Die US-Notenbank dürfte trotz Inflationsdruck erneut die Zinsen senken

Die US-Notenbank dürfte trotz Inflationsdruck erneut die Zinsen senken
10 Dezember 2025 Aus Von Daniel Hoffmann

Wichtige Erkenntnisse

  • Die US-Notenbank wird voraussichtlich den Leitzins bei ihrer nächsten Sitzung um 0,25 Prozentpunkte senken.
  • Die Inflation bleibt hartnäckig über dem Zielwert von 2 Prozent der Fed und sorgt für Spannungen unter den Entscheidungsträgern.
  • Ein schwächer werdender Arbeitsmarkt und Anzeichen einer konjunkturellen Abkühlung verstärken die Forderungen nach geldpolitischer Lockerung.
  • Experten erwarten langfristige Veränderungen in der Ausrichtung der Fed, sobald Vorsitzender Jerome Powell im Jahr 2026 aus dem Amt scheidet.

Fed bewegt sich auf eine weitere Zinssenkung zu

Die US-Notenbank bereitet sich darauf vor, die Zinsen erneut zu senken, obwohl die Inflation höher bleibt, als es den Entscheidungsträgern recht ist. Ökonomen rechnen damit, dass der Leitzins um einen Viertelpunkt auf eine Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent gesenkt wird. Dieser Schritt verdeutlicht, vor welcher schwierigen Aufgabe die Fed steht, während sie auf eine abkühlende Wirtschaft reagiert.

Die erwartete Senkung wäre ein weiterer Versuch der Fed, das Wachstum zu stützen, während Schlüsseldaten, insbesondere aus dem Arbeitsmarkt, eine nachlassende Dynamik zeigen. Die Entscheidung ist innerhalb der Notenbank umstritten, da die Mitglieder zunehmend darüber uneins sind, wie stark die Geldpolitik gelockert werden sollte, solange der Preisdruck bestehen bleibt.

Inflation weiterhin über dem Zielwert

Das Kernproblem bleibt die Inflation, die bei rund 3 Prozent verharrt und damit noch immer über dem 2-Prozent-Ziel der Fed liegt. Unter normalen Umständen würde ein solches Niveau gegen eine Lockerung sprechen. Doch angesichts einer sich verlangsamenden wirtschaftlichen Aktivität steht die Fed zwischen ihrem Auftrag zur Preisstabilität und der Pflicht, den Arbeitsmarkt zu unterstützen.

Einige Entscheidungsträger befürchten, dass eine zu frühe Zinssenkung die Inflation wieder anheizen könnte. Andere sind überzeugt, dass ein zu langes Zögern die konjunkturelle Abschwächung verschärfen könnte.

Die internen Spannungen sind ungewöhnlich deutlich geworden. Analysten beschreiben die derzeitige Stimmung im Offenmarktausschuss als eine der konfliktträchtigsten seit Jahren und als Ausdruck der allgemeinen Unsicherheit über den weiteren Kurs der US-Wirtschaft.

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Schwächerer Arbeitsmarkt erhöht den Handlungsdruck

Trotz anhaltender Inflationssorgen deuten aktuelle Entwicklungen am Arbeitsmarkt auf eine nachlassende Wirtschaftsleistung hin. Die Neueinstellungen gehen zurück, offene Stellen nehmen ab und das Lohnwachstum schwächt sich ab. Für viele Fed-Vertreter verstärken diese Signale die Argumente für eine moderate Zinssenkung.

Ein schwächerer Arbeitsmarkt mindert üblicherweise den Preisdruck und verschafft der Fed mehr Spielraum für geldpolitische Anpassungen. Dennoch weiß die Notenbank, dass eine Fehleinschätzung der wirtschaftlichen Lage entweder die Inflation verlängern oder einen deutlicheren Abschwung auslösen könnte.

Die Finanzmärkte haben die Erwartungen einer Zinssenkung im Dezember bereits weitgehend eingepreist. Anleger rechnen damit, dass die Fed das Wachstum zum Jahreswechsel stützen will. Wie viele weitere Senkungen folgen und in welchem Tempo, bleibt jedoch ungewiss und sorgt weiterhin für Schwankungen an den Märkten.

Führungswechsel könnte künftige Strategie prägen

Mit Blick nach vorn mehren sich Fragen zur langfristigen Ausrichtung der Fed. Die Amtszeit von Jerome Powell endet im Mai 2026, und viele Experten gehen davon aus, dass sein Nachfolger eine stärker wachstumsorientierte Politik verfolgen könnte. Ein Führungswechsel könnte beeinflussen, wie strikt die Notenbank an ihrem Inflationsziel festhält und wie flexibel sie auf wirtschaftliche Veränderungen reagiert.

Für den Moment verdeutlicht die bevorstehende Zinsentscheidung die zentrale Herausforderung für die Fed: das richtige Gleichgewicht zwischen Inflationsrisiken und Anzeichen wirtschaftlicher Schwäche zu finden. Ob dieser Ansatz erfolgreich sein wird, hängt davon ab, wie sich die Wirtschaft in den kommenden Monaten entwickelt.

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