DAX dreht ins Minus: Trump-Rede zum Iran-Konflikt bringt frische Unsicherheit – Straße von Hormus bleibt zentraler Risikofaktor

DAX dreht ins Minus: Trump-Rede zum Iran-Konflikt bringt frische Unsicherheit – Straße von Hormus bleibt zentraler Risikofaktor
2 April 2026 Aus Von Michael Oluwafemi

Der deutsche Leitindex DAX startet schwächer in den Handelstag. Zwei Stunden vor Börsenbeginn taxiert der Broker IG den Index bei etwa 22.860 Punkten – ein Rückgang von rund 1,9 Prozent. Nach drei positiven Tagen drehen viele Anleger nun wieder ins Minus und drücken den DAX erneut unter die wichtige psychologische Marke von 23.000 Punkten.

Viele Investoren nutzen die verbleibende Zeit vor dem langen Osterwochenende, um Risiken abzubauen. Sie schließen Positionen oder sichern diese ab. Die Stimmung hat sich innerhalb kurzer Zeit gedreht, obwohl der Index zuletzt etwas Boden gutmachen konnte.

Trump-Rede: Hoffnung auf baldiges Ende – doch mit klaren Drohungen

US-Präsident Donald Trump hat in seiner Rede an die Nation ein Ende des Konflikts mit dem Iran in Aussicht gestellt. Er erklärte, die USA würden ihre militärischen Ziele „sehr bald“ erreichen und die Truppen in zwei bis drei Wochen abziehen – unabhängig davon, ob eine Einigung erzielt wird oder nicht.

Gleichzeitig kündigte er weitere harte Angriffe an, die möglicherweise auch iranische Energieanlagen und Kraftwerke treffen könnten. Diese Mischung aus Zuversicht und Drohungen hat viele Marktteilnehmer verunsichert. Experten wie Thomas Altmann von QC Partners fassen zusammen: Die Börsen hatten gerade begonnen, eine friedlichere Zukunft einzupreisen – da kamen neue harte Worte aus Washington.

Ultimatum zur Straße von Hormus weiter offen

Trump hat das Ultimatum zur Öffnung der Straße von Hormus verlängert. Die Frist endet nun am 6. April. Die strategisch wichtige Meerenge im Persischen Golf bleibt blockiert. Über diese Route fließt etwa ein Viertel des weltweiten Ölhandels und ein großer Teil des verflüssigten Erdgases (LNG).

Trump betonte, dass die USA „nichts mit der Öffnung zu tun“ hätten und forderte andere Länder auf, entweder amerikanisches Öl zu kaufen oder selbst für die Sicherheit der Route zu sorgen. Nach dem Ende der US-Operationen solle sich die Straße „natürlich“ wieder öffnen. Die anhaltende Blockade sorgt jedoch für anhaltende Spannungen.

Ölpreise schwanken stark: Neue Bewegung nach der Rede

Die Unsicherheit rund um den Konflikt treibt die Energiepreise weiter. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent bewegt sich derzeit um die 100-Dollar-Marke und zeigt nach der Trump-Rede deutliche Schwankungen.

Hier ein Überblick über die aktuelle Entwicklung wichtiger Märkte:

MarktAktueller StandVeränderungBemerkung
DAXca. 22.860 Punkte-1,9 %Vor Handelsstart taxiert
Brent-Ölca. 100–102 USDschwankendNach Rede teilweise gesunken
Straße von Hormusweiter blockiertUltimatum bis 6. April25 % des Weltölhandels betroffen
US-Dollar-Indexleicht fester+0,2 %Risikoaversion spürbar

Diese Tabelle zeigt, wie eng die geopolitischen Risiken mit den Preisentwicklungen an den Märkten verknüpft sind. Eine längere Blockade würde die Energiepreise weiter nach oben treiben und die Weltwirtschaft belasten.

Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft und den DAX

Deutschland als energieimportierendes Land spürt die Folgen besonders stark. Höhere Öl- und Gaspreise erhöhen den Inflationsdruck und könnten Zinssenkungen der EZB erschweren. Energieintensive Branchen wie Chemie, Stahl und Logistik leiden unter steigenden Kosten.

Im DAX sind vor allem exportorientierte und energieabhängige Unternehmen anfällig. Auf der anderen Seite könnten Rüstungs- oder alternative Energiewerte von der Lage profitieren. Insgesamt überwiegt jedoch die allgemeine Risikoscheu. Viele Anleger warten ab, wie sich die Situation nach dem Ultimatum am 6. April entwickelt.

Charttechnische Lage: Wichtige Marken im Blick

Der DAX bewegt sich in einem volatilen Umfeld. Die Marke von 23.000 Punkten gilt als entscheidende Schwelle. Fällt der Index darunter und hält sich nicht, drohen weitere Rücksetzer in Richtung der jüngsten Tiefs. Ein stabiler Anstieg darüber könnte hingegen eine Erholung einleiten.

Viele Analysten beobachten genau, ob die Unterstützungszonen halten. Die hohe Volatilität vor wichtigen geopolitischen Terminen bleibt ein zentraler Faktor.

Ausblick: Osterwochenende und Ultimatum entscheiden mit

Vor dem langen Osterwochenende wollen viele Investoren keine großen Risiken eingehen. Die Trump-Rede hat die Hoffnung auf eine rasche Lösung etwas gedämpft – auch wenn ein baldiges Ende des Krieges angedeutet wurde.

Das Ultimatum zur Straße von Hormus am 6. April und mögliche weitere Entwicklungen im Nahen Osten werden die Märkte in den nächsten Tagen maßgeblich beeinflussen. Eine spürbare Deeskalation könnte den DAX schnell wieder nach oben treiben. Bleibt die Unsicherheit jedoch hoch, drohen weitere schwache Tage.

Fazit: Geopolitische Risiken bleiben bestimmend

Der DAX startet schwächer, weil die jüngste Rede von Donald Trump neue Unsicherheit im Iran-Konflikt geschaffen hat. Zwar gibt es Signale für ein mögliches baldiges Ende des Krieges, doch die anhaltenden Drohungen und das offene Ultimatum zur Straße von Hormus belasten die Stimmung.

Steigende oder schwankende Ölpreise und die Sorge vor einer längeren Energiekrise drücken auf die Märkte. Der deutsche Leitindex notiert wieder unter 23.000 Punkten – viele Anleger reduzieren vor dem Osterwochenende ihre Risiken.

Die geopolitischen Entwicklungen im Nahen Osten bleiben der dominante Einflussfaktor. Wie sich der Konflikt in den kommenden Wochen entwickelt, wird nicht nur über die Energiepreise, sondern auch über die Richtung an den Aktienbörsen entscheiden. Anleger sollten die Nachrichtenlage genau verfolgen und vorsichtig agieren.

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