV von etwa 5,5. Nach schwierigen Jahren mit hohen Zinsen und schwachem Wohnungsmarkt wirkt die Bewertung attraktiv. Vonovia besitzt ein großes Portfolio und profitiert von steigenden Mieten. Sollte die Europäische Zentralbank die Zinsen weiter senken, könnte das den Immobiliensektor deutlich stützen.

Volkswagen Vz.

Die Vorzugsaktie von VW notiert mit einem KGV von rund 7,8. Der Konzern investiert stark in Elektromobilität und hat eine hohe Dividendenrendite. Trotz Herausforderungen durch den Wettbewerb aus China bleibt VW breit aufgestellt. Die niedrige Bewertung spiegelt aktuelle Sorgen wider, bietet aber auch Puffer für positive Überraschungen.

BMW AG

Ähnlich wie VW liegt BMW bei einem KGV von etwa 7,8. Der Münchner Autobauer setzt auf Premium-Modelle und hat eine starke Position bei Elektroautos. Hohe Margen und eine solide Bilanz machen die Aktie defensiv. Anleger schätzen die verlässliche Ausschüttung.

Weitere Titel mit attraktiven Bewertungen sind RWE, Deutsche Bank oder Continental. Im Gegensatz dazu weisen Rheinmetall oder Infineon deutlich höhere KGVs auf – teils über 40 oder sogar 100. Das zeigt die Spaltung im Index: Value-Aktien versus Growth-Titel.

Chancen durch niedrige Bewertungen

Niedrige KGVs bieten oft ein Sicherheitsnetz. Wenn das Unternehmen seine Gewinne steigert, kann der Kurs deutlich steigen, ohne dass die Bewertung teuer wird. Im aktuellen Umfeld mit möglichen Zinssenkungen und einer Stabilisierung der Wirtschaft könnten genau diese Aktien profitieren.

Der gesamte DAX hat ein durchschnittliches KGV von rund 15 bis 18. Historisch liegt der langfristige Durchschnitt niedriger. Viele Experten sehen daher bei den günstigen Werten Nachholpotenzial. Besonders Immobilien- und Autowerte könnten von einer wirtschaftlichen Erholung in Europa profitieren.

Zusätzlich spielen Dividenden eine große Rolle. Viele dieser Titel zahlen hohe Ausschüttungen – oft vier bis sechs Prozent. Das macht sie für Einkommensinvestoren interessant, die auf regelmäßige Erträge setzen.

Risiken bei günstigen DAX-Aktien

Trotz der attraktiven Zahlen gibt es Risiken. Ein niedriges KGV kann auch bedeuten, dass der Markt mit Problemen rechnet. Bei Vonovia drücken hohe Schulden und der schwache Wohnungsmarkt. Bei den Autofirmen sorgen der Übergang zur Elektromobilität, Lieferketten-Probleme und der harte Wettbewerb aus Asien für Unsicherheit.

Zudem hängt viel von der Konjunktur ab. Sollte die Wirtschaft in Deutschland und Europa schwächer als erwartet laufen, könnten die Gewinne der Unternehmen sinken. Das würde die KGVs wieder nach oben treiben.

Politische Faktoren wie neue EU-Regulierungen für Autos oder Förderungen für Immobilien spielen ebenfalls eine Rolle. Anleger sollten daher nicht nur auf das KGV schauen, sondern auch die Geschäftsmodelle genau prüfen.

Vergleich mit anderen Märkten

Im internationalen Vergleich wirken viele DAX-Aktien günstiger als US-Tech-Titel, die oft KGVs über 30 oder 40 haben. Das macht deutsche Value-Aktien für diversifizierte Depots interessant. Besonders für Anleger, die auf eine Rotation von Growth zu Value setzen, könnten diese Titel spannend sein.

Analysten empfehlen oft, ein Mix aus günstigen und wachstumsstarken Aktien zu halten. So lässt sich das Risiko streuen.

Strategien für Anleger

Wer auf niedrige KGVs setzt, sollte langfristig denken. Kurze Schwankungen sind normal. Gute Ansätze sind:

  • Regelmäßige Käufe (Cost-Average-Effekt)
  • Kombination mit hoher Dividende
  • Beobachtung von Quartalszahlen und Branchentrends

Für Einsteiger eignen sich ETFs auf Value-Indizes oder breit gestreute DAX-Produkte. Wer einzelne Aktien kauft, sollte maximal 5 bis 10 Prozent des Depots in einen Titel investieren.

Ausblick für das Börsenjahr 2026

Viele Marktbeobachter rechnen für 2026 mit einer moderaten Erholung der deutschen Wirtschaft. Das könnte den günstig bewerteten Aktien Auftrieb geben. Der DAX könnte bei positiver Entwicklung die Marke von 26.000 oder sogar 27.000 Punkten testen.

Wichtige Treiber sind Zinspolitik, Energiepreise und geopolitische Entwicklungen. Anleger sollten die Berichtssaison genau verfolgen. Positive Überraschungen bei Gewinnen oder Ausblicken könnten bei niedrig bewerteten Titeln starke Kursreaktionen auslösen.

Fazit: Chancen für geduldige Investoren

DAX-Aktien mit niedrigem KGV bieten derzeit interessante Möglichkeiten. Titel wie Porsche, Vonovia, Volkswagen und BMW zeigen, dass es im Leitindex noch echte Value-Chancen gibt. Wer die Risiken kennt und langfristig investiert, kann von einer möglichen Erholung profitieren.

Die Bewertung allein reicht nicht aus. Eine fundierte Analyse von Geschäftsmodell, Bilanz und Marktposition bleibt entscheidend. Für risikobewusste Anleger kann ein Einstieg in diese Schnäppchen aber lohnend sein – besonders in einem Umfeld, in dem viele andere Aktien bereits hoch bewertet sind.

Die kommenden Monate werden zeigen, ob diese günstigen Bewertungen gerechtfertigt sind oder ob der Markt die Stärken dieser Unternehmen wieder stärker anerkennt.

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