Amazon-Aktie: Goldman Sachs erhöht Kursziel – Neue Bewertung hebt Potenzial von AWS und Werbung hervor

Amazon-Aktie: Goldman Sachs erhöht Kursziel – Neue Bewertung hebt Potenzial von AWS und Werbung hervor
8 Juli 2026 0 Von Michael Oluwafemi

Die Amazon-Aktie rückt erneut in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Kurz vor der Veröffentlichung der nächsten Quartalszahlen hat die US-Investmentbank Goldman Sachs ihr Kursziel für den E-Commerce- und Cloud-Konzern von 325 auf 335 US-Dollar angehoben und die Kaufempfehlung („Buy“) bestätigt.

Der Grund für die höhere Bewertung liegt nicht in kurzfristigen Geschäftszahlen, sondern in einer neuen Analyse des Unternehmens. Goldman Sachs bewertet Amazon erstmals stärker nach dem sogenannten Sum-of-the-Parts-Ansatz (SOTP). Dabei werden die wichtigsten Geschäftsbereiche getrennt bewertet. Nach Einschätzung der Analysten zeigt diese Methode, dass insbesondere Amazon Web Services (AWS) und das Werbegeschäft deutlich mehr zum Unternehmenswert beitragen, als in klassischen Bewertungsmodellen sichtbar wird.

Goldman Sachs sieht weiteres Kurspotenzial

Analyst Eric Sheridan hält Amazon weiterhin für eines der attraktivsten Unternehmen im Technologiesektor. Trotz eines unsicheren wirtschaftlichen Umfelds verfüge der Konzern über mehrere starke Wachstumstreiber.

Mit dem neuen Bewertungsmodell kommt Goldman Sachs zu dem Schluss, dass der Markt die einzelnen Geschäftsbereiche von Amazon bislang nicht vollständig berücksichtigt. Deshalb wurde das Kursziel auf 335 US-Dollar angehoben.

Kursziel im Überblick

KennzahlAktueller Stand
Bisheriges Kursziel325 US-Dollar
Neues Kursziel335 US-Dollar
AnalystenratingBuy
BewertungsmethodeSum-of-the-Parts (SOTP)

Warum Goldman Sachs die Bewertungsmethode geändert hat

Amazon besteht heute aus mehreren großen Geschäftsbereichen, die sich deutlich voneinander unterscheiden. Während der klassische Online-Handel mit hohen Umsätzen arbeitet, erzielen andere Bereiche deutlich höhere Gewinnmargen.

Beim Sum-of-the-Parts-Modell werden diese Bereiche einzeln bewertet. Dadurch entsteht laut Goldman Sachs ein genaueres Bild des tatsächlichen Unternehmenswertes.

Zu den wichtigsten Sparten gehören:

  • Amazon Web Services (AWS)
  • Amazon Advertising
  • Online-Handel
  • Prime-Abonnements
  • Weitere digitale Dienstleistungen

Diese Geschäftsbereiche entwickeln sich unterschiedlich schnell und verdienen daher nach Ansicht der Analysten eine separate Bewertung.

AWS bleibt der wichtigste Wachstumsmotor

Die Cloud-Sparte Amazon Web Services (AWS) gilt weiterhin als das wertvollste Geschäft des Konzerns.

Vor allem die weltweit steigende Nachfrage nach Anwendungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) sorgt für zusätzliche Investitionen in Cloud-Infrastruktur. Unternehmen benötigen immer mehr Rechenleistung, um KI-Anwendungen zu entwickeln und zu betreiben.

Amazon investiert deshalb Milliarden in:

  • neue Rechenzentren,
  • eigene KI-Chips wie Trainium und Inferentia,
  • den Ausbau seiner Cloud-Infrastruktur.

Diese Investitionen belasten zwar kurzfristig den freien Cashflow, sollen langfristig jedoch das Wachstum von AWS sichern.

Werbegeschäft entwickelt sich besonders profitabel

Neben AWS gewinnt auch das Werbegeschäft immer mehr an Bedeutung. Amazon hat sich inzwischen zu einem der größten Anbieter digitaler Werbung entwickelt. Händler können ihre Produkte direkt auf der Plattform bewerben und erreichen Kunden genau in dem Moment, in dem diese nach Produkten suchen.

Dadurch erzielt Amazon hohe Margen, da für zusätzliche Werbeeinnahmen nur vergleichsweise geringe Kosten entstehen. Für Goldman Sachs gehört dieser Bereich zu den wichtigsten Gründen für die höhere Unternehmensbewertung.

Online-Handel bleibt das Fundament

Trotz des starken Wachstums in den Bereichen Cloud und Werbung bleibt der Online-Handel das Herzstück des Unternehmens.

Amazon investiert weiterhin in:

  • schnellere Lieferzeiten,
  • automatisierte Logistikzentren,
  • effizientere Lieferketten,
  • regionale Versandnetzwerke.

Zusätzlich sorgen die Einnahmen aus Amazon Prime für stabile und wiederkehrende Umsätze. Prime-Mitglieder kaufen im Durchschnitt häufiger ein und nutzen weitere Dienste wie Streaming oder Musikangebote.

Dadurch entsteht ein eng vernetztes Ökosystem, das die Kunden langfristig an Amazon bindet.

Hohe Investitionen bleiben ein wichtiger Risikofaktor

Trotz der positiven Einschätzung sehen Analysten auch Herausforderungen. Der Ausbau der KI-Infrastruktur erfordert weiterhin sehr hohe Investitionen. Amazon steckt Milliardenbeträge in Rechenzentren, Server und neue Technologien.

Kurzfristig können dadurch:

  • der freie Cashflow sinken,
  • Gewinnmargen unter Druck geraten,
  • Quartalsergebnisse stärker schwanken.

Hinzu kommen regulatorische Risiken. Sowohl in den USA als auch in Europa stehen große Technologiekonzerne weiterhin unter Beobachtung der Wettbewerbsbehörden.

Warum die neue Bewertung für Anleger wichtig ist

Goldman Sachs macht deutlich, dass Amazon heute nicht mehr ausschließlich als Online-Händler betrachtet werden sollte.

Das Unternehmen verfügt inzwischen über mehrere eigenständige Wachstumsbereiche:

  • Cloud-Computing
  • Digitale Werbung
  • E-Commerce
  • Abonnementdienste
  • Künstliche Intelligenz

Gerade diese breite Aufstellung sorgt nach Ansicht der Analysten für eine höhere Bewertung als bisher angenommen.

Ausblick auf die kommenden Quartale

Mit Spannung warten Anleger nun auf die nächsten Quartalszahlen.

Besonders im Fokus stehen:

  • das Wachstum von AWS,
  • die Entwicklung des Werbegeschäfts,
  • die Höhe der Investitionen in KI,
  • die operative Gewinnmarge.

Sollten diese Bereiche die Erwartungen erfüllen oder übertreffen, könnte sich nach Einschätzung vieler Analysten weiteres Kurspotenzial für die Amazon-Aktie ergeben.

Fazit

Die Anhebung des Kursziels durch Goldman Sachs zeigt, dass der Markt den Wert einzelner Amazon-Geschäftsbereiche zunehmend stärker berücksichtigt. Vor allem AWS und das Werbegeschäft entwickeln sich zu wichtigen Gewinnquellen und gewinnen für die Unternehmensbewertung weiter an Bedeutung.

Gleichzeitig bleiben die hohen Investitionen in den Ausbau der KI-Infrastruktur sowie mögliche regulatorische Eingriffe wichtige Faktoren, die Anleger beobachten sollten. Langfristig sprechen die starke Marktposition, die breite Diversifizierung und das Wachstum in mehreren Geschäftsbereichen jedoch weiterhin für ein solides Fundament der Amazon-Aktie.