RENK-Aktie steigt im Rüstungsboom: Warum der Getriebe-Spezialist 2026 weiter zulegen könnte

RENK-Aktie steigt im Rüstungsboom: Warum der Getriebe-Spezialist 2026 weiter zulegen könnte
28 April 2026 Aus Von Michael Oluwafemi

Am Montagmittag gehörte die Aktie der RENK Group AG zu den Gewinnern im MDAX. Das Papier legte im XETRA-Handel zeitweise um 1,3 Prozent auf 54,62 Euro zu. Damit zeigte der Titel eine freundliche Entwicklung, während der Gesamtmarkt verhalten tendierte. Viele Anleger setzen aktuell auf Unternehmen, die von höheren Verteidigungsausgaben in Europa und der NATO profitieren. RENK als Spezialist für Antriebs- und Getriebetechnik steht dabei besonders im Fokus.

Der Kurs liegt deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von rund 90 Euro aus dem Oktober 2025, hat aber vom Tief bei etwa 46 Euro im März 2026 schon wieder zugelegt. Viele Experten sehen in der aktuellen Bewertung eine gute Einstiegschance für langfristig orientierte Investoren.

Rekordzahlen 2025: Umsatz und Auftragseingang auf neuem Hoch

Im Geschäftsjahr 2025 hat RENK starke Ergebnisse vorgelegt. Der Umsatz stieg um 19,8 Prozent auf 1,37 Milliarden Euro. Besonders das Verteidigungsgeschäft legte mit einem Plus von 24 Prozent kräftig zu. Das bereinigte operative Ergebnis (adjusted EBIT) erreichte 230 Millionen Euro – ein Anstieg von 21,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die EBIT-Marge verbesserte sich leicht auf 16,9 Prozent.

Der Auftragseingang kletterte auf einen Rekordwert von 1,57 Milliarden Euro. Dadurch wuchs der Auftragsbestand auf beeindruckende 6,7 Milliarden Euro. Dieser hohe Bestand gibt dem Unternehmen aus Augsburg eine gute Planungssicherheit für die kommenden Jahre. Der größte Teil des Wachstums kam aus dem Segment Vehicle Mobility Solutions (VMS), das Getriebe und Antriebssysteme für militärische Fahrzeuge wie Panzer und Schützenpanzer liefert.

Auch die anderen Bereiche – Marine & Industrie sowie Gleitlager – trugen zum Erfolg bei. Insgesamt beliefert RENK mehr als 70 Armeen und über 40 Marinen weltweit mit zuverlässiger Antriebstechnik.

Ausblick 2026: Weiteres Wachstum erwartet

Für das laufende Jahr 2026 plant RENK einen Umsatz von über 1,5 Milliarden Euro. Das adjusted EBIT soll zwischen 255 und 285 Millionen Euro liegen. Das Management rechnet damit, dass der Auftragsbestand weiter für volle Auslastung sorgt – mehr als 90 Prozent des geplanten Umsatzes sind bereits gesichert.

Im ersten Quartal 2026 lag der Auftragseingang auf einem Rekordniveau für ein erstes Vierteljahr. Die Produktion wird schrittweise ausgebaut, um die steigende Nachfrage zu bedienen. RENK will die jährliche Fertigung von Getrieben deutlich erhöhen – von bisher 300 auf bis zu 800 Einheiten bis Ende 2026.

Die Quartalszahlen für das erste Vierteljahr 2026 werden am 6. Mai 2026 erwartet. Analysten gehen derzeit von einem Gewinn je Aktie von rund 1,71 Euro für das Gesamtjahr 2026 aus.

Rüstungsboom in Europa treibt die Nachfrage

Der aktuelle Aufschwung bei RENK hängt eng mit der geopolitischen Lage zusammen. Viele NATO-Staaten erhöhen ihre Verteidigungsbudgets. Beschlüsse der Allianz zu höheren Ausgaben schaffen klare Perspektiven für Zulieferer wie RENK. Das Unternehmen sieht darin einen klaren Auftrag, die europäische Verteidigungsfähigkeit zu stärken.

