Strategy glänzt mit starkem Quartal: Bitcoin-Offensive treibt Gewinnexplosion auf 2,8 Milliarden US-Dollar

Strategy glänzt mit starkem Quartal: Bitcoin-Offensive treibt Gewinnexplosion auf 2,8 Milliarden US-Dollar
1 November 2025 Aus Von Daniel Hoffmann

Das frühere MicroStrategy – heute nur noch unter dem Namen Strategy bekannt – hat im dritten Quartal 2025 erneut unter Beweis gestellt, dass seine radikale Krypto-Strategie Früchte trägt. Das Unternehmen meldete einen Nettogewinn von 2,8 Milliarden US-Dollar, womit es die Erwartungen der Analysten klar übertraf. Trotz eines Rückgangs gegenüber dem Rekordwert von 10 Milliarden US-Dollar im zweiten Quartal markiert dieses Ergebnis eine beeindruckende Trendwende – noch vor einem Jahr hatte Strategy einen Verlust von 340 Millionen US-Dollar verbucht.

Mit einem verwässerten Gewinn je Aktie von 8,42 US-Dollar übertraf das Unternehmen die Prognosen der Wall Street (8,15 US-Dollar) und konnte nachbörslich ein Kursplus von knapp 6 % verzeichnen. Dabei war die Aktie zuvor auf ein Sechsmonatstief von 254,57 US-Dollar gefallen – ein Zeichen dafür, dass Anleger trotz beeindruckender Zahlen weiterhin zwischen Euphorie und Skepsis schwanken.

Bitcoin als Gewinnmaschine

Der Hauptgrund für den kräftigen Gewinnsprung liegt in Strategys kompromissloser Ausrichtung auf Bitcoin. Der Kurs der Kryptowährung stieg im dritten Quartal um mehr als 6,5 %, was dem Unternehmen nicht realisierte Bewertungsgewinne in Milliardenhöhe einbrachte.

Zum 30. September 2025 hielt Strategy 640.031 Bitcoin, inzwischen sind es nach weiteren Zukäufen 640.808 BTC. Der durchschnittliche Kaufpreis pro Coin lag laut Unternehmensangaben bei 74.000 US-Dollar – ein Wert, der aktuell weit unter dem Marktpreis liegt. Bei einem Marktwert von rund 71 Milliarden US-Dollar ergibt sich damit ein Buchgewinn von über 23 Milliarden US-Dollar.

CEO Michael Saylor, der bereits seit Jahren als überzeugter Bitcoin-Verfechter gilt, bezeichnete die Ergebnisse auf X (ehemals Twitter) als „weiteren Beweis für die Überlegenheit von digitalem Gold“. In seiner typischen Manier kommentierte er knapp: „Thank You, Satoshi.“

Ziel: 24 Milliarden US-Dollar Jahresgewinn

Strategy peilt für das Gesamtjahr eine Bitcoin-Performance von 30 % und einen Nettogewinn von rund 24 Milliarden US-Dollar an – ein ambitioniertes Ziel, das jedoch im Bereich des Möglichen liegt, sollte der Bitcoin-Kurs bis Jahresende die Marke von 150.000 US-Dollar erreichen.

Das Unternehmen bestätigte zudem seine Jahresprognose:

  • Betriebsergebnis: 34 Milliarden US-Dollar
  • Geplanter BTC-Gewinn: 20 Milliarden US-Dollar
  • Erwarteter Gewinn je Aktie: 80 US-Dollar

Damit setzt Strategy ein klares Signal an den Markt: Das Geschäftsmodell basiert zunehmend weniger auf Software, sondern fast ausschließlich auf dem strategischen Einsatz von Kryptowährungen als Unternehmensreserve.

Anleger bleiben vorsichtig

Trotz des starken Quartals zeigen sich Investoren zurückhaltend. Die Aktie befindet sich seit Monaten in einer Seitwärtsphase und liegt rund 45 % unter ihrem Allzeithoch. Der Grund: Zweifel an der Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells.

Kritiker verweisen auf Strategys aggressive Finanzierungspolitik. CEO Saylor hatte in den vergangenen Monaten mehrfach neue Aktien unterhalb des 2,5-fachen Nettovermögenswerts ausgegeben – entgegen früherer Aussagen, keine weiteren Verwässerungen vorzunehmen. Diese Maßnahme sorgt am Kapitalmarkt für Unruhe, da sie das Vertrauen institutioneller Investoren belastet.

Zudem fiel die mNAV-Kennzahl (Market Value to Net Asset Value) zuletzt auf 1,05x, während sie im November 2024 noch bei 3,89x lag. Dieser Rückgang signalisiert, dass Anleger den fairen Wert des Unternehmens zunehmend kritischer bewerten.

Softwaregeschäft stabilisiert sich

Abseits der Bitcoin-Spekulationen zeigt sich auch das traditionelle Softwaregeschäft des Unternehmens wieder leicht im Aufwind. Strategy erzielte im dritten Quartal Umsätze von 128,7 Millionen US-Dollar, was einem Plus von 11 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Damit übertraf das Unternehmen die Schätzungen der Analysten und konnte beweisen, dass die Software-Sparte weiterhin solide Erträge liefert – auch wenn sie im Vergleich zum Krypto-Portfolio an Bedeutung verliert.

Strategische Positionierung für 2026

Mit der Umbenennung von MicroStrategy in Strategy hat das Unternehmen seine Transformation hin zu einem digitalen Bitcoin-Holding-Vehikel abgeschlossen. Der Fokus liegt klar auf der Maximierung des BTC-Bestands, während das Softwaregeschäft zunehmend als stabilisierender Faktor im Hintergrund dient.

Analysten sehen in der Kombination aus technologischem Know-how und Krypto-Investments eine riskante, aber potenziell äußerst lukrative Strategie. Sollte der Bitcoin-Preis wie von vielen Prognosen erwartet weiter steigen, könnte Strategy zu einem der profitabelsten börsennotierten Unternehmen der Welt avancieren.

Fazit

Das dritte Quartal 2025 bestätigt: Strategys Bitcoin-Wette zahlt sich aus. Mit Milliardenprofiten, wachsendem Vertrauen der Krypto-Community und einer klaren Ausrichtung auf digitales Vermögen schreibt das Unternehmen ein neues Kapitel in der Geschichte der Unternehmensfinanzierung.

Doch die Herausforderung bleibt: Die extreme Abhängigkeit von Bitcoin macht Strategy verwundbar gegenüber Kursschwankungen – ein Balanceakt zwischen Vision und Volatilität, den CEO Michael Saylor bisher meisterhaft meistert.