NVIDIA-Aktie fällt trotz starker Bilanz: Warum der KI-Champion am Freitag unter Druck geriet

NVIDIA-Aktie fällt trotz starker Bilanz: Warum der KI-Champion am Freitag unter Druck geriet
28 März 2026 Aus Von Michael Oluwafemi

Am Freitag, dem 27. März 2026, zeigten die wichtigsten Aktienmärkte klare Verluste. Der Schweizer SMI verlor 0,6 Prozent und schloss bei 12.570 Punkten. Der breitere SPI gab ebenfalls 0,6 Prozent nach und notierte bei 17.552 Punkten. In Deutschland fiel der DAX um 1,4 Prozent auf 22.301 Punkte. Der EuroStoxx 50 verlor 1,1 Prozent und stand bei 5.506 Punkten.

In den USA ging es noch deutlicher bergab. Der Dow Jones Industrial Average sank um 1,7 Prozent auf 45.167 Punkte. Der technologieschwere NASDAQ Composite verlor rund 2,1 Prozent. Auch der S&P 500 schloss schwächer.

Die Unsicherheit im Nahen Osten belastete die Stimmung. Hohe Ölpreise durch den Konflikt mit dem Iran drückten auf die Märkte. Rohöl notierte bei etwa 112,66 US-Dollar pro Barrel und stieg zeitweise stark. Experten rechnen damit, dass die Preise langfristig hoch bleiben könnten, solange die Lage angespannt ist. Gold als sicherer Hafen stieg um 2,2 Prozent auf rund 4.508 US-Dollar pro Unze. Bitcoin gab hingegen 3,6 Prozent nach und lag bei etwa 52.695 US-Dollar. Der US-Dollar zeigte sich leicht fester.

NVIDIA im Fokus: Kursrückgang am Freitagabend

Die NVIDIA-Aktie gehörte am Freitag zu den klaren Verlierern im NASDAQ-Handel. Das Papier gab bis zum Abend etwa 2,3 Prozent nach und notierte zuletzt bei rund 167,28 US-Dollar. Im Verlauf fiel der Kurs zeitweise bis auf 167,01 US-Dollar. Der Handel war lebhaft: Es wurden über 194 Millionen Aktien umgesetzt.

In Schweizer Franken notierte die Aktie bei etwa 135,09 CHF und verlor 2,12 Prozent. Der Titel startete den Tag bei rund 170 US-Dollar, konnte das Niveau aber nicht halten. Trotz des Tagesverlusts bleibt NVIDIA ein Schwergewicht im Technologiebereich und profitiert langfristig vom Boom bei Künstlicher Intelligenz (KI).

Starke Fundamentaldaten: Rekordumsatz und Gewinnsprung

Die jüngsten Quartalszahlen von NVIDIA unterstreichen die beeindruckende Entwicklung des Unternehmens. Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 (endet 25. Januar 2026) erreichte der Umsatz 68,13 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Plus von 73 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Der Gewinn pro Aktie (EPS) lag bei 1,76 US-Dollar (GAAP), deutlich über dem Vorjahreswert von 0,89 US-Dollar.

Das Data-Center-Geschäft, das vor allem von KI-Servern und Beschleunigern getrieben wird, legte besonders stark zu und machte den Großteil des Umsatzes aus. Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 meldete NVIDIA einen Rekordumsatz von 215,9 Milliarden US-Dollar – ein Anstieg um 65 Prozent.

Die nächste Quartalsbilanz für das erste Quartal 2027 wird voraussichtlich am 20. Mai 2026 veröffentlicht. Analysten erwarten für das Jahr 2027 einen Gewinn pro Aktie von rund 8,28 US-Dollar. Die Dividende soll im laufenden Jahr leicht auf etwa 0,046 US-Dollar steigen (Vorjahr: 0,040 US-Dollar). NVIDIA zahlt derzeit eine kleine Quartalsdividende von 0,01 US-Dollar pro Aktie.

52-Wochen-Entwicklung: Von Tief zu Hoch

Innerhalb der letzten 52 Wochen zeigte die NVIDIA-Aktie große Schwankungen. Das Hoch lag bei 212,15 US-Dollar (30. Oktober 2025), das Tief bei 86,63 US-Dollar (8. April 2025). Der aktuelle Kurs liegt damit etwa 27 Prozent unter dem Jahreshoch und rund 48 Prozent über dem Tiefpunkt. Das unterstreicht die Volatilität in der Tech-Branche, die stark von KI-Trends und Konjunkturdaten abhängt.

Warum fiel die Aktie trotz guter Zahlen?

Der Kursrückgang am Freitag passt in ein schwächeres Marktumfeld. Viele Technologieaktien litten unter Gewinnmitnahmen und der Sorge vor höheren Energiepreisen durch den Iran-Konflikt. Zudem könnten Anleger auf neue Impulse warten, etwa aus der nächsten KI-Konferenz oder weiteren Quartalsberichten der Branche.

NVIDIA bleibt jedoch führend bei Grafikprozessoren und KI-Hardware. Das Unternehmen profitiert von der hohen Nachfrage nach Rechenleistung für Trainings- und Anwendungsmodelle von Künstlicher Intelligenz. Experten sehen in der vollständigen Plattform aus Hardware, Software und Netzwerken einen klaren Wettbewerbsvorteil.

Ausblick für Anleger

Trotz des aktuellen Rücksetzers bleibt die langfristige Perspektive für NVIDIA positiv. Der KI-Markt wächst weiter stark. Viele Unternehmen investieren massiv in Rechenzentren, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Dennoch sollten Anleger die geopolitischen Risiken und mögliche Konjunkturschwächen im Blick behalten. Hohe Ölpreise können die Inflation antreiben und die Zinsentwicklung beeinflussen.

In der Schweiz und Europa folgen Anleger dem Kurs der US-Tech-Werte sehr genau. Die Schwäche am Freitag betraf nicht nur NVIDIA, sondern auch andere Titel wie Dell Technologies oder Texas Instruments.

Fazit: Der Freitag brachte Verluste an den Aktienmärkten, doch die grundlegenden Stärken von NVIDIA – Rekordumsätze und klare Marktführerschaft bei KI – bleiben erhalten. Für langfristig orientierte Investoren könnte der aktuelle Kursrückgang eine Gelegenheit sein, das Unternehmen genauer zu prüfen. Kursschwankungen gehören zum Tech-Sektor dazu, besonders in unsicheren Zeiten mit hohen Rohstoffpreisen.

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