Neben klassischen europäischen Aufträgen rückt auch der US-Markt stärker in den Blick. RENK investiert rund 150 Millionen US-Dollar, um die Produktion in den USA auszubauen. Damit will das Unternehmen Exportbeschränkungen umgehen und direkt von amerikanischen Militärprogrammen profitieren. Ein Großauftrag über 157 Millionen Euro für Getriebe an NATO-Fahrzeuge unterstreicht das Potenzial. Lieferungen sollen ab dem dritten Quartal 2026 starten.

RENK plant außerdem Investitionen von bis zu 500 Millionen Euro in den nächsten vier bis fünf Jahren in Kapazitätsausbau und Forschung. Bis 2028 sollen allein in Deutschland bis zu 325 Millionen Euro fließen – vor allem in Augsburg und Rheine.

Analysten bleiben optimistisch – hohe Kursziele

Trotz einiger Kursschwankungen in den letzten Monaten überwiegt bei den Experten die Zuversicht. Mehrere Banken haben in den vergangenen Wochen ihre Einschätzungen bestätigt oder angehoben:

  • Deutsche Bank: „Buy“ mit Kursziel 73 Euro (24.04.2026)
  • Jefferies: „Buy“ mit Kursziel 78 Euro
  • JP Morgan: „Overweight“ mit 75 Euro
  • Weitere Häuser wie DZ Bank oder Berenberg sehen ebenfalls deutliches Aufwärtspotenzial

Das durchschnittliche Kursziel liegt bei etwa 70 bis 73 Euro. Das bedeutet ausgehend von aktuellen Kursniveaus um die 50 bis 55 Euro ein Potenzial von über 30 Prozent. Viele Analysten heben die starke Marktposition in einer Nische, den hohen Auftragsbestand und die langfristigen Trends bei Verteidigungsausgaben hervor.

Dividende und weitere Termine

Für das Jahr 2025 schlägt das Management eine Dividende von 0,58 Euro je Aktie vor. Die Hauptversammlung findet am 10. Juni 2026 statt. Für 2026 liegt die Schätzung bei 0,71 Euro. Die Dividendenrendite bewegt sich damit in einem soliden Bereich für Wachstumsunternehmen.

Wichtige Termine für Anleger sind die Veröffentlichung der Q1-Zahlen am 6. Mai 2026 sowie die Capital Markets Konferenz in München.

Risiken und Chancen im Überblick

Wie bei allen Rüstungsunternehmen hängt der Erfolg stark von politischen Entscheidungen und Budgets ab. Verzögerungen bei Genehmigungen oder Lieferkettenprobleme können den Zeitplan beeinflussen. Gleichzeitig bietet der hohe Auftragsbestand eine gute Absicherung.

Chancen ergeben sich aus der geplanten Kapazitätserweiterung, der Expansion in die USA und der steigenden Nachfrage nach modernen, hybriden oder elektrifizierten Antriebssystemen. RENK gilt als technologisch führend und profitiert von der Notwendigkeit, Armeen mit zuverlässiger Ausrüstung auszustatten.

Fazit: RENK als Profiteur eines langfristigen Trends

Die RENK-Aktie hat in den letzten Monaten eine Konsolidierung durchlaufen, bleibt aber fundamental stark aufgestellt. Mit Rekordzahlen 2025, einem prall gefüllten Auftragsbuch und klaren Wachstumsplänen für 2026 steht das Unternehmen gut da. Der anhaltende Rüstungsboom in Europa und der NATO sorgt für nachhaltige Nachfrage.

Anleger, die an einem langfristigen Ausbau der Verteidigungsfähigkeit glauben, finden bei RENK einen spezialisierten Anbieter mit solider Bilanz und guten Margen. Die aktuelle Kursentwicklung am Montag zeigt, dass das Interesse der Investoren zurückkehrt. Ob die Aktie ihr volles Potenzial ausschöpft, hängt auch davon ab, wie schnell RENK den Auftragsbestand in Umsatz und Gewinn umsetzen kann.

